Knowing – Die Zukunft endet jetzt

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Filmdaten
Deutscher Titel Knowing – Die Zukunft endet jetzt
Alternative Schreibweise:
Know1ng – Die Zukunft endet jetzt
Originaltitel Knowing
Knowing-logo.svg
Produktionsland Vereinigte Staaten,
Vereinigtes Königreich
Originalsprache Englisch
Erscheinungsjahr 2009
Länge Kino: 122 Minuten
DVD: 117 Minuten
Altersfreigabe FSK 12
Stab
Regie Alex Proyas
Drehbuch Ryne Douglas Pearson
Juliet Snowden
Stiles White
Produktion Steve Tisch
Jason Blumenthal
Todd Black
Alex Proyas
Musik Marco Beltrami
Kamera Simon Duggan
Schnitt Richard Learoyd
Besetzung
Synchronisation

Knowing – Die Zukunft endet jetzt (Originaltitel: Knowing) ist ein Endzeit-Mystery-Thriller aus dem Jahr 2009 von Regisseur Alex Proyas mit Nicolas Cage in der Hauptrolle.

Handlung[Bearbeiten]

Am 13. Oktober 1959 wird zur Einweihungsfeier der William-Dawes-Grundschule in Lexington − auf Anregung der Schülerin Lucinda Embry − eine Zeitkapsel vergraben. Darin enthalten sind Zeichnungen der Schüler, die aufgefordert wurden, Bilder zu malen, auf denen zu sehen ist, wie sie sich die Zukunft vorstellen.

Als die Zeitkapsel anlässlich der 50-Jahrfeier der Grundschule im Jahr 2009 wieder geöffnet wird, werden die Zeichnungen unter den dortigen Schülern verteilt. Die Aufzeichnungen von Lucinda, die inzwischen gestorben ist, erhält der junge Caleb Koestler, der in seinem Umschlag jedoch statt eines Bildes ein Blatt mit endlosen Zahlenreihen vorfindet. Als er das Blatt in die Hände nimmt, sieht er in einiger Entfernung einen mysteriösen Mann stehen, der ihn ansieht. Calebs Vater John, ein Astrophysiker am MIT, stößt auf dem Blatt durch Zufall auf die Zahlenreihe „911012996“, welche er als Datum mit den Anschlägen vom 11. September 2001 und deren offizieller Opferzahl „2996“ in Verbindung bringt. Dies spornt ihn zu weiteren Recherchen an, in deren Folge er aus den Zahlenreihen alle größeren Katastrophen der letzten 50 Jahre erkennt. Zwischen den entzifferten Zahlen liegen noch weitere Ziffernfolgen, die er jedoch bislang nicht deuten kann.

John berichtet seinem Kollegen Phil von seiner Entdeckung. Dieser ist jedoch skeptisch und glaubt, dass seine Theorie durch Apophänie verursacht wird. Als sich John am Datum der nächsten vorhergesagten Katastrophe mit seinem Auto auf dem Weg zur Schule seines Sohnes befindet und in einen Stau gerät, bemerkt er beim Betrachten seines Navigationsgeräts, dass es sich bei den bislang ungeklärten Zahlen um geografische Koordinaten handeln könnte. Dieser Theorie zufolge befindet er sich direkt am nächsten Unglücksort. Kaum steigt er aus dem Auto, um den Grund für den sich stauenden Verkehr herauszufinden, stürzt ein Flugzeug in unmittelbarer Nähe ab. Als er nach Hause kommt, muss er feststellen, dass auch die Opferzahl dieses Unglücks mit der Vorhersage übereinstimmt. Er ist sich nun sicher, Datum und Ort des nächsten Unglücks vorhersagen zu können. Angeheizt durch Meldungen in den Medien, glaubt er an einen Terroranschlag und warnt die Behörden anonym vor Terroristen in Manhattan. Als er selbst dort ankommt, verfolgt er einen Mann, den er für verdächtig hält, der sich jedoch als gewöhnlicher Ladendieb entpuppt. Kurz darauf tritt die vorhergesagte Katastrophe in Form eines technischen Defekts ein, der eine U-Bahn entgleisen lässt.

Etwa zur selben Zeit scheinen schwarz gekleidete, mysteriöse Männer immer wieder seinen Sohn Caleb zu bedrohen. Genauso wie schon die damalige Schülerin Lucinda kann er deren flüsternde Stimmen hören. John sucht Lucindas Tochter Diana auf. Auch Dianas Tochter Abby hat Kontakt zu den schwarzen Männern, die sie wegen ihrer Art zu sprechen „Flüstermenschen“ nennt.

