Knittlingen
| Wappen | Deutschlandkarte | |
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| Basisdaten | ||
| Bundesland: | Baden-Württemberg | |
| Regierungsbezirk: | Karlsruhe | |
| Landkreis: | Enzkreis | |
| Höhe: | 196 m ü. NN | |
| Fläche: | 26,33 km² | |
| Einwohner: |
7822 (31. Dez. 2011)[1] |
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| Bevölkerungsdichte: | 297 Einwohner je km² | |
| Postleitzahl: | 75438 | |
| Vorwahl: | 07043 | |
| Kfz-Kennzeichen: | PF | |
| Gemeindeschlüssel: | 08 2 36 033 | |
| Adresse der Stadtverwaltung: |
Marktstraße 19 75438 Knittlingen |
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| Webpräsenz: | ||
| Bürgermeister: | Heinz-Peter Hopp | |
| Lage der Stadt Knittlingen im Enzkreis | ||
Knittlingen ist eine Stadt im Enzkreis in Baden-Württemberg, etwa 20 km nördlich von Pforzheim und 30 km östlich von Karlsruhe, am Rande des Kraichgaus im Naherholungsgebiet Stromberg.
Inhaltsverzeichnis |
Geografie[Bearbeiten]
Geografische Lage[Bearbeiten]
Knittlingen liegt am Übergang des Kraichgaus in den Stromberg.
Nachbargemeinden sind von Nord nach Süd: Oberderdingen, Bretten (beide Landkreis Karlsruhe), Neulingen, Ölbronn-Dürrn, Maulbronn und Sternenfels (alle Enzkreis).
Stadtgliederung[Bearbeiten]
Die Stadt Knittlingen besteht aus den drei Stadtteilen Stadt Knittlingen, Freudenstein-Hohenklingen und Kleinvillars. Die Stadtteile sind räumlich identisch mit den früheren Gemeinden mit entsprechenden Namen, ihre offizielle Benennung erfolgt in der Form „Knittlingen, …“. Die Stadtteile bilden zugleich Wohnbezirke im Sinne der baden-württembergischen Gemeindeordnung. Im Stadtteil Freudenstein-Hohenklingen ist eine Ortschaft im Sinne der baden-württembergischen Gemeindeordnung mit eigenem Ortschaftsrat und Ortsvorsteher als dessen Vorsitzender eingerichtet.[2]
Zum Stadtteil Freudenstein-Hohenklingen gehören die Dörfer Freudenstein und Hohenklingen, die beide zusammengewachsen sind. Zum Stadtteil Kleinvillars gehört das Dorf Kleinvillars. Zum Stadtteil Knittlingen gehören die Stadt Knittlingen, das Gehöft Büschlehof und die Häuser Pflegmühle und Störrmühle. Im Stadtteil Knittlingen liegen die Wüstungen Weisach, Oberhofen und Altenhofen.[3]
siehe auch Burg Freudenstein
Geschichte[Bearbeiten]
Der in fränkischer Zeit gegründete Ort ist für das Jahr 843 als „Cnudelingen“ urkundlich erwähnt. Aus dem Besitz verschiedenster geistlicher und weltlicher Herrschaftsträger, darunter auch der Markgrafschaft Baden, kristallisierte sich das Kloster Maulbronn schließlich als alleiniger Inhaber heraus.
Im Jahr 1490 richtete der römisch-deutsche König und spätere Kaiser Maximilian I. die erste regelmäßig betriebene Postroute Europas zwischen Innsbruck und den Niederlanden ein. Knittlingen ist 1495 und 1499 als Poststation belegt. 1499 als Poststation aufgegeben, wurde es 1563 erneut Station und ersetzte Diedelsheim bei Bretten. Die Postverbindung brachte viel Leben in die Kleinstadt.
Die Stadt wurde 1360, 1632 und 1692 jedes mal vollständig zerstört und hatte auch sonst durch Belagerungen, Brände, Plünderungen viel zu leiden. Pfalzgraf Philipp zog von hier am 10. Mai 1534 mit seinen Truppen nach Lauffen und bezog im dortigen Wiesental und auf den Seugbergen Lager. 1632 wurde Knittlingen im Dreißigjährigen Krieg durch Truppen des Kaiserlichen Generals Ernesto Montecuccoli niedergebrannt. Die wichtige Handelsstraße von Frankfurt am Main über Speyer nach Cannstatt führte mitten durch Knittlingen.
Knittlingen gehörte dem Kloster Maulbronn an und somit seit Anfang des 16. Jahrhunderts zu Württemberg. Knittlingen erhielt 1840 offiziell das Stadtrecht verliehen. Ab 1806 gehörte Knittlingen – wie seine beiden Stadtteile – zum Oberamt Maulbronn und von 1938 bis 1972 zum Landkreis Vaihingen. Seit der Auflösung dieses Landkreises gehört Knittlingen zum Enzkreis im Regierungsbezirk Karlsruhe.
Räumliche Entwicklung des Gemeindegebietes[Bearbeiten]
Die heutige Stadt wurde am 9. August 1975 durch Vereinigung der Stadt Knittlingen und der Gemeinde Freudenstein neu gebildet. Bereits am 15. Februar 1972 wurde die bis dahin selbstständige Gemeinde Kleinvillars nach Knittlingen eingemeindet. Großvillars, das bis 1972 teilweise zu Knittlingen gehörte, kam im selben Jahr an die Gemeinde Oberderdingen.
Religionen[Bearbeiten]
Das religiöse Leben in Knittlingen ist sehr vielfältig. Neben drei für die verschiedenen Ortsteile zuständigen
- Evangelischen Gemeinden und einem
- Römisch-katholischen Pfarramt Heilig Geist sind auch die
- Evangelisch-methodistische Kirche und die
- Neuapostolische Kirche (diese mit zwei Gemeinden) vertreten.
- Kirchengemeinde Knittlingen
Eine Kirche wird bereits 1148 erstmals erwähnt. 1422 wird sie St. Georgskirche genannt. Sie lag außerhalb der Stadt und war wohl früh Pfarrkirche für Knittlingen, Diefenbach und Freudenstein sowie für Maulbronn. 1289 war sie dem Kloster Maulbronn inkorporiert. Nach Zerstörung der Kirche wurde diese im 18. Jahrhundert abgetragen. In der Stadtmitte bestand eine Kapelle, die der Muttergottes sowie Johannes dem Täufer und Johannes Evangelist geweiht war. Sie wurde nach der Reformation evangelische Hauptkirche der Stadt. Das Schiff und der Turm stammt aus dem 13. Jahrhundert, der Chor ist spätgotisch.
- Kirchengemeinde Freudenstein
Die Kirchengemeinde Freudenstein (etwa 1.000) umfasst die Stadtteile Freudenstein und Hohenklingen der Stadt Knittlingen. Die Kirche St. Gallus (so ab 1601) war weißenburgisches Lehen. Die heutige Kirche wurde 1753 erbaut. Im Stadtteil Hohenklingen gibt es eine spätgotische Filialkirche.
- Kirchengemeinde Kleinvillars
Die Kirchengemeinde Kleinvillars umfasst den Stadtteil Kleinvillars der Stadt Knittlingen. Der Ort ist eine Waldensersiedlung, die ab 1699 auf Gemarkungen der Stadt Knittlingen und der Gemeinde Ölbronn entstand. Eine Kirche wurde erst 1737 erbaut. Politisch bildete Kleinvillars bis 1826 eine Gemeinde mit dem benachbarten Großvillars, wurde dann selbständige Gemeinde. Die zunächst reformierte Kirchengemeinde Kleinvillars wurde Anfang des 19. Jahrhunderts in die württembergische Landeskirche eingegliedert. Seit 1876 wird der Ort von der Nachbarpfarrei Ölbronn betreut.
Einwohnerentwicklung[Bearbeiten]
- 1500: etwa 2000
- 2005: 7614
- 2007: 7700
- 03/2009: 7927
- 12/2010: 7718
Politik[Bearbeiten]
Gemeinderat[Bearbeiten]
Die Kommunalwahl am 13. Juni 2004 ergab folgende Sitzverteilung:
| CDU | 38,5 % | -1,3 | 9 Sitze | ±0 |
| SPD | 28,6 % | -6,3 | 7 Sitze | -1 |
| ALK | 17,2 % | +6,3 | 4 Sitze | +2 |
| PWV | 15,6 % | +1,4 | 3 Sitze | ±0 |
Wappen[Bearbeiten]
Die Blasonierung des Wappens lautet: „In Silber ein goldener Abtsstab, beheftet mit zwei schräggekreuzten schwarzen Knitteln.“
Partnerschaften[Bearbeiten]
Knittlingen unterhält seit 11. Juni 2010 Partnerschaften mit
- Benaojan (Andalusien) Spanien
- Montejaque (Andalusien) Spanien
Wirtschaft und Infrastruktur[Bearbeiten]
Knittlingen ist ein Weinbauort mit der Lage Reichshalde. Ein großes Gewerbegebiet an der B 35, Ausfahrt Knittlingen-Mitte, ist in Bebauung.
Knittlingen ist Dienstleistungszentrum für den Nordwest-Enzkreis. Es befinden sich dort zahlreiche Ärzte, Zahnärzte, Apotheken, Banken und Versicherungsagenturen. Des Weiteren sind auch zahlreiche Geschäfte und Discounter im Ort.
