Kloster Hohenwart

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Stich des Klosters von Anton Wilhelm Ertl aus dem "Churbaierischen Atlas" 1687
Innenaufnahme der ehemaligen Klosterkirche

Das Kloster Hohenwart ist ein ehemaliges Kloster der Benediktinerinnen in Hohenwart in Bayern in der Diözese Augsburg.

Geschichte[Bearbeiten]

Das Kloster wurde 1074 durch Graf Ortolf und seine Schwester Wiltrudis (wahrscheinlich aus dem Hause Andechs) gegründet. Es wurde 1803 im Zuge der Säkularisation aufgelöst. Das Kloster fand keinen Käufer, deshalb konnten die Nonnen weiter dort wohnen. Es befindet sich seit 1876 im Besitz der Regens-Wagner-Stiftungen Dillingen unter der örtlichen Leitung der Dillinger Franziskanerinnen. Aus der Zeit des Benediktinerinnenkloster sind wertvolle Zeugen erhalten: Die Bayerische Staatsbibliothek in München birgt neben einem kostbaren Evangeliar, genannt Goldenes Buch von Hohenwart mit Schrift ab 1100 und Miniaturen von 1230 weitere 70 wertvolle Bücher aus Kloster Hohenwart.

Die altehrwürdige romanische Basilika fiel 1895 einem Brand zum Opfer. Noch heute weisen auf die romanische Baugestalt hin: die Peterskapelle, - 1230 als Stifter-Grablege gebaut - mit der beeindruckenden romanischen Säule, sowie der Kreuzgang und das romanische Kellergewölbe. Ein besonderes Kleinod ist die im Rokokostil (1739) umgebaute Kloster-Apotheke mit der filigranen Stuckdecke, deren figürliche Darstellungen auf die klösterliche Heilkunst hinweisen. Besonders interessant ist das Stuckrelief, das Christus als den wahren Apotheker zeigt.

Heute befindet sich im ehemaligen Benediktinerinnenkloster das regionale Zentrum der Behindertenhilfe Regens Wagner Hohenwart.

Etwa 11.000 Menschen mit unterschiedlichen Beeinträchtigungen finden in Hohenwart, Schrobenhausen, Pfaffenhofen breite, differenzierte und regionale Unterstützungsleistungen vor aus ambulanten, teilstationären und stationären Angeboten in allen Altersstufen und vielfältigen Lebenssituationen.

Panoramabild[Bearbeiten]

Literatur[Bearbeiten]

  • A. T. Kluck: Das Kloster Hohenwart und seine Heiligthümer. Verlag Hickl, Schrobenhausen 1880.
  • Hans Purchart: Das alte Benediktinerinnen-Kloster Hohenwart, seine Stifterfamilie und das „Goldene Buch“. Verlag des Landratsamts, Pfaffenhofen/Ilm 1983.

Weblinks[Bearbeiten]

48.59740555555611.375802777778Koordinaten: 48° 35′ 51″ N, 11° 22′ 33″ O