Kloster Engelthal (Wetterau)

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Kloster Engelthal in der Gemeinde Altenstadt in der hessischen Wetterau war von 1268 bis zur Säkularisation 1803 ein Zisterzienserinnen-Kloster und Niederadelsstift. 1962 wurde es durch das Bistum Mainz von Benediktinerinnen vom Allerheiligsten Sakrament der Abtei vom Hl. Kreuz, Herstelle neu besiedelt.

Geschichte[Bearbeiten]

Im Jahre 1268 stifteten die Rittern von Buches und der Friedberger Burggraf Rupert von Carben das Kloster und übergaben es dem Zisterzienserinnen-Orden. Es unterstand bis zur Aufhebung 1803 der Zisterzienser-Abtei Arnsburg bei Lich.

Im Dreißigjährigen Krieg wurde das Kloster völlig zerstört, die Schwestern des Klosters flohen 1622 nach Aschaffenburg.

Erst von 1666 bis 1750 wurde das Kloster im Stil des Spätbarock auf den Ruinen der alten Klosteranlage wiederaufgebaut. Mit Kirche, Konvent- und Wirtschaftgebäuden und mit einem repräsentativen Äbtissinnenbau erhielt es das Kloster im wesentlichen seine heutige Gestalt.

1803 wurde Kloster Engelthal sekularisiert, die 24 Nonnen wurden zu ihren Familien zurückgeschickt, die letzte Äbtissin starb 1823 in Frankfurt. Aus den Wirtschaftgebäuden wurde ein landwirtschaftliches Hofgut; Klausz und Konventgebäude wurden teilweise abgerissen. Die Kirche, die bereits vorher für die Katholiken der Umgebung als Pfarrkirche diente, blieb erhalten.

Neubeginn[Bearbeiten]

Das Bistum Mainz erwarb 1951 den Klausurbezirk der früheren Abtei Engelthal von einer Pächterfamilie. 1962 wurde es von Benediktinerinnen vom Allerheiligsten Sakrament der Abtei vom Hl. Kreuz, Herstelle besiedelt. Das der Beuroner Kongregation angehörende Kloster wurde 1965 zur Abtei erhoben.

Neben der Aufnahme und Betreuung von Gästen ist eine Restaurierungswerkstatt für kirchliche Kunst ein wichtiges Arbeitsfeld der Schwestern.

Im April 2010 wurde das Kloster durch einen großen Neubau ergänzt, an dem seit 2008 gearbeitet wurde. Dieser Neubau setzt wichtige Aspekte einer ökologischen Neugestaltung der Energieversorgung um, wobei eine Erdwärme-Heizung die Hauptrolle spielt.[1] Er ersetzte den westlichen und südlichen Kreuzgangflügel sowie den kleinen Anbau im Westen der Kirche, die wegen Baufälligkeit abgetragen werden mussten.

Äbtissinnen

  • Diethild Eickhoff 1965–1986
  • Gabriel Cosack 1989–2002
  • Elisabeth Kralemann, seit 2003

Literatur[Bearbeiten]

Weblinks[Bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Kardinal Lehmann segnet Anbau im Kloster Engelthal

50.28268.9131Koordinaten: 50° 16′ 57″ N, 8° 54′ 47″ O