Wichtigste Verkehrsanbindung ist die Bundesstraße 35 (Illingen - Germersheim), Teil der ehemals geplanten Bundesautobahn 80.
Des Weiteren bestehen folgende zusätzliche Verkehrsanbindungen:
- B293 Heilbronn - Pfinztal in Bretten (Richtung Pfinztal) und in Oberderdingen (Richtung Heilbronn).
- B294 Bretten - Freiburg im Breisgau in Neulingen.
Autobahnanbindung[Bearbeiten]
A 8 Pforzheim-Nord (Richtung Osten), (etwa 12 km)
A 5 Bruchsal (Richtung Norden und Westen), (etwa 20 km)
A 5 Karlsruhe-Nord (Richtung Süden), (etwa 20 km)
Bahn[Bearbeiten]
Im Stadtteil Kleinvillars befindet sich der Bahnhaltepunkt Knittlingen-Kleinvillars. Er liegt an der württembergischen Westbahn und wird von der Linie S 9 der Stadtbahn Karlsruhe bedient.
Knittlingen gehört zum Verkehrsverbund Pforzheim-Enzkreis (VPE); aus und ins KVV-Gebiet gelten auch KVV-Fahrkarten.
Bildung[Bearbeiten]
Knittlingen ist Schulzentrum für den Nordwestlichen Enzkreis. Mit der Dr.-Johannes-Faust-Schule gibt es eine Grund-, Haupt- und Realschule. Somit besuchen Schüler aus Maulbronn, Ölbronn-Dürrn, Sternenfels, Neulingen, Ötisheim, Kieselbronn und sogar aus Oberderdingen das Knittlinger Schulzentrum. Im Ortsteil Freudenstein gibt es eine weitere Grundschule. Daneben gibt es fünf Kindergärten (zwei gemeindliche, zwei evangelische und einen römisch-katholischen Kindergarten).
Kultur und Sehenswürdigkeiten[Bearbeiten]
Museen[Bearbeiten]
In Knittlingen befinden sich heute ein umfangreiches Faust-Archiv und ein Faust-Museum.
Bauwerke[Bearbeiten]
- Faustmuseum (Altes Rathaus)
- Steinhaus
- St. Leonhardskirche
- Kirchplatz
Veranstaltungen[Bearbeiten]
- Alle zwei Jahre findet in der historischen Marktstraße das Fauststadtfest statt.
- Am 11. August 2007 fuhr durch Knittlingen die Deutschlandtour. Dort fand auch eine Zwischenzeitnahme statt.
Persönlichkeiten[Bearbeiten]
Nach nicht gesicherten Quellen ist Knittlingen der Geburtsort des wandernden Magiers, Alchimisten und Wahrsagers Dr. Johann Georg Faust.[4]
In Knittlingen wurde die erfolgreiche Schlagerband Die Flippers gegründet. Knittlingen ist Wohnsitz der Bandmitglieder Manfred Durban und Bernd Hengst.
Söhne und Töchter der Stadt[Bearbeiten]
- Stephanus Gerlach (1546–1612), evangelischer Theologe und Prediger
- Friedrich Winker (1883–1942), Politiker (SPD), Landtagsabgeordneter von 1919 bis 1933
- Eduard Leuze (1906–1973), FDP- und DVP-Politiker, MdB, MdL (Baden-Württemberg), baden-württembergischer Wirtschaftsminister
- Adolf Steinhofer (1908-1990), Chemiker, Vorstandsvorsitzender der BASF AG
Weitere Persönlichkeiten, die mit der Stadt in Verbindung stehen[Bearbeiten]
- Bernd Hengst (geb. 1947, ehem. Mitglied der Musikband Die Flippers), wohnhaft in Knittlingen
- Manfred Durban (geb. 1942, ehem. Mitglied der Musikband Die Flippers), wohnhaft in Knittlingen
- Sebastian Kienle (geb. 1984), deutscher Triathlet
Einzelnachweise[Bearbeiten]
- ↑ Statistisches Bundesamt – Gemeinden in Deutschland nach Bevölkerung am 31.12.2011 auf Grundlage des Zensus 2011 und früherer Zählungen (XLS-Datei; 2,0 MB) (Einwohnerzahlen auf Grundlage des Zensus 2011) (Hilfe dazu)
- ↑ Hauptsatzung der Stadt Knittlingen vom 15. Dezember 1980 zuletzt geändert am 18. Oktober 1995
- ↑ Das Land Baden-Württemberg. Amtliche Beschreibung nach Kreisen und Gemeinden. Band V: Regierungsbezirk Karlsruhe Kohlhammer, Stuttgart 1976, ISBN 3-17-002542-2. S. 543–545
- ↑ Hans-Ulrich Stoldt: Der Mogeldoktor auf Spiegel Online vom 29. September 2009 [1].
Weblinks[Bearbeiten]
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