Die letzten Zeichen der Liste bestehen aus zwei spiegelverkehrten „E“. Erst können sie nichts damit anfangen, doch als John zusammen mit Diana das verlassene Haus der verstorbenen Lucinda aufsucht, erkennen sie, dass es sich um eine Abkürzung für everyone else („alle anderen“) handelt und die Opferzahl somit die gesamte Menschheit wäre. Die bei allen anderen Prophezeiungen vorhandenen Koordinaten fehlen jedoch.

John findet heraus, dass es sich beim letzten auf dem Papier aufgeführten Unglück um eine gewaltige Sonneneruption handelt, welche die schützende Ozonschicht zerstören und jegliches Leben auf der Erde vernichten wird. Nachdem diese Theorie auch von anderen Wissenschaftlern bestätigt und veröffentlicht worden ist und die Regierung die Bürger dazu aufgefordert hat, sich möglichst unter der Erde in Sicherheit zu bringen, bricht im ganzen Land Panik aus. Es kommt zu gewalttätigen Auseinandersetzungen und Plünderungen.

John findet die letzten von Lucinda hinterlassenen Koordinaten, die auf den Ort ihres Hauses im Wald, abseits der großen Städte, verweisen, und glaubt, dass alle vier dort Rettung finden. Doch Diana flieht mit den beiden Kindern, um sich in Berghöhlen zu verstecken, die sie aus ihrer Kindheit kennt. An einer Tankstelle entführen die „Flüstermenschen“ die beiden Kinder. Bei der Verfolgung wird Diana von einem Lastwagen gerammt und stirbt kurz bevor John eintrifft, welcher von Caleb telefonisch über ihren Aufenthaltsort unterrichtet wurde. Diana hatte bereits in ihrer Kindheit von ihrer Mutter Lucinda erfahren, dass dieses Datum ihr Todestag sein werde, was sie ihr nicht glauben wollte.

Bei Lucindas Anwesen angekommen, trifft John wieder auf Caleb und Abby. Es stellt sich heraus, dass die Menschen, zu denen die „Flüstermenschen“ Kontakt aufgenommen haben, als „Auserwählte“ dieser außerirdischen Wesen gelten und von ihnen gerettet werden, indem sie von ihnen für einen Neubeginn in einem Raumschiff mitgenommen werden. Caleb muss sich von seinem Vater verabschieden, da dieser nicht zu den Auserwählten gehört. Nachdem die vier mysteriösen Männer die menschliche Form abgelegt und sich in ihre ursprüngliche Form verwandelt haben, fliegen sie zusammen mit den Kindern und zwei Kaninchen in dem Raumschiff davon – so wie viele weitere überall auf der Erde. John fährt danach nach Boston, wo er die letzten Minuten bei seinen Eltern und seiner Schwester verbringt. Mit seinem Vater, einem Pfarrer, hatte er vor vielen Jahren den Kontakt abgebrochen. Kurz bevor die Erde in einem Flammenmeer verbrennt, meint der Vater, dass dies nicht das Ende sei, worauf John antwortet: „Ich weiß.“

Nach der Vernichtung der Erde landen die Kinder Abby und Caleb zusammen mit den zahlreichen anderen Raumschiffen auf einem unbekannten erdähnlichen Planeten. In der letzten Szene laufen die beiden Kinder durch Getreidefelder auf einen großen Baum zu.

Produktion[Bearbeiten]

Ursprünglich sollte Richard Kelly, der bereits die Feder bei Donnie Darko führte, das Drehbuch erstellen.

Dreharbeiten[Bearbeiten]

Der Film wurde hauptsächlich an verschiedenen Orten in Australien gedreht, sowie für einige Szenen auch in Massachusetts. Insgesamt dauerten die Dreharbeiten nur drei Monate, was Regisseur Alex Proyas der digitalen Technik verdankt.[1]

Veröffentlichung[Bearbeiten]

Kinostart in den USA war am 20. März 2009, in Deutschland war der Film ab dem 9. April 2009 zu sehen. Erstausstrahlung im deutschen Fernsehen war am 13. November 2011 auf RTL, wo der Film insgesamt 5,75 Millionen Zuschauer erreichte, davon 4 Millionen in der werberelevanten Zielgruppe und somit einen hohen Marktanteil von 26 Prozent.

Kritik[Bearbeiten]

Der Film sorgte für gemischte Reaktionen sowohl beim Publikum als auch bei Kritikern. Der Internetdienst Rotten Tomatoes ermittelte lediglich 34 Prozent positive Stimmen der Kritiker und 50 Prozent positive Stimmen vom Publikum.[2]

„Alex Proyas, Spezialist für Zukunftsvisionäres und Schöpfer düsterer Klassiker […], liefert mit Knowing eine ambitionierte Desaster-Allegorie mit einem Stich Action und schafft beides: Einerseits fesselt er mit einem atmosphärischen Endzeitthriller um Zukunftsangst, Ausgeliefertsein und Hoffnung, mit philosophischen Fragen nach Vorbestimmtheit oder Zufälligkeit allen Geschehens. Doch er manövriert seinen Film auch als konfuses, zunehmend absurdes Mystery-Drama mit ordentlichen Spezialeffekten und dröhnendem Soundtrack in eine verkitschte Schlussapotheose.“

Ilse Henckel – KulturSPIEGEL[3]

„Hier soll nicht bloß noch einmal die Erde kaputtgehen und der Zuschauer aus verzweifelten Last-Minute-Manövern seinen Spaß beziehen; hier geht es auch um die Überwindung einer handfesten Glaubenskrise, um biblische Heilsbotschaften und um apokalyptisches Intelligent Design. […] Tatsächlich ist es ein einsamer, aussichtsloser Kampf, den Proyas seinem Helden auferlegt. Knowing straft den Wissenden mit kitschig esoterischen Bedeutsamkeiten.“

Dominik Kamalzadeh – Der Standard[4]

„Alex Proyas ist ein Regisseur kinematografischer Kraftakte. Im Blockbuster-Kino konnte er sogar die eine und andere Markierung setzen, die nicht ausschließlich auf Programmiererleistungen beruhte, sondern auf einer exakten Fantasie dessen, was da zu sehen sein soll. […] Auch in seinem neuen Film ‚Knowing‘ gelingt Proyas etwas: Die Bilder der verwundbaren Erde stehen neben einem aus abstrus geringer Distanz gefilmten Flugzeugabsturz und der geradezu Leinwand-sprengenden Entgleisung einer U-Bahn; durch den Kontrast erhalten die Sequenzen ihre über die Bilder selbst weit hinauswirkende Bedeutung.“

Peter Uehling – Berliner Zeitung[5]

„Es gibt keinen Zufall. Alles folgt einem übermenschlichen Plan. Diese gewagte Behauptung verbindet Betrunkene, Extremisten und Paranoiker mit manchen Anhängern der anerkannten Religionen. […] Diese Art von naivem Gottesbeweis ist ganz wörtlich der Inhalt von Knowing. John ist keineswegs zufällig als Astrophysiker Repräsentant derjenigen Wissenschaft, die einige der stärksten Einwände gegen die Religion formuliert. […] Durch die Erfahrungen mit dem Zahlencode wird er dann zum Gläubigen geläutert. […] Inhaltlich aber wirkt der Film, als hätten christliche Fundamentalisten und reaktionäre Kreationisten das Drehbuch verfasst.“

Rüdiger SuchslandTelepolis[6]

„Dass in Knowing eine höhere Macht im Spiel ist, sieht man zudem einigen geheimnisvollen Boten an, die wir mit gleichem Recht als Außerirdische oder Engel deuten können. Alex Proyas gibt sich alle Mühe, sowohl säkulare wie auch religiöse Auslegungen zuzulassen. Seine ganze Wucht entfaltet Knowing jedoch nur, wenn man seinen biblischen Unterton beim Wort nimmt. […] Dass dabei selbst der mögliche Weltuntergang im milden Licht der Heilsgewissheit erscheint, wurde von den meisten amerikanischen Kritikern wahlweise als fahrlässig oder als pseudoreligiöser Kitsch gebrandmarkt.“

Michael Kohler – Frankfurter Rundschau[7]

Hintergrund[Bearbeiten]

Referenz auf Ezechiel[Bearbeiten]

Bei dem Bild, das in der Wohnung von Lucinda gefunden wird und den Hinweis auf die Sonne gibt, handelt es sich um ein Abbild des Kupferstichs der Merkabavision des Ezechiel von Matthäus Merian. Im Film werden allerdings die Abbildungen der vier Engel und des Thronwagens gegenüber dem Original vertauscht dargestellt. Die Rechte an den Film besitzt „Ezekiel Films Pty Ltd.“. Regisseur Alex Proyas erklärte, er habe versucht, biblische Referenzen möglichst subtil zu halten und eine universelle Symbolik der Spiritualität anzusprechen. Jedoch wären einige Referenzen auch deutlich und offensichtlich, wie beispielsweise die Prophezeiung des Ezechiel und der Baum am Ende des Films, der für ihn als Baum der Erkenntnis gedacht war.[8] Nachdem sich die vier unbekannten Wesen verwandelt haben, werden auf ihren Rücken Flügel angedeutet. Drehbuchautor Ryne Douglas Pearson erklärte in einem Interview: „Sie sind da. Aber es ist ausreichend nebulös, dass man hinsieht und sich fragt: Moment mal… sind das Flügel?“. Zudem waren in der ursprünglichen Drehbuch-Fassung für John und Caleb eigentlich die Namen Adam und Noah vorgesehen.[9]

Patentverletzung[Bearbeiten]

Im November 2009 hatte das Unternehmen Global Findability gegen das Filmstudio Summit Entertainment eine Klage wegen Patentverletzung eingereicht und Unterlassung sowie Schadenersatz gefordert, da die im Film gezeigte Ziffernfolge angeblich gegen das von der Firma patentierte „Geocode-Verfahren“ verstoße, welche die Darstellung globaler Positionsangaben in einer einzelnen, komplett natürlichen Nummer umfasse.[10]

7. Sinfonie[Bearbeiten]

Im Film erklingt zweimal der zweite Satz der 7. Sinfonie von Ludwig van Beethoven, und zwar einmal am Beginn, als der Protagonist eine CD mit dieser Musik einlegt, und einmal am Ende, als er zu seinen Eltern fährt. Bei der im Film zu hörenden Fassung handelt es sich um eine leicht abgewandelte Variation, bei der einige Bassstimmen fehlen, wodurch die Musik heller klingt.

Auszeichnungen[Bearbeiten]

Die Szene des Flugzeugabsturzes wurde für einen VES Award 2010 der Visual Effects Society nominiert.

Der Film wurde für einen Saturn Award 2010 in der Kategorie Bester Science-Fiction-Film nominiert.

Synchronisation[Bearbeiten]

Die Synchronisationsarbeiten hat Berliner Synchron übernommen.[11]

Darsteller Synchronstimme Rolle
Nicolas Cage Martin Keßler John Koestler
Rose Byrne Ranja Bonalana Diana Wayland
Chandler Canterbury Felix Saalfrank Caleb Koestler
Carolyn Shakespeare-Allen Martina Treger Direktorin (2009)
Menik Gooneratne Cathlen Gawlich Frau mit Baby
Nadia Townsend Marie-Luise Schramm Grace Koestler
Danielle Carter Debora Weigert Miss Taylor (1959)
Alethea McGrath Barbara Adolph Miss Taylor (2009)
Ted Maynard Lutz Riedel Nachrichtensprecher
Ben Mendelsohn Olaf Reichmann Prof. Phil Beckman
Alan Hopgood Friedrich Georg Beckhaus Reverend Koestler
Lesley Anne Mitchell Anne Helm Stacey

Weblinks[Bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. IMDB: Knowing – Triva
  2. Rotten Tomatoes: Knowing (2009)
  3. Filmkritik Ein Überraschungsei der unheilvollen Art vom 9. April 2009
  4. Filmkritik Die Apokalypse als Intelligent Design vom 10. April 2009
  5. Filmkritik Die Zukunft endet jetzt vom 9. April 2009
  6. Filmkritik ‚Knowing‘: Durch Zahlencode zum Gläubigen geläutert vom 10. April 2009
  7. Filmkritik Was geschrieben steht vom 8. April 2009
  8. Audio-Kommentar der DVD
  9. Interview mit Drehbuchautor Ryne Douglas Pearson (englisch)
  10. US-Firma verklagt Filmstudio wegen Patentverletzung per Drehbuch Meldung vom 8. Dezember 2009
  11. Knowing – Die Zukunft endet jetzt. Deutsche Synchronkartei, abgerufen am 26. April 2013.