Kołobrzeg

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Dieser Artikel behandelt die Stadtgemeinde; zur gleichnamigen Landgemeinde siehe Kołobrzeg (Landgemeinde), zum Landkreis siehe Powiat Kołobrzeski.
Kołobrzeg
Wappen von Kołobrzeg
Kołobrzeg (Polen)
Kołobrzeg
Kołobrzeg
Basisdaten
Staat: Polen
Woiwodschaft: Westpommern
Landkreis: Kołobrzeg
Fläche: 25,67 km²
Geographische Lage: 54° 11′ N, 15° 35′ O54.176515.5752Koordinaten: 54° 10′ 35″ N, 15° 34′ 31″ O
Einwohner: 46.897
(31. Dez. 2013)[1]
Postleitzahl: 78-100 bis 78-106
Telefonvorwahl: (+48) 94
Kfz-Kennzeichen: ZKL
Wirtschaft und Verkehr
Straße: DK 11: Kołobrzeg → Bytom,
DW 102: Międzyzdroje → Kołobrzeg
DK 163: Kołobrzeg → Wałcz
Schienenweg: Koszalin–Goleniów
Szczecinek–Kołobrzeg
Nächster int. Flughafen: Stettin-Goleniów
Gemeinde
Gemeindeart: Stadtgemeinde
Fläche: 25,67 km²
Einwohner: 46.897
(31. Dez. 2013)[1]
Bevölkerungsdichte: 1827 Einw./km²
Gemeindenummer (GUS): 3208011
Verwaltung (Stand: 2012)
Bürgermeister: Janusz Gromek
Adresse: ul. Ratuszowa 13
78-100 Kołobrzeg
Webpräsenz: www.kolobrzeg.pl

Kołobrzeg ([kɔˈwɔbʒεk] anhören?/i) (deutsch Kolberg, früher Colberg) ist eine Hafenstadt in der polnischen Woiwodschaft Westpommern. Kołobrzeg ist Sol- und Kurbad an der Ostsee. Die Einwohner leben vorwiegend vom Fremdenverkehr und von der Fischereiwirtschaft.

Geographie[Bearbeiten]

Die Stadