Kloster Baindt

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Kloster Baindt (Bild von 1889 nach älterer Vorlage)

Das Kloster Baindt ist eine ehemalige Zisterzienserinnen-Abtei im oberschwäbischen Baindt in Baden-Württemberg.

Geschichte[Bearbeiten]

Wappen der Reichsabtei Baindt

Graf Gottfried von Sigmaringen bestätigte im Jahr 1231 den Kauf etlicher Güter der Klosterfrauen zu Boos Baindt von Albrecht von Büttelschieß. 1240 wurde das Kloster nach einer Schenkung des Schenken Konrad von Winterstetten erbaut. Im Jahr 1376 erhielt die Nonnenabtei Baindt den Status einer Reichsabtei. In geistlichen Belangen fungierte der Abt von Salem als Abtweiser.

Im Bauernkrieg 1525 wurde das Kloster niedergebrannt. Auch nach der nochmaligen Zerstörung im Dreißigjährigen Krieg wurde 1649 das Ordensleben wieder aufgenommen. 1764 bis 1766 erfolgte die Barockisierung der Klosterkirche. 1802 wurde die Reichsabtei im Zuge der Säkularisation aufgelöst und ging in den Besitz des Grafen von Aspremont-Lynden über.

Die Abteikirche Unserer Lieben Frau wurde 1817 Pfarrkirche. 1841 begann der Abbruch der Konventanlage, 1842 wurden die Gebeine der Klosterstifter in die Pfarrkirche übertragen. Bilder aus einem Zyklus der Wundertaten Christi des von einem unbekannten Meisters um 1460 gestalteten Baindter Altars finden sich heute in verschiedenen Museen, beispielsweise in der Staatsgalerie Stuttgart, in der Alten Pinakothek in München oder im Kunsthaus Zürich. 1903 kauften Heiligenbronner Franziskanerinnen das ehemalige Gästehaus des Klosters. 1988 bis 1989 wurde die ehemalige Abteikirche umfassend restauriert.

Liste der Äbtissinnen[Bearbeiten]

  • vor 1232 Tudecka I.
  • 1232-1244 Anna von Frankenhofen
  • 1244-1275 Adelheid I. von Zusdorf
  • 1275-1279 Tudecka II.
  • 1279-1298 Guta I. von Gundelfingen
  • 1298-1302 Berta Seuffl
  • 1302-1304 Elisabeth I. Neyffron
  • 1304-1307 Guta II.
  • 1307-1310 Mathilda
  • 1310-1312 Mecthilda
  • 1313-1315 Anna II. von Königsegg
  • 1315-1322 Engeltrudis I. von Gommeringen
  • 1322-1329 Elisabeth II. Schenkin
  • 1329-1330 Katharina, Gräfin von Werdenberg
  • 1330-1337 Anna III. von Humerstried
  • 1337-1342 Elisabeth III. Grosst
  • 1342-1345 Adelheid II. Holbein
  • 1345-1358 Hiltrudis von Königsegg
  • 1358-1365 Christina II. von Stegen
  • 1365-1368 Engeltrudis II. Martinen
  • 1368-1370 Katharina II. Ledermann
  • 1370-1375 Margarethe I. Salzl
  • 1375-1383 Anna IV. Humpis
  • 1383-1392 Christina II. Holbein
  • 1392-1394 Fida Humpis
  • 1394-1400 Margarethe II. Wiellin
  • 1400-1403 Ursula I. von Brasberg
  • 1403-1406 Adelheid III. Abtsreuter
  • ...
  • 1438-1444 Anna V. Schenkin
  • 1444-1457 Wandelburgis
  • 1457-1462 Waldburgis Aigler
  • 1462-1471 Anna VI. von Räns
  • 1471-1504 Margarethe III vom Feld
  • 1504-1520 Verena vom Feld
  • 1520-1529 Anna VII. Schlaibegg
  • 1529-1535 Margarethe IV Brock
  • 1535-1583 Anna VIII. Wittmeyer
  • 1583-1598 Ursula II. Steinhauer
  • 1598-1625 Elisabeth IV. Hartmann
  • 1625-1630 Juliana Rembold
  • 1630-1644 Katharina III. Rueff
  • 1644-1653 Barbara I. Weglin
  • 1653-1672 Maria-Scholastica Klocker
  • 1672-1688 Barbara II. Sauther
  • 1688-1722 Anna IX. Tanner
  • 1722-1723 Anna X. Haug
  • 1723-1751 Magdalena von Dürrheim
  • 1751-1768 Cäcilia Seitz
  • 1768-1802 Bernarda von Markdorf
  • 1802-1803 Xaveria Lohmiller († 1836)

Literatur[Bearbeiten]

  • Günther Albrecht: Die Uranfänge des Klosters Baindt. In: Württembergische Vierteljahrshefte für Landesgeschichte, Bd. 12 (1889), S. 168-170 (PDF des gesamten Jahrgangs)
  •  Otto Beck: Baindt. Hortus floridus. Geschichte und Kunstwerke der früheren Zisterzienserinnen-Reichsabtei. Festschrift zur 750-Jahrfeier der Klostergründung, 1240–1990. Schnell und Steiner, München und Zürich 1990, ISBN 3-7954-0727-3.
  •  Otto Beck: Kath. Pfarrkirche St. Johannes Baptist in Baindt. Kunstverlag Josef Fink, Lindenberg, ISBN 3-931820-87-4.
  • Gebhard Mehring: Zur Geschichte des Klosters Baindt. In: Württembergische Vierteljahrshefte für Landesgeschichte, N. F., Bd. 14 (1905), S. 343 f. (PDF des gesamten Jahrgangs)
  • Johann Jacob Moser: Staats-Recht der Abtey Baindt. Leipzig 1740 (Digitalisat)
  • Ursula Riechert: Oberschwäbische Reichsklöster im Beziehungsgeflecht mit Königtum, Adel und Städten (12. bis 15. Jahrhundert). Dargestellt am Beispiel von Weingarten, Weissenau und Baindt. Lang, Frankfurt am Main u. a. 1986, ISBN 3-8204-8617-8 (zugl. Dissertation, FU Berlin 1984)
  • Leodegar Walter: Das Totenbuch des Cistercienserfrauenklosters Baindt. In: Württembergische Vierteljahrshefte für Landesgeschichte, N. F. Bd. 26 (1917), S. 230–252 (Digitalisat)
  • Leodegar Walter: Die Äbtissinnen des Cistercienserklosters Baindt, in: Schriften des Vereins für Geschichte des Bodensees und seiner Umgebung, 56. Jg. 1928, S. 115–218 (Digitalisat)
  • Leodegar Walter: Die Konventmitglieder des Cistercienser-Frauenklosters Baindt. In: Cistercienser Chronik, Bd. 52 (1940) S. 89–93, 107–111, 141–143, 150–154

47.842719.66591Koordinaten: 47° 50′ 34″ N, 9° 39′ 57″ O

Weblinks[Bearbeiten]

 Commons: Kloster Baindt – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien