Kloster Frienisberg

aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie
Wechseln zu: Navigation, Suche
Zisterzienserabtei Frienisberg
Das Kloster Frienisberg um 1670
Das Kloster Frienisberg um 1670
Lage SchweizSchweiz Schweiz
Kanton Bern
Koordinaten: 47° 2′ N, 7° 20′ O47.0270307125917.331657409668Koordinaten: 47° 1′ 37″ N, 7° 19′ 54″ O; CH1903: 591868 / 208449
Ordnungsnummer
nach Janauschek
126
Gründungsjahr 1131
Jahr der Auflösung/
Aufhebung
1528
Mutterkloster Kloster Lützel
Primarabtei Kloster Morimond

Tochterklöster

Kloster Tennenbach (1158)

Das Kloster Frienisberg ist eine ehemalige Zisterzienserabtei in Frienisberg in der Gemeinde Seedorf im Kanton Bern.

Geschichte[Bearbeiten]

Das Kloster, das ursprünglich den Namen Aurora trug, wurde 1131 als Tochterkloster des Klosters Lützel gegründet, das seinerseits eine Gründung der Abtei Bellevaux war. Von hier aus wurden weitere Tochterklöster gegründet: um 1160 das Kloster Tennenbach und im 13. Jahrhundert die Nonnenklöster Fraubrunnen, Steinen und Tedlingen (Detlingen).

1528 wurde das Kloster nach der Einführung der Reformation aufgelöst, 1534 die Kirche abgebrochen. Ab 1533 wurden die ehemaligen Klostergebäude in eine bernische Landvogtei umgewandelt (bis 1798) und dienten auch als Spital- und Pfrundanstalt. 1834 wurde eine Taubstummenanstalt eingerichtet, die 1889 zum heutigen Wohn- und Pflegeheim umgewandelt wurde.

Bauten und Anlage[Bearbeiten]

Die Bauten des ehemaligen Klosters

Die abgegangene, ehemals fünfjochige, ungewölbte Kirche entsprach den Baugepflogenheiten des Ordens. An ihre Stelle trat ein 1974 bis 1975 errichteter Nordflügel, in den die südliche Hochwand und die Westwand der Klosterkirche sowie Reste der Wand der südlichen Seitenschiffs einbezogen sind. Der Chor war wohl gerade geschlossen. Erhalten ist auch das 1518 erhöhte, ursprünglich spitztonnengewölbte südliche Querhaus, über dessen nördlicher Kapelle 1573 ein Glockenturm errichtet wurde. Der Kreuzgang ist um 1656 neu errichtet worden und wurde 1975 restauriert. Im Ostflügel ist das Parlatorium erhalten. Der Westflügel wurde 1784 nach Plan von Ludwig Emanuel Zehender spätbarock erneuert.

Äbte[Bearbeiten]

Chronologische Reihenfolge der 39 geschichtlich erwähnten Äbte des Klosters Frienisberg [1] während des knapp 400-jährigen Bestehens des Klosters Frienisberg.

  • Hesso, 1146-(ca.)1160
  • L(udwig?), 1182
  • Rudolf, 1208
  • Hartmann, 1224-1231
  • Konrad, 1236. 1241.
  • Heinrich I., 1247(1249)-1251
  • Ulrich von Frohburg 1255-1269
  • Kuno von Lobsigen, 1270 Sept.
  • Bertold, 1271 Feb.
  • (Ulrich, 1275?)
  • Rudolf von Hauenstein, 1275 Dec.
  • Ulrich von Thun, 1282-1285
  • Jakob, 1286
  • Heinrich II, 1287-1289
  • Julian
  • Kuno, 1290-1304
  • Johannes I., 1305-1307 Feb.
  • Konrad, 1307(Ap.)-1316
  • Ulrich von Lobsigen, 1317-1330
  • Johann II. von Aarberg, 1331-1336
  • Heinrich III., 1340-1344
  • Christian, 1345
  • Ulrich, 1349 April.
  • Johann III., 1349 Juni.
  •  ? Franz, 1354
  • Peter I., 1357
  • Jordan, 1360-1362
  • Heinrich, 1367
  • Johann IV. Strubo, 1370
  • Rudolf von Wattwiler, 1374-1379
  • Otto von Münsingen, 1379-1380
  • Humpis (Huntpeis), 1399-1407
  • Peter II. von Münsigen, 1408-1426
  • Rudolf Böckli, 1438-1442
  • Vincenz, 1447-1451
  • Ludwig von Mörsburg, 1451-1481
  • Peter Heldwerth, 1484-1512
  • Urs Hirsinger, 1513-1528

Literatur[Bearbeiten]

  • Bernhard Schmid: Das Cistercienserkloster Frienisberg (Aurora) und seine Grundherrschaft von seiner Gründung im Jahre 1138 bis zum Ausgange des 13. Jahrhunderts, Bern 1936.
  • Bernhard Schmid: Ein Antiphonar des XIV. Jahrhunderts aus Frienisberg. In: Berner Zeitschrift für Geschichte und Heimatkunde, Nr. 20 (1958)Digitalisat
  • Kathrin Utz Tremp: Frienisberg im Historischen Lexikon der Schweiz

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Reihenfolge der Äbte von Frienisberg On-Line auf SEALS, digitalisierte Zeitschriften - Quelle: Anzeiger für schweizerische Geschichte, Band 8, Seite 409

Weblinks[Bearbeiten]

 Commons: Kloster Frienisberg – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien