Kloster Vadstena

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Kloster Vadstena, im Vordergrund der Flügel für die Nonnen, im Hintergrund die Klosterkirche
Blick auf das Gewölbe im inneren der Kirche

Das Kloster Vadstena und die dazugehörige gotische Klosterkirche liegt in der Stadt Vadstena in der schwedischen Provinz Östergötland. Das 1595 säkularisierte Kloster war ein Doppelkloster des Erlöserordens.

Geschichte[Bearbeiten]

In der Stadt Vadstena wurde 1346 der Grundstein für ein Kloster gelegt, das von der Heiligen Birgitta geplant war und das Mutterkloster für den von ihr gegründeten Orden werden sollte. 1384, elf Jahre nach dem Tod der Heiligen Birgitta, wurde das Kloster eingeweiht. Es entwickelte sich zu einem geistlichen Zentrum und aufgrund von Schenkungen zum größten Grundbesitzer Schwedens. Das Kloster überlebte die Reformation bis 1595.

1369 begann man mit dem Bau der Klosterkirche. Gemäß den Anweisungen der Heiligen Birgitta sollte die Kirche einfach und ohne Schmuck errichtet werden. 1374 wurde ihre Tochter, die Heilige Katharina von Schweden, in der Nachfolge Birgittas neue Äbtissin des Klosters.

Die Kirche ist ein dreischiffiger gotischer Bau aus blaugrauem Kalkstein - daher auch der Name Blåkyrkan (Blaukirche). Der Chor der Nonnen lag im Osten, während der Chor der Mönche im Westen lag. Die Kirche konnte 1430 eingeweiht werden, aber es dauerte noch ein weiteres Jahrzehnt, bis sie endgültig fertig war. Bei Restaurierungen im 18. und 19. Jahrhundert wurde vor allem die Dachkonstruktion verändert.

Die Kirche war als Grabeskirche sehr beliebt und eine größere Anzahl mittelalterlicher Grabplatten sind bewahrt. Unter den dort Beigesetzten befindet sich die dänisch-schwedische Königin Philippa von England (1394–1430), eine große Wohltäterin des Konvents; sie ist auch auf einem der Kirchenfenster verewigt.[1]

Auch heute leben wieder Birgittinen in Vadstena, jedoch nicht im historischen Gebäude, sondern in einem Neubau mit eigener katholische Kirche in der Nähe des historischen Klostergeländes.

Varia[Bearbeiten]

Die Erzählung Sankt Brigittas Heiligtum, von Konrad Kümmel (1848–1936), veröffentlicht im II. Band seiner Reihe Sonntagsstille (Herder Verlag, Freiburg, 1906), rankt sich um das Kloster Vadstena.

Weblinks[Bearbeiten]

 Commons: Vadstena Monastery – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Anmerkungen[Bearbeiten]

  1. Königin Philippa als Wohltäter des Klosters Vadstena

58.45055555555614.891388888889Koordinaten: 58° 27′ 2″ N, 14° 53′ 29″ O