Knananiten

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Die Knananiten oder Knanaya-Christen sind eine streng endogame Gruppierung innerhalb der Thomaschristen in Südindien und der Diaspora.

Geschichte[Bearbeiten]

Etwa um die Mitte des 4. Jahrhunderts zogen 72 Familien chaldäischer Judenchristen mit ihrem Führer, dem reichen Kaufmann Thomas von Kinayi (Kana) einem Bischof namens Uraha Mar Yousef und mehreren Klerikern aus ihrer persischen Heimat an die Pfefferküste nach Süd-Indien. Kynai oder Kana lag ca. 70 km südlich des heutigen Bagdad. Durch sie und ihre Geistlichen, die dem ostsyrischen (chaldäischen) Ritus folgten, kamen die Thomaschristen in Kontakt mit der Assyrische Kirche des Ostens. Cheraman Perumal, der Herrscher von Malabar, nahm die zugewanderten freundlich auf und gewährte ihnen das Recht sich in Kodungallur niederzulassen. Später erhielten sie fürstliche Privilegien, die auf Kupfertafeln festgehalten wurden. Da sie sich am Südufer des Flusses Periyar niederließen, wurden sie auch Südchristen ("Southists") genannt, während die einheimischen Christen, die am Nordufer lebten, als Nordchristen ("Northists") bezeichnet werden. Diese Unterscheidung existiert heute noch. Die in ihrer eigenen exklusiven Eparchie Kottayam lebenden Südchristen führen seit etwa 1990 die Selbstbezeichnung Knananiten.

Heutige Situation[Bearbeiten]

Es gibt heute in Indien ca. 300.000 knananitische Christen; 200.000 gehören zur syro-malabarischen Kirche, 100.000 zur Malankara syrisch-orthodoxen Kirche. In beiden Kirchen bilden die Knananiten eine streng endogame ethnische Gruppierung mit eigenen Bischöfen und eigenem Klerus. Diese Endogamie geht so weit, dass ein syro-malabarischer Knananite eine orthodoxe Knananitin heiraten kann, aber niemals eine nicht-knananitische Angehörige der eigenen syro-malabarischen Kirche. Um ihre ethnische Gruppierung rein zu halten, missionieren und evangelisieren die Knanatiten auch nicht - obwohl das eigentlich dem christlichen Missionsauftrag widerspricht. Es ist nicht möglich durch Konversion oder Beitritt Mitglied ihrer Gemeinschaft zu werden.

Für die katholischen Knananiten errichtete Papst Pius X. am 29. August 1911 exklusiv das Apostolische Vikariat Kottayam. Am 21. Dezember 1923 wandelte es Pius XI. unter Bischof Alexander Chulaparambil (1877–1951) zur regulären Diözese (Eparchie) um, Benedikt XVI. erhob es 2005 zur Erzeparchie.

Die syrisch-orthodoxe Knananiten-Diözese in Chingavanam wurde 1910 errichtet und 2007 von Patriarch Ignatius Zakka I. Iwas zum Erzbistum erhoben. Sie hat heute (2008) einen Erzbischof, Kyriakose Mar Sevarios, und drei Bischöfe, 117 Priester und 103 Pfarreien, davon 24 auswärtige.

Literatur[Bearbeiten]

Weblinks[Bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten]