Kluft (Zunftkleidung)

aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie
Wechseln zu: Navigation, Suche
Dieser Artikel behandelt die Zunftkleidung/Zunftbekleidung. Anderen Bedeutungen unter Kluft.
Fremde Freiheitsbrüder in Zunftkleidung

Die Kluft (v. hebräisch qellippa: Schale, Rinde) ist die traditionelle Zunftkleidung oder Tracht eines Handwerksgesellen, insbesondere der Wandernden Gesellen während der Wanderjahre. Sie besteht aus:

  • einem Hut: Schlapphut mit breiter Krempe, Zylinder oder Koks, welcher immer schwarz ist.
  • der Staude: einem kragenlosen weißen Hemd
  • Hose, Weste mit acht weißen Perlmuttknöpfen vorne (für den 8-Stunden-Arbeitstag) und jeweils drei Knöpfen an den Ärmeln stellvertretend für drei Lehrjahre und drei Wanderjahre und dem Jackett mit sechs Perlmuttknöpfen (für die 6-Tage-Woche) aus Manchester (spezielle Webart des Cord), Pilot oder auch Samt eventuell mit Biesen (nur bei Schachtszugehörigkeit in der jeweiligen Farbe), die Farbe der Kluft nach Beruf (schwarz bei Holzberufen; hell, d. h. weiß oder braun bei Steinberufen; blau bei Metallberufen)
  • Schuhen oder Stiefeln, meistens schwarz, kann aber auch einfach dunkel sein
  • der Ehrbarkeit (ähnlich einer Krawatte oder einem Binder). An der Farbe der Ehrbarkeit kann die Zugehörigkeit des Gesellen zu einem Schacht erkannt werden. Freireisende tragen keine Ehrbarkeit
  • einen Ohrring, der gegebenenfalls mit Hammer und Nagel mit einem gezielten Schlag gestochen wird

[Bearbeiten] Literatur

  • Konrad Vanja: Ohrringträger in „Zivil“. In: Rolf Wilhelm Brednich, Heinz Schmitt (Hrsg.): Symbole. Zur Bedeutung der Zeichen in der Kultur. 30. Deutscher Volkskundekongreß in Karlsruhe vom 25. bis 29. September 1995. Waxmann Verlag, Münster 1997, ISBN 3-89325-550-8, S. 353–366.
  • Dieter Sinn, Renate Sinn: Der Alltag in Preußen. Societäts-Verlag, Frankfurt am Main 1991, ISBN 3-7973-0499-4, S. 69ff.

[Bearbeiten] Weblinks

Meine Werkzeuge
Namensräume
Varianten
Aktionen
Navigation
Mitmachen
Drucken/exportieren
Werkzeuge