Kloster Attel

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Kupferstich von Michael Wening in Topographia Bavariae um 1700
Pfarrkirche St. Michael (2014)

Das Kloster Attel war ein Kloster im Ort Attel in der Stadtgemeinde Wasserburg am Inn im oberbayerischen Landkreis Rosenheim. Die ehemalige Benediktinerklosterkirche ist heute die Pfarrkirche St. Michael im Erzbistum München und Freising.

Geschichte[Bearbeiten]

Das der Heiligen Maria und St. Michael geweihte Kloster der Benediktiner wurde durch Graf Arnold von Diessen-Andechs um 1037 gegründet; es wurde 1803 im Zuge der Säkularisation aufgelöst. Die Klostergebäude wurden teilweise abgerissen, teilweise von privater Seite erworben. 1874 übernahmen die Barmherzigen Brüder die erhaltenen Gebäude, in denen sie behinderte Menschen betreuten und pflegten.

Pfarrkirche St. Michael[Bearbeiten]

Von 1713 bis 1715 erfolgte ein Neubau durch Thomas Mayr nach den Plänen des Abtes Cajetan Scheyerl aus Weihenstephan unter Bewahrung des mittelalterlichen Turmerdgeschosses. Die Kirche wurde 1715 geweiht. Eine Ernovierung erfolgt 1977/1978.

Der große Saalraum über fünf Achsen hat einen eingezogenen halbrund schließenden Chor und einen Nordturm mit gekuppelter Laterne. Im Westen hat das Vorjoch ein Tuffsteinportal und eine Orgelempore. Im Saalraum sind zwischen Wandpfeilern kreuzgewölbte Kapellenräume im Untergeschoss und quertonnengewölbte Emporen im Obergeschoss. Das Langhaus hat eine Stichkappentonne mit Gurtbögen über vorgelegten Pilastern. Die Kirche wurde 1715 mit geometrischen Ornamentformen mit Rosetten, Girlanden und Akanthusranken von Benedikt Zöpf stuckiert. In den Seitenkapellen steht die Stuckierung unter dem Einfluss von Johann Baptist Zimmermann.

Der Hochaltar von 1731 zeigt das Hochaltarblatt Apokalyptisches Weib von Bruder Leander Laubacher als Kopie des Malers Peter Paul Rubens. Seitlich stehen die Figuren der Heiligen Benedikt und Scholastika. Im Auszug steht eine Figurengruppe mit dem hl. Michael. Das Tabernakelbild zeigt die hl. Dreifaltigkeit. Im östlichen Joch steht der Kreuzaltar von Constantin Pader (1665). Der Kreuzaltar zeigt einen Gnadenkruzifix des 13. Jahrhunderts mit den Figuren der hll. Johannes Evangelist und Magdalena und im Auszug Gottvater mit der Weltenkugel. Die Seitenaltäre entstanden einheitlich um 1715 und zeigen zumeist Bilder vom Bruder Sebastian Zobl.

Literatur[Bearbeiten]

  • Hugo Schnell: Pfarrkirche Attel am Inn. Dreifaltigkeitsverlag, München 1934
  • Ernst Götz u.a. (Bearbeiter): Georg Dehio (Begründer): Handbuch der deutschen Kunstdenkmäler, Bayern IV: München und Oberbayern, 3. Aufl., Deutscher Kunstverlag, München/Berlin 2006, S. 65-66, ISBN 978-3-422-03115-9

Weblinks[Bearbeiten]

 Commons: Kloster Attel – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

48.023512.1756Koordinaten: 48° 1′ 25″ N, 12° 10′ 32″ O