Kloster Reinfeld

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Kloster Reinfeld
Lage DeutschlandDeutschland Deutschland
Schleswig-Holstein
Koordinaten: 53° 50′ N, 10° 29′ O53.83206132777810.479326247222Koordinaten: 53° 49′ 55″ N, 10° 28′ 46″ O
Ordnungsnummer
nach Janauschek
493
Gründungsjahr 1186
Jahr der Auflösung/
Aufhebung
1582
Mutterkloster Kloster Loccum
Primarabtei Kloster Morimond

Tochterklöster

keine

Kloster Reinfeld (Purus campus) war ein Zisterzienserkloster in Reinfeld in Holstein.

Geschichte[Bearbeiten]

Kloster Reinfeld wurde im Jahr 1186 auf Veranlassung von Graf Adolf III. von Holstein von Zisterziensermönchen aus dem Kloster Loccum als Kloster Reynevelde gegründet. Am 10. Mai 1189 unterzeichnet Kaiser Friedrich I. Barbarossa in Regensburg eine Gründungsurkunde. Im November 1190 zog der erste Abt Hartmannus mit 12 Mönchen in das provisorische Kloster ein, die endgültige Kirche wurde vermutlich erst 1236 geweiht.

Das Kloster entwickelte sich Dank der Weitsicht seiner Äbte rasch zu einem der reichsten und angesehensten Klöster in Norddeutschland mit umfangreichem Landbesitz bis hin in das Baltikum und wertvollen Beteiligungen an der Saline Lüneburg. Um 1440 gab es 60 Fratres (52 Priester und 8 Laienbrüder) im Kloster. Die Mönche legten zahlreiche Teiche an, welche sie zur Karpfenzucht nutzten. Die damals bis zu 60 Karpfenteiche reichten jedoch nicht aus, den Fischbedarf des Klosters zu decken, so dass zur Versorgung der Mönche zusätzlich noch größere Mengen Seefisch aus Lübeck hinzugekauft werden mussten. Das reiche Kloster verfügte über ein Stadthaus/Wirtschaftshof im benachbarten Lübeck, die An der Obertrave zwischen Marles- und Dankwartsgrube belegene Residenz Im Reinfeld. Auch politisch hatte es einigen Einfluss, da der Abt von den Lübecker Bischöfen und den Holsteiner Herzögen mit der Beurkundung von Verträgen beauftragt wurde.

Um 1440 verfasste Abt Friedrich den Abtsspiegel (Speculum Abbatis).

Während der Grafenfehde wurde das Kloster 1534 durch den Lübecker Feldherrn Marx Meyer gebrandschatzt. Gegen die Reformation erlangte Abt Otto 1554 vom Kaiser einen Schutzbrief. 1582 wurde das Kloster jedoch unter dem Abt Johann Kule an Herzog Hans den Jüngeren übergeben und säkularisiert. Der Herzog ließ die Klostergebäude abreißen und an derselben Stelle in der Zeit von 1599 bis 1604 ein fürstliches Schloss errichten. Dabei dienten dem Herzog von Schleswig-Holstein-Sonderburg die Überreste des Klosterkomplexes als Baumaterial. Die ansehnliche Klosterkirche wurde 1635 bei einem Dammbruch des gestauten Herrenteichs komplett zerstört. An ihrer Stelle wurde 1636 eine wesentlich kleinere Kirche auf dem Eichberg überflutungssicher errichtet.

Im Reinfeld (Stadthaus in Lübeck)

Der Lübecker Stadthof wurde für den Bau eines Luftschutzbunkers, der jedoch Formen des alten Gebäudes aufnimmt, 1938 abgerissen.

Äbte[Bearbeiten]

  • Hartmannus, 1190-
  • Hartwich von Reventlow, -1380 (Grabplatte an der Matthias-Claudius-Kirche)
  • Hildebrand, -1483 (Grabplatte in der Nordkapelle)
  • Johann IV., -1498 (Grabplatte in der Nordkapelle)
  • Marquard, -1506 (Grabplatte in der Nordkapelle)
  • Georgius, -1508 (Grabplatte an der Matthias-Claudius-Kirche)
  • Theoderich, -1526 (Grabplatte in der Nordkapelle)
  • Paulus, -1541 (Grabplatte an der Matthias-Claudius-Kirche)
  • Johann Kule, -1582

Siehe auch[Bearbeiten]

Literatur[Bearbeiten]

  • Martin Schröder: Kloster Reinfeld. Eine geistliche Institution im Umfeld der Hansestadt Lübeck (1186/90-1582). 2 Bände. Hrsg. v. Landesarchiv Schleswig-Holstein Gesellschaft für Schleswig-Holsteinische Geschichte, 2012
  • Dieter-Jürgen Mehlhorn: Klöster und Stifte in Schleswig-Holstein: 1200 Jahre Geschichte, Architektur und Kunst. 2007, S. 124ff.

Weblinks[Bearbeiten]

 Commons: Reinfeld Abbey – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien