Kloster Kreuzberg

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Gesamtanlage Kloster Kreuzberg
Klosterkirche

Das Kloster Kreuzberg ist ein Kloster der Franziskaner-Observanten nahe der Stadt Bischofsheim an der Rhön in Unterfranken in der Diözese Würzburg.

Es liegt am Westhang des Kreuzbergs in der Rhön auf 864 m. Jährlich finden etwa 70–80 Wallfahrten aus ganz Franken zum Kreuzberg, dem „Heiligen Berg der Franken“, und zu seinem Kloster statt.[1] Es gibt eine Klosterwirtschaft mit Übernachtungsmöglichkeiten für bis zu 250 Personen. Insgesamt werden etwa 500.000 bis 600.000 Besucher im Jahr gezählt.[1]

Geschichte[Bearbeiten]

Klosteranlage im Winter
Ankunft einer Wallfahrergruppe
Hochaltar (1692) im Chor; Deckengemälde von Ludwig Hepp, Aschaffenburg: Stigmatisierung des Hl. Franziskus, 1910
12. Station des Kreuzweges
Kreuzweg, Station 5: Simon von Cyrene hilft Christus, das Kreuz zu tragen

Möglicherweise befand sich in vorchristlicher Zeit auf dem Kreuzberg eine heidnische Kultstätte. Der frühere Name Aschberg deutet auf kultische und religiöse Handlungen auf dem Berg zur Keltenzeit hin. Seit der Missionierung der Franken durch den Iroschotten St. Kilian und seinen Gefährten im Jahre 686 gilt der Kreuzberg als Heiliger Berg der Franken.

Der Kreuzberg gehörte seit dem Frühmittelalter territorial zum Fürstbistum Würzburg. Bevor es dort 1598 eine erste Kapelle gab, gab es schon um 1400 ein erstes Wallfahrerkreuz. Es wurde im Bauernkrieg zerstört. Fürstbischof Julius Echter von Mespelbrunn ließ 1582 die drei Kruzifixe errichten. Die Nachfolgemodelle in Stein von 1710 sind das Ziel der Kreuzberg-Wallfahrten.

Das der Kreuzerhöhung geweihte Kloster wurde durch die Würzburger Observantenprovinz der Franziskaner (Kloster Dettelbach) gegründet; gebaut wurde es 1681–1692 unter Fürstbischof Peter Philipp von Dernbach, 1684 wurde es Konvent und durch seither teilweise im Kloster Bischofsheim ansässige Franziskaner besiedelt. 1706 ließ Johann Philipp von Greiffenclau zu Vollrads den Fürstenbau errichten, 1710 den Kapellenkreuzweg mit Kreuzigungsgruppe und 1731 die alte Brauerei. Seitdem wird auf dem Kreuzberg Bier gebraut.

Das Kloster wurde 1803 im Gegensatz zu fast allen anderen in Bayern durch die Säkularisation nicht aufgehoben; lediglich die Wallfahrt wurde verboten, eine Regelung, die Ludwig I. nach dem Wiener Kongress, als Würzburg an Bayern fiel, wieder aufhob. Der Fortbestand des ursprünglich zum Aussterben bestimmten Klosters wurde durch Dekret vom 30. September 1826 gesichert.

Das historische Brauhaus wurde 1954 erneuert. Bier wird seit 1990/91 mit vollautomatisierten neuen Anlagen gebraut. Die zeitgenössische Variante der Wallfahrt zu den Heiligen Kreuzen liegt heute – neben rund 70 echten Fußwallfahrergruppen zu kirchlichen Festtagen und im Frühherbst – im Tourismus.

Klosterkirche[Bearbeiten]

Die Klosterkirche ist eine typische franziskanische Anlage ohne Turm, nur mit Dachreiter. Über dem Barockportal mit gesprengtem Giebel ist das dreiteilige Allianzwappen der Würzburger Fürstbischöfe Johann Gottfried von Guttenberg, Peter Philipp von Dernbach und Konrad Wilhelm von Wernau, der Bauherren der Kirche, angebracht.

Das Innere ist ein schlichter Saalbau mit vier Jochen, abgetrennt durch toskanische Pilaster, auf denen Kreuzgratgewölbe ruhen. Die Ausstattung entspricht im Wesentlichen dem Barock und dem Rokoko.

Der Hochaltar von 1692 hat die Kreuzigung Christi zum Thema, zwei Seitenaltäre sind als Pendants dazu gestaltet.

Ein weiterer Altar in einer Seitenkapelle ist Antonius von Padua gewidmet und stellt Szenen aus seinem Leben dar.

Die Kanzel birgt Holzplastiken bedeutender Franziskanerheiliger, darunter der Heilige Franziskus, Antonius von Padua, Bonaventura da Bagnoregio, Ludwig von Toulouse, Petrus von Alcantara, Bernhard von Siena und Johannes von Capistrano.

Die Orgel der Klosterkirche baute 2005 die Orgelbaufirma Hey in Urspringen, einem Ortsteil von Ostheim vor der Rhön. Das Instrument hat 29 Register (ein Vorabzug) auf zwei Manualen und Pedal. Die Spieltrakturen sind mechanisch, die Registertrakturen elektrisch.[2]

I Hauptwerk C–g3

1. Bourdon 16′
2. Principal 8′
3. Gedackt 8′
4. Salicional 8′
5. Octav 4′
6. Flöte 4′
7. Octav 2′
8. Quinte (aus Nr. 9) 11/3
9. Mixtur V 11/3
10. Trompete 8′
II Schwellwerk C–g3
11. Principal 8′
12. Bourdon 8′
13. Tibia 8′
14. Viola di Gamba 8′
15. Vox Coelestis 8′
16. Principal 4′
17. Traversflöte 4′
18. Quinte 22/3
19. Flageolett 2′
20. Terz 13/5
21. Mixtur IV
22. Horn 8′
23. Hautbois 8′
Tremulant
Pedal C–f1
24. Violonbass 16′
25. Subbass 16′
26. Octavbass 8′
27. Bourdon 8′
28. Octavbass 4′
29. Posaune 16′

Kreuzweg[Bearbeiten]

Der Weg zu den drei Wallfahrtskreuzen führt entweder über eine steinerne Treppenanlage oder über den Kapellenkreuzweg mit 14 Stationen. Er wurde 1710 errichtet und ist einer der ältesten seiner Art in Deutschland. Die Sandsteinfiguren stammen aus dem 18. Jahrhundert. 1870 waren sie, als sie verwitterten, vorübergehend durch gusseiserne Platten ersetzt worden. 1947 wurden die ursprünglichen Sandsteinreliefs restauriert und wieder eingesetzt. Die Gussreliefs sind heute an der Stützmauer der Kirche angebracht.

Klostergebäude[Bearbeiten]

Hierzu gehören der Wohntrakt für die Franziskaner mit Pilgerherberge, die Brauerei, die Gaststätte mit dem Fürstensaal sowie das Bruder-Franz-Haus (Touristeninformation, permanente Ausstellung zu Franz von Assisi, Filmsaal).

Brauerei[Bearbeiten]

Bierdeckel der Klosterbrauerei

Die Brauerei besteht seit dem Jahre 1731 und hat einen Jahresausstoß von 8500 Hektolitern.[3] Es werden die Sorten Dunkel, Pils, Hefeweizen und Weihnachts-Bock gebraut.

Literatur[Bearbeiten]

Weblinks[Bearbeiten]

 Commons: Kloster Kreuzberg – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Hey Orgelbau: Der Orgelneubau für die Wallfahrts- und Klosterkirche Kreuzberg/Rhön II/29; zuletzt abgerufen am 12. Februar 2012
  2. Informationen zur Brauerei auf bierfranken.eu

50.37079.9754Koordinaten: 50° 22′ 15″ N, 9° 58′ 31″ O