Knittelsheim

aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie
Wechseln zu: Navigation, Suche
Wappen Deutschlandkarte
Wappen der Ortsgemeinde Knittelsheim
Knittelsheim
Deutschlandkarte, Position der Ortsgemeinde Knittelsheim hervorgehoben
49.1916666666678.2513888888889121Koordinaten: 49° 12′ N, 8° 15′ O
Basisdaten
Bundesland: Rheinland-Pfalz
Landkreis: Germersheim
Verbandsgemeinde: Bellheim
Höhe: 121 m ü. NHN
Fläche: 6,37 km²
Einwohner: 1020 (31. Dez. 2013)[1]
Bevölkerungsdichte: 160 Einwohner je km²
Postleitzahl: 76879
Vorwahl: 06348
Kfz-Kennzeichen: GER
Gemeindeschlüssel: 07 3 34 014
Adresse der Verbandsverwaltung: Schubertstraße 18
76756 Bellheim
Webpräsenz: www.knittelsheim.de
Ortsbürgermeister: Ulrich Christmann (CDU)
Lage der Ortsgemeinde Knittelsheim im Landkreis Germersheim
Wörth am Rhein Germersheim Zeiskam Ottersheim bei Landau Knittelsheim Bellheim Scheibenhardt Berg (Pfalz) Hagenbach Neuburg am Rhein Jockgrim Neupotz Hatzenbühl Rheinzabern Steinweiler Erlenbach bei Kandel Kandel (Pfalz) Winden (Pfalz) Vollmersweiler Freckenfeld Minfeld Leimersheim Kuhardt Rülzheim Hördt Schwegenheim Lingenfeld Freisbach Weingarten (Pfalz) Westheim (Pfalz) Lustadt Baden-Württemberg Frankreich Speyer Rhein-Pfalz-Kreis Neustadt an der Weinstraße Landkreis Südliche Weinstraße Landau in der PfalzKarte
Über dieses Bild

Knittelsheim ist eine Ortsgemeinde im Landkreis Germersheim in Rheinland-Pfalz. Sie gehört der Verbandsgemeinde Bellheim an.

Geographie[Bearbeiten]

Der Ort liegt zwischen Germersheim und Landau in der Pfalz. Zu Knittelsheim gehören auch die Wohnplätze Knittelsheimermühle, Am Hochweg und Im Obersand.[2]

Geschichte[Bearbeiten]

Eine frühe Besiedlung des heutigen Gemeindegebiets beweisen Funde aus der jüngeren Steinzeit, der Bronze- und Römerzeit. Am Gollenberg, südlich der heutigen Siedlung, wurde eine größere Ansiedlung und ein Gräberfeld nachgewiesen. In römischer Zeit wurde an dieser Stelle Ton gewonnen. Ein weiteres römisches Gräberfeld wurde in der Nähe der heutigen Straße Am Hochweg entdeckt.[3]

Knittelsheim wurde im Jahr 808 im „Weißenburger Codex Traditionum“ erstmals als Cnutilesheim als Ort im Speyergau urkundlich erwähnt.[4] Die Endung -heim lässt auf eine Gründung im 5. bis 6. Jahrhundert im Zuge der Fränkischen Landnahme schließen. Der erste Teil des Ortsnamens leitet sich wohl vom Namen Knutil ab – eine Verkleinerungsform von Knut.[5]

Der älteste schriftliche Nachweis einer Kirche in Knittelsheim stammt aus dem Jahr 1468. Mit Unterbrechungen war sie von 1556 bis etwa 1680 den Protestanten vorbehalten. Im Jahr 1705 fiel es gemäß der Kurpfälzischen Religonsdeklaration endgültig an die Katholiken. In den 1740er Jahren erhielten die Protestanten eine neue Kirche, die um 1827 abgerissen wurde. 1830/31 wurde wiederum ein neues, heute noch bestehendes Gotteshaus an anderer Stelle errichtet. Die katholische Kirche wurde 1832 „wegen Alters und Raummangels“ bis auf den Turm abgerissen. Der Architekt August von Voit war für den heutigen Bau (1833–1836 errichtet) verantwortlich.[6]

Einwohnerentwicklung[Bearbeiten]

Wenn nicht gesondert aufgeführt, ist die Quelle der Daten das Statistische Landesamt Rheinland-Pfalz.[7]

Jahr Einwohner
[8]1802 444
1815 591
1835 667
[9]1849 678
[9]1861 613
[10]1871 614
1905 597
Jahr Einwohner
1939 586
1950 708
1965 687
1970 657
1975 696
1980 696
1985 734
Jahr Einwohner
1990 734
1995 770
2000 883
2005 1.012
2010 1.012
2013 1.020

Religion[Bearbeiten]

Im Jahr 1835 hatte Knittelsheim 667 Einwohner, von denen 415 (62 %) katholisch und 252 (38 %) protestantisch waren.

2012 waren 61,3 Prozent der Einwohner katholisch und 24,2 Prozent evangelisch. Die übrigen gehörten einer anderen Religion an oder waren konfessionslos.[11]

Politik[Bearbeiten]

Gemeinderat[Bearbeiten]

Der Gemeinderat in Knittelsheim besteht aus 16 Ratsmitgliedern, die bei der Kommunalwahl am 25. Mai 2014 in einer personalisierten Verhältniswahl gewählt wurden, und dem ehrenamtlichen Ortsbürgermeister als Vorsitzenden.

Die Sitzverteilung im Gemeinderat:[12]

Wahl SPD CDU FWG Zik Gesamt
2014 1 7 5 3 16 Sitze
2009 1 7 5 3 16 Sitze
2004 1 7 3 1 12 Sitze
  • FWG = Freie Wählergruppe Knittelsheim e.V.
  • Zik = Wählergruppe Zukunft in Knittelsheim e.V.

Bürgermeister[Bearbeiten]

[13]

Jahr Bürgermeister
1801–1820 Daniel Schott
um 1827 Franz Gensheimer
1838–1849 Jakob Doll
1849–1866 Peter Schott
um 1867 Jean Avril
1870–1875 Johannes Herbott
1875–1897 Martin Kruppenbacher
1897–1900 Lorenz Metz
1900–1910 Georg Schott
1910–1914 Georg Jakob Muschler
1914–1919 Hermann Schott
Jahr Bürgermeister Partei
1919–1924 Carl Schott
1924–1933 Georg Trauth
1933–1935 Eugen Haas
1936–1942 Peter Schott
1943–1945 Heinrich Hoffmann1
1945–1946 Eugen Lutz1
1946–1952 Johann Böhm
1954–1956 Albert Eichmann
1956–1974 Hermann Böhm
1974–1999 Kurt Starck CDU
seit 1999 Ulrich Christmann CDU
1 kommissarisch

Wappen[Bearbeiten]

Die Wappenbeschreibung lautet: „In Silber drei vom Schildfuß aufsteigende grüne Schilfrohre mit braunen Schilfkolben, deren mittleres von den beiden äußeren, schrägrechts und -links überhöht wird, belegt mit einem blauen Hufeisen mit abwärts gekehrten Stollen, in das der mittlere Schilfkolben hineinwächst“.

Es wurde am 14. Dezember 1950 vom Mainzer Innenministerium genehmigt und geht zurück auf ein Siegel aus dem Jahr 1730. Ein bereits 1939 eingereichter Genehmigungsantrag kam kriegsbedingt nicht zur Durchführung.[14]

Knittelsheimer Mühle

Kultur und Sehenswürdigkeiten[Bearbeiten]

Bauwerke[Bearbeiten]

Knittelsheimer Mühle[Bearbeiten]

Die Knittelsheimer Mühle am Spiegelbach (Lage49.199798.25915) wurde in der zweiten Hälfte des 17. Jahrhunderts erbaut. Von 1768 bis 1898 war sie im Besitz der Familie Disqué, die insgesamt 12 Mühlen im Einzugsgebiet der Queich besaßen. Einige Jahre nachdem die Mühle von der Familie Disqué verkauft worden war, verlor sie ihre ursprüngliche Funktion. Heute fungiert das Anwesen als Restaurant und Landhotel.[15][16]

Regelmäßige Veranstaltungen[Bearbeiten]

  • Knittelsheimer Kerwe (Kirchweih), jährlich am ersten Oktoberwochenende, alle zwei Jahre Krönung des „Knillsemer Kätzel“
  • Flammkuchenfest (seit 1996), jährlich am Tag vor Johannis, mit Johannisfeuer

Verkehr[Bearbeiten]

Östlich der Gemeinde verläuft die Bundesstraße 9, die von Karlsruhe nach Speyer führt. Knittelsheim wird durch zwei Buslinien an die größeren Orte der Umgebung angebunden.

Persönlichkeiten[Bearbeiten]

Ehrenbürger[Bearbeiten]

  • Eduard Antoni (1914–1995), Pfarrer in Knittelsheim
  • Kurt Starck (* 1941), Bürgermeister in Knittelsheim

Siehe auch[Bearbeiten]

Bildergalerie[Bearbeiten]

Literatur[Bearbeiten]

  • Gemeinde Knittelsheim (Hrsg.): 1200 Jahre Knittelsheim, Knittelsheim 2008, ISBN 9783000247873

Weblinks[Bearbeiten]

 Commons: Knittelsheim – Sammlung von Bildern

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Statistisches Bundesamt – Gemeinden in Deutschland mit Bevölkerung am 31. Dezember 2013 (XLS-Datei; 4,0 MB) (fortgeschriebene amtliche Einwohnerzahlen auf Grundlage des Zensus 2011). (Hilfe dazu)
  2. Statistisches Landesamt Rheinland-Pfalz – Amtliches Verzeichnis der Gemeinden und Gemeindeteile, Seite 92 (PDF; 2,3 MB)
  3. 1200 Jahre Knittelsheim, S. 25 ff.
  4. suedpfalz-tourismus-vg-bellheim.de: Knittelsheim
  5. 1200 Jahre Knittelsheim, S. 11 ff.
  6. 1200 Jahre Knittelsheim, S. 71 ff.
  7. Statistisches Landesamt Rheinland-Pfalz: Knittelsheim
  8. 1200 Jahre Knittelsheim, S. 299 → Michael Frey: Versuch einer geographisch-historisch-statistischen Beschreibung des königlich bayerischen Rheinkreises, Band 1, 1836, S. 573. Expliziter Hinweis auf Falschangabe 344 statt 444 Einwohner, wie sie bspw. im Werk "Beamtenverzeichniß und Statistik des Königlich Bayerischen Regierungs-Bezirkes der Pfalz", 1863, auf S. XXI des Anhangs verzeichnet ist.
  9. a b Beamtenverzeichniß und Statistik des Königlich Bayerischen Regierungs-Bezirkes der Pfalz, 1863, S. XXI des Anhangs
  10. Ergebnisse der Volkszählung im Königreiche Bayern vom 1. Dezember 1871 nach einzelnen Gemeinden, 1873, S. 64
  11. Ewois, Stand: 31. Dezember 2012
  12. Der Landeswahlleiter Rheinland-Pfalz: Kommunalwahl 2014, Stadt- und Gemeinderatswahlen
  13. 1200 Jahre Knittelsheim, S. 273 f.
  14. Karl Heinz Debus: Das große Wappenbuch der Pfalz. Gräber, Neustadt an der Weinstraße 1988, ISBN 3-9801574-2-3., S. 100
  15. Carl Heupel, Peter Sinn: Die Knittelsheimer Mühle, in: 1200 Jahre Knittelsheim, S. 133 ff.
  16. Webseite Waldhaus Knittelsheimer Mühle