Kloster Neustadt am Main

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Doppelgrabmal des Ritters Voit von Rieneck und seiner Gattin (Bibra ?) († 1379 und † 1381) Kloster Neustadt am Main

Das Kloster Neustadt am Main ist heute ein Kloster der Missions-Dominikanerinnen in Neustadt am Main in Bayern in der Diözese Würzburg und liegt zwischen Lohr und Marktheidenfeld.

Geschichte[Bearbeiten]

Das erste Kloster in Neustadt am Main, damals Rorinlacha genannt, befand sich an der "Alten Statt". Es wurde entweder von Burkard, um 738, oder Megingaud, um 741, gegründet. Das erste Kloster im Tal wurde 1981/82 vom Bayerischen Landesamt für Denkmalpflege ausgegraben. Das zweite Benediktinerkloster im Tal von Neustadt am Main, an der Neuen Statt, wurde im Jahre 772, im Auftrag von Karl dem Großen, vom ehemaligen zweiten Bischof von Würzburg, Megingaud, gegründet. Es war seit 772 ein Königskloster. Es wurde 1803 im Zuge der Säkularisation aufgelöst. Das Kloster mit seiner umfangreichen Bibliothek kam in den Besitz des Fürsten Konstantin von Löwenstein-Wertheim-Rosenberg. Reste der Neustädter Klosterbibliothek, die der Fürst in seinem Kleinheubacher Schloss behalten hatte, erwarb die Universitätsbibliothek Würzburg 1985. 1857 brannten Klostergebäude und Kirche ab. 1960 wurde die Ruine gesprengt und 1961 wurde von den Missions-Dominikanerinnen (Dominikanerinnen der heiligen Katharina von Siena von Oakford/Natal) an gleicher Stelle eine neue Klosteranlage eingeweiht.

Klosterstudie[Bearbeiten]

Das Kloster nahm an der Klosterstudie teil. Laut ihren Ergebnissen leben Nonnen und Frauen der Allgemeinbevölkerung annähernd gleich lang, dicht gefolgt von Mönchen, die eine im Schnitt ein bis zwei Jahre kürzere Lebenserwartung haben als beide Frauengruppen. Deutlich abgeschlagen liegen die Männer der Allgemeinbevölkerung; sie leben im Schnitt sechs Jahre kürzer als Nonnen und Frauen der Allgemeinbevölkerung und bis zu viereinhalb Jahre kürzer als Mönche.[1][2]

Heraldik[Bearbeiten]

Verschiedene Wappen im Landkreis Main-Spessart zeigen mit der Wappenfigur noch heute den Einfluss der Benediktinerabtei Neustadt (Kloster Neustadt am Main). Das Zeichen im Schild ist von einem schwarzen Kreuzchen überhöhter schwarzer unzialer Großbuchstabe N.

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1.  Marc Luy: Warum Frauen länger leben. Erkenntnisse aus einem Vergleich von Kloster- und Allgemeinbevölkerung. In: Materialien zur Bevölkerungswissenschaft. Nr. 106, Bundesinstitut für Bevölkerungsforschung, Wiesbaden 2002, ISSN 0178-918X, S. 117 ff., DNB 965668789 (Zugl. Diplomarbeit 1998, online, abgerufen am 1. Februar 2012).
  2.  Marc Luy, H. Ehlers, H. Kahlert, G. Linke, D. Raffel, B. Rudlof, H. Trappe (Hrsg.): Geschlechterdifferenz – und kein Ende?. Sozial- und geisteswissenschaftliche Beiträge zur Genderforschung. 1. Auflage. Band 8, LIT Verlag, Berlin 2009, ISBN 978-3-8258-1647-6, 10 Jahre Klosterstudie – gewonnene Erkenntnisse und offene Fragen zu den Ursachen für die unterschiedliche Lebenserwartung von Frauen und Männern, S. 251-273 (online, abgerufen am 2. Februar 2012).

Weblinks[Bearbeiten]

49.93019.5703Koordinaten: 49° 55′ 48″ N, 9° 34′ 13″ O