Knut Kiesewetter

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Knut Kiesewetter (* 13. September 1941 in Stettin) ist ein deutscher Jazz-Sänger, Liedermacher, Posaunist, Gitarrist, Produzent und Schriftsteller.

Leben[Bearbeiten]

Im Alter von drei Jahren zog Kiesewetter nach Garding auf der nordfriesischen Halbinsel Eiderstedt. Als 14-Jähriger begann Kiesewetter Posaune zu spielen und Jazz zu singen.[1] Er wurde durch Jack Teagarden angeregt.[1] Während er Musik studierte, nahm er als 19-Jähriger seine ersten Singles auf, wovon sich zwei Singles mit der Gruppe Die Tramps, Am Missouri (Oktober 1961, D # 24) und Nur eine kleine Träne von dir (Juli 1962, D # 38), in den bundesdeutschen Charts platzieren konnten. Dabei hatte er zuerst verschiedene Künstlernamen, bis er erfolgreich genug war, unter seinem eigentlichen Namen auftreten zu können.[1] In den 1960er und 1970er Jahren war er elf Mal Sieger des Deutschen Jazzpolls, Sparte Sänger. Ebenso gewann er in dieser Zeit drei Mal den europaweiten Jazz Poll der französischen Jazzzeitschrift Blue Note.[1] In seiner Musik vermischte er Stile wie Blues, Jazz, Rock, Soul, Gospel, Chanson und Folk. Auch sang er die Arie Willst du dein Herz mir schenken aus dem Notenbüchlein für Anna Magdalena Bach auf Schallplatte.[1] Sein Spektrum im Jazz reichte von Oldtime Jazz bis zum Bebop. So spielte er auch mit Chet Baker, Dizzy Gillespie und Joe Zawinul zusammen.[1] Er trat häufig mit seinen Geschwistern Sigrun und Hartmut Kiesewetter auf.

Ende der 1960er Jahre begann Kiesewetter, Schallplatten zu produzieren. Er entdeckte unter anderem Hannes Wader, Volker Lechtenbrink und Fiede Kay und wurde deren Produzent. 1971 zog er auf den Fresenhof in Bohmstedtfeld nahe Husum. In der Folge wurde Kiesewetter mit seinen hochdeutsch, niederdeutsch und zum Teil auch nordfriesisch gesungenen, oft politisch inspirierten Liedern bekannt. Insgesamt veröffentlichte er rund 50 Alben, von denen Leeder vun mien Fresenhof eine Goldene Schallplatte erhielt.[1]

Politisch engagierte sich Kiesewetter in den späten 1970er Jahren in der ersten Umweltschutz-Wählergemeinschaft Deutschlands, der Grünen Liste Nordfriesland. An der Hamburger Hochschule für Musik und darstellende Kunst lehrte Knut Kiesewetter in den 1980er Jahren Liederkomposition und Liedertexten.[1]

Im Jahre 2000 wurde Kiesewetter von Wolfgang Ernst Fürst zu Ysenburg und Büdingen wegen seiner Verdienste um den deutschen Jazz zum Ritter der Ronneburg geschlagen.[2] Außerdem erhielt er 2012 für seine Verdienste um die niederdeutsche und friesische Sprache den Verdienstorden des Landes Schleswig-Holstein.[3]

Diskografie (Auswahl)[Bearbeiten]

Alben[Bearbeiten]

  • 1964: Songs und Balladen (mit Hartmut und Sigrun Kiesewetter)
  • 1964: Halleluja – Deutsche Spirituals (Polydor)
  • 1967: That’s Me (Star-Club Records)
  • 1968: The Gospel Train
  • 1968: Happy Dixie
  • 1969: Knut’s kaputte Witzkiste (FASS)
  • 1970: Knut’s kaputte Witzkiste 2 – Treffen sich zwei… (FASS)
  • 1970: Stop! Watch! And Listen! (MPS)
  • 1972: Das darf doch nicht wahr sein (Somerset)
  • 1972: Fahr mit mir den Fluß hinunter (BASF)
  • 1972: Die besten Ostfriesenwitze vertellt vun Knut Kiesewetter
  • 1973: Ihr solltet mich nicht vergessen (BASF)
  • 1974: Keiner hat mich richtig lieb (Polydor)
  • 1976: Leeder vun mien Fresenhof (Polydor)
  • 1976: Vom Traum, ein großer Mann zu sein (Polydor)
  • 1976: STARGALA Knut Kiesewetter (Doppelalbum, Polydor)
  • 1976: Vom Traum ein großer Mann zu sein
  • 1978: Wo büst du ween (Polydor)
  • 1978: Springe nicht in mein Boot (Polydor)
  • 1980: Jazz Again (Polydor)
  • 1982: So sing ich nur für dich
  • 1983: Lass sie niemals siegen (RCA)
  • 1985: I’m Still Singing (RCA)
  • 1987: Wiehnachtstied op uns Fresenhof
  • 1989: Wenn man nicht in ist (BMG Ariola)
  • 1991: Morgenlicht (Dino, Knut Kiesewetter und Familie)
  • 2005: Wiehnachtstied (4 CD)
  • 2007: 50 Years on Stage (4 CD)

Mitwirkung auf weiteren Alben[Bearbeiten]

Weblinks[Bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. a b c d e f g h Lebenslauf auf Kiesewetters Website, 4. Juni 2014
  2. Knut Kiesewetter – Friesen-Beatle wird 65. Mitteldeutsche Zeitung vom 12. September 2006, abgerufen am 4. Juni 2014
  3. Liste der Ordensträger bei gesetze-rechtsprechung.sh.juris.de, abgerufen am 4. Juni 2014