Knut Wicksell

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Johan Gustav Knut Wicksell (* 20. Dezember 1851 in Stockholm; † 3. Mai 1926 in Stocksund) war ein schwedischer Ökonom. Er gilt als Vertreter der schwedischen Schule der Neoklassik.

Inhaltsverzeichnis

Leben [Bearbeiten]

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1851 wurde Knut Wicksell als jüngstes von fünf Kindern eines Lebensmittelhändlers in Stockholm geboren. Mit 13 Jahren kam er aufs Gymnasium und trat dort einer Gruppe von Freidenkern bei, die in einem literarischen Zirkel gegen das Establishment dichteten. Nach dem bestandenen Schlussexamen begann Wicksell 1872 an der Universität Uppsala Latein, skandinavische Sprachen, Mathematik, Astronomie, Geschichte und Philosophie zu studieren (wobei man bei dieser Fülle an Fakultäten bedenken muss, dass damals die Studiengänge nicht so spezialisiert waren, wie dies heute der Fall ist). In dieser Zeit wird Wicksell bekennender Atheist[1].

1885 begab sich Wicksell nach London, wo er die klassischen englischen Ökonomen las (v. a. Smith, Ricardo, Mill und Bentham). Mit 50 Jahren wurde er Professor an der Universität Lund. Nach seiner Emeritierung im Jahr 1916 kehrte er nach Stockholm zurück, wo er die dort ansässige Bank von Schweden beriet. Im Mai 1926 starb Wicksell 75-jährig an einer Lungenentzündung in Stocksund[1].

Wirken [Bearbeiten]

Wicksell untersuchte erstmals systematisch die Zusammenhänge von Geldmenge, Zinsen und Preisniveau. Er beschrieb den Keynes-Effekt bereits vor John Maynard Keynes. In Wicksells Hauptwerk, Geldzins und Güterpreise, kommen Fragen auf, wie es z. B. zu Preisschwankungen in der Wirtschaft komme oder warum die Preise nie stabil seien. Weiter behauptet Wicksell, dass eine Inflation genauso ungesund sei wie eine Deflation.

Er unterschied erstmals zwischen Marktzinssatz (Kreditzins bei Banken) und natürlichem Zinssatz (Nettorendite einer Investition), die jedoch möglichst gleich hoch sein sollten. Wenn der natürliche Zins zu hoch ist, würde es laut Wicksell zu einer unkontrollierten Expansion des Marktes kommen und somit zu Inflation. Liegt der Marktzins hingegen über dem natürlichen Zins, werden Investitionen unprofitabel und es kommt zu wirtschaftlichem Niedergang und Arbeitslosigkeit. Diese Dynamik wird heute in den Wirtschaftswissenschaften als „Wicksellscher Prozess“ bezeichnet. Wicksell sah es als Aufgabe einer staatlichen geldpolitischen Institution (Zentralbank), über die Zinspolitik das das richtige Verhältnis zwischen diesen beiden Zinssätzen herzustellen. Mit seinen konjunkturtheoretischen Überlegungen wurde Wicksell zum Vater der Überinvestitionstheorie.[2]

Werk (Auswahl) [Bearbeiten]

  • Finanztheoretische Untersuchungen. Nebst Darstellung und Kritik des Steuerwesens Schwedens, 1896
  • Geldzins und Güterpreise, 1898

Einzelnachweise [Bearbeiten]

  1. a b [1] (PDF; 13 kB), kurze 'Biographie' von Prof. Dr. Harald Hagemann - Uni Hohenheim.
  2. Paul Strathern. A Brief History of Economic Genius. Thomson Texere, New York, 2001 ISBN 1-58799-189-6 S. 229f.

Weblinks [Bearbeiten]