Knollen-Beinwell

aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie
Wechseln zu: Navigation, Suche
Knollen-Beinwell
Symphytum bulbosum 2006.03.30 12.28.51-p3300049.jpg

Knollen-Beinwell (Symphytum bulbosum)

Systematik
Euasteriden I
Familie: Raublattgewächse (Boraginaceae)
Unterfamilie: Boraginoideae
Tribus: Boragineae
Gattung: Beinwell (Symphytum)
Art: Knollen-Beinwell
Wissenschaftlicher Name
Symphytum bulbosum
Schimp.

Der Knollen-Beinwell oder Kleinblütige Beinwell (Symphytum bulbosum) ist eine Pflanzenart aus der Familie der Raublattgewächse (Boraginaceae). Sie ist im Mittelmeergebiet beheimatet und nur an wenigen Stellen in Südwestdeutschland eingebürgert.

Beschreibung[Bearbeiten]

Der Knollen-Beinwell wächst als ausdauernde krautige Pflanze mit Wuchshöhen zwischen 15 und 50 Zentimeter. Die Pflanzen treiben Ausläufer. Als Überdauerungsorgane sitzen an den dünnen Rhizomen rundliche Knollen, die zum Trivialnamen Knollen-Beinwell und Artepitheton bulbosum geführt haben. Im Gegensatz zum Gemeinen Beinwell laufen die rau behaarten, ovalen und lanzettlich zugespitzten Laubblätter nicht am Stängel hinab.

Die Blütezeit liegt in Mitteleuropa zwischen Mai und Juni, im Mittelmeergebiet beginnt sie ab März. Die Blüten sind etwa 1 Zentimeter lang. Die Kronblätter sind blass-gelb. Die Schlundschuppen, die man bei vielen Raublattgewächsen findet, sind hier weiß und ragen aus der Blütenkrone hervor. Der sehr ähnliche Knoten-Beinwell besitzt größere Blüten, aus denen die Schlundschuppen nicht hervorragen.

Vorkommen und Gefährdung[Bearbeiten]

Der Knollen-Beinwell kommt vor allem im nordöstlichen Mittelmeergebiet und am Balkan vor. Im Westen geht ihr Areal bis Südfrankreich, Korsika und Sardinien, im Süden bis in die Türkei. In Deutschland kommt er eingeschleppt nur an wenigen Stellen in Baden-Württemberg vor. In Österreich besiedelt er als eingebürgerte Art alle Bundesländer[1].

Der Knollen-Beinwell gedeiht auf frischen, nährstoffreichen und meist kalkarmen, sandigen oder reinen Ton- oder Lehmböden an warmen, halbschattigen Standorten an Waldrändern, in der Nähe von Flüssen oder Bächen, in Parks oder in Gärten.

In Baden-Württemberg ist der Knollen-Beinwell in der Roten Liste gefährdeter Pflanzenarten als gefährdet geführt[2].

Quellen[Bearbeiten]

  •  Erich Oberdorfer: Pflanzensoziologische Exkursionsflora. Unter Mitarbeit von Theo Müller. 7., überarbeitete und ergänzte Auflage. Eugen Ulmer, Stuttgart (Hohenheim) 1994, ISBN 3-8252-1828-7.
  • Werner Rothmaler: Exkursionsflora für die Gebiete der DDR und der BRD. Band 2: Gefäßpflanzen, 14. Auflage. Volk und Wissen, Berlin 1988, ISBN 3-060-12539-2
  • Otto Schmeil, Jost Fitschen, Werner Rauh: Flora von Deutschland und seinen angrenzenden Gebieten. 84. Auflage, Quelle & Meyer, Heidelberg 1968.

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1.  Manfred A. Fischer, Karl Oswald, Wolfgang Adler: Exkursionsflora für Österreich, Liechtenstein und Südtirol. 3. verbesserte Auflage. Land Oberösterreich, Biologiezentrum der Oberösterreichischen Landesmuseen, Linz 2008, ISBN 978-3-85474-187-9, S. 695.
  2. Verschollene und gefährdete Pflanzen in Baden-Württemberg Rote Liste der Farne und Blütenpflanzen (2. Fassung. Stand 1. Mai 1983); Internetbearbeitung: 19. April 1997, Stephan Schöbel.

Weblinks[Bearbeiten]

 Commons: Knollen-Beinwell (Symphytum bulbosum) – Album mit Bildern, Videos und Audiodateien

Knollen-BeinwellKnollen-Beinwell. In: FloraWeb.de.