Kloster Daphni

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Durch das Erdbeben 1999 beschädigtes Kloster von Daphni, Ansicht von Nordwesten (2011)
Meister von Daphni 002.jpg Daphni.jpg
Mosaike in der Klosterkirche: Christus Pantokrator
und Hebammen mit dem neugeborenen Jesus Christus

Das Kloster Daphni, auch Dafni geschrieben, (griechisch Μονή Δαφνίου, Moní Dafníou) bei Athen gehört zusammen mit den Klöstern Hosios Lukas bei Delphi und Nea Moni auf Chios zu den drei wichtigsten griechischen Sakralbauten des 11. Jahrhunderts. Es befindet sich neun Kilometer westnordwestlich des Stadtzentrums von Athen an einem niedrigen Pass durch das Egaleo-Gebirge bei dem zur Gemeinde Chaidari gehörenden Vorort Dafni. Es ist insbesondere für seine Mosaike bekannt und seit 1990 UNESCO-Welterbe.

Der Name „Daphni“ (altgriechisch δάφνη, daphnē) bedeutet ‚Lorbeer‘, die heilige Pflanze des Gottes Apollon.

Geschichte[Bearbeiten]

für weiterführende Informationen siehe auch: Zisterzienserkloster Daphni

Vor Zeiten des Klosters stand dessen Stelle vermutlich ein antikes Heiligtum des Gottes Apollon. Im 5. Jahrhundert wurde an diesem Ort eine frühchristliche Kirche erbaut, die 1080 durch die heutige Anlage ersetzt wurde. 1206 wurde sie in der Folge des Vierten Kreuzzugs von den Franken, die Athen erobert hatten, von dem fränkischen Otto de la Roche, Großherr von Theben und Athen, dem Zisterzienserorden übergeben, genauer Mönchen des Klosters Bellevaux, das sein Urgroßvater in der Franche-Comté gegründet hatte. Dies war Teil des Vorhabens von Otto, ein lateinisches Kirchensystem in seiner Herrschaft einzuführen, ebenso wie sein Familienkloster. Die Zisterzienser blieben bis 1458.

Seit dem Beginn der türkischen Besetzung Athens 1458 war das Kloster wieder von orthodoxen Mönchen bewohnt, welche bis 1821 große Beiträge zum nationalen Befreiungskampf leisteten. Das Kloster Daphni verfiel jedoch und wurde 1821 noch unter osmanischer Verwaltung aufgelöst.

Im 19. Jahrhundert beherbergte die Anlage für kurze Zeit ein Sanatorium.

Die Klosteranlage wurde 1990 in die Liste des Weltkulturerbes der UNESCO aufgenommen. 1999 wurde sie einem Erdbeben schwer beschädigt und unterzieht sich seitdem einer langwierigen Renovierung. Seit dem 15. Oktober 2008 ist zumindest der Klosterhof wieder zugänglich.

Beim Kloster findet alljährlich im Herbst ein bei Touristen beliebtes Weinfest statt, wo der süße Mavrodafni verkostet werden kann.

Mosaike[Bearbeiten]

In der Kunsthistorik sind der Schöpfer der Mosaiken von Daphni und seine Werkstatt als Meister von Daphni bekannt. Die Darstellungen eines vom Weltenherrscher Christus Pantokrator regierten himmlischen und irdischen Kosmos gelten als eines der bedeutendsten Werke byzantinischer Kunst, ein Beispiel des Kunstschaffens in einem „Goldenen Zeitalter“ griechisch-byzantinischer Kunst im 11. Jahrhundert.

Weblinks[Bearbeiten]

 Commons: Kloster von Daphni – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

38.01305555555623.635833333333Koordinaten: 38° 0′ 47″ N, 23° 38′ 9″ O