Kloster Utstein

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Kloster Utstein auf Klosterøy

Das Kloster Utstein liegt in Norwegen in der Kommune Rennesøy nördlich von Stavanger in Rogaland. Das ehemalige Augustinerkloster war dem heiligen Laurentius geweiht und wurde auf der Insel Klosterøy, dem westlichen Teil der Insel Mosterøy errichtet. Es gehörte zum Bistum Stavanger. Sie ist heute die am besten erhaltene mittelalterliche Klosteranlage Norwegens[1] und ist mit der Olavsrose ausgezeichnet.

Geschichte.[Bearbeiten]

Gemälde des Klosters
Kloster Utstein

Zu Beginn der Geschichte von Utstein nimmt die Schlacht Harald Hårfagres am Hafrsfjord eine zentrale Stellung ein, denn da war Utstein definitiv einer der fünf Königshöfe Haralds in Südwestnorwegen. Utstein war gut befestigt und nicht leicht einzunehmen. Als aber Harald in der Schlacht am Hafrsfjord gesiegt hatte, war die Lage für die Herren von Utstein unhaltbar geworden, und sie mussten sich ergeben. Die Quellen berichten dann auch, dass Harald seither auf Utstein residiere, während sie von der Schlacht in der Vergangenheitsform berichten und dabei von Utstein noch keine Rede ist.[2]

Das Kloster wurde 1263 bis 1280, wahrscheinlich von Magnus Lagabøte errichtet. Die erste Erwähnung ist aus dem Jahr 1286 überliefert.[3]

In dem Augustinerkloster lebten etwa 20 bis 30 Mönche und doppelt so viele Laien für die Bewirtschaftung. Das Kloster hatte reiche Erträge und konnte bis zu 250 Menschen jährlich ernähren.

Kloster Utstein war befestigt. Es kam in den dreißiger Jahren des 14. Jahrhunderts zu einem ernsten Konflikt zwischen dem Bischof von Stavanger Eirik Ogmundsson und dem Abt Erik. Ihm wurde unmenschliche Härte gegenüber den Mönchen und Unterschlagen klösterlicher Kostbarkeiten zu Gunsten seiner Freunde und Verwandten vorgeworfen, was aber auch vom Bischof übertrieben dargestellt worden sein kann.[3] Zu Beginn des 16. Jahrhunderts kam es erneut zu einem Konflikt zwischen Bischof und Abt, der nun Henrik hieß. Die Truppen des Bischofs brachen mehrere Male in das befestigte Kloster. Beim ersten Mal konnte der Abt entkommen, aber kurze Zeit später kam der Bischof mit einem ganzen Heer und mit Kriegsmaschinen. Die Männer der Bischofs stiegen mit Leitern über die Mauer und brachen den Turm nieder. Der Abt schilderte später, er sei im Bett blutig geschlagen und gefesselt nach Stavanger gebracht worden, wo er um die 100 Tage gefangen gehalten wurde. Ein paar Jahre später wurde der Abt erneut gefangen genommen, diesmal von Vincens Lunge von der Bergenhus.[3]

Mit der Reformation wurde auch Utstein Kloster säkularisiert. Im 17. Jahrhundert wurde die Klosterkirche zur Gemeindekirche. Die Ausstattung aus dieser Zeit schufen der Maler Gottfried Hendtzschel und der Schnitzer Laurids Sknekker. Das Klostergut war 130 Jahre lang dänisches Krongut, schließlich unbewohnt und verfiel. 1706 kam das Anwesen für fast 200 Jahre in den Privatbesitz der Familie Garmann. 1750 zog der Justizrat und Vogt Christoffer Garmann ein. Die Gebäude wurden instand gesetzt und zum Teil stark umgebaut und wurde zu einer der schönsten Barockanlagen des Westlandes. 1885 übernahm der Pflegesohn und Verwandte von Børre Garmann, Eilert Garmann Schanche das Kloster. Der Chor der Kirche wurde 1899 staatliches Eigentum und wurde zusammen mit dem Turm etwa um 1900 restauriert. Die Klostergebäude dienten als Wohnhäuser und wurden in den 1950er- und 1960er-Jahren instand gesetzt.

Heute ist das Kloster im Besitz der Stiftung Kloster Utstein. Es beherbergt ein Museum und dient als Konferenz- und Konzertstätte.

Mittelalterliche Gebäudeteile[Bearbeiten]

Fenster in der Klosterküche

Die Kirche wurde über einem rechteckigen Grundriss mit den Innenmaßen von 7 x 37 Metern errichtet. Zwischen Kirchenschiff und Chor ist der Turm platziert, eine Gebäudeanordnung, die in Norwegen einzigartig ist. Der Grundriss der Turmes ist auch schmaler als der von Chor und Schiff. Im Bereich des Turmes befinden sich die Fundamente einer älteren Kirche von etwa 13 x 7 Metern Außenmaß. Dieser Vorgängerbau könnte im Zusammenhang mit dem Königshof gestanden haben. Der unterkellerte Ostflügel grenzt an den Chor der Klosterkirche. Im Erdgeschoss des Konvents liegen ein Gang und die Bibliothek. Eine Treppe direkt am Kirchenschiff führte zum Dormitorium, das sich vor dem Umbau im Obergeschoss des Ostflügels befand. Der ebenfalls unterkellerte Südflügel beherbergt den großen Speisesaal, das Refektorium, mit der angrenzenden Klosterküche. Alle Gebäude wurden hauptsächlich aus Speckstein (Kleberstein) errichtet, der auf den benachbarten Inseln abgebaut wurde.

Fußnoten[Bearbeiten]

Gerhard Fischer war für die Untersuchung und Restauration Mitte des 20. Jahrhunderts verantwortlich.

  1. Fischer S. 5.
  2. Haug S. 60.
  3. a b c Fischer S. 6.

Literatur[Bearbeiten]

  • Gerhard Fischer: Utstein Kloster. Stavanger 1959.
  • Eldbjørg Haug (Hrg): Utstein Kloster - og Klosterøys historie. 2005.

Weblinks[Bearbeiten]

 Commons: Utstein kloster – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

59.1030555555565.5905555555556Koordinaten: 59° 6′ 11″ N, 5° 35′ 26″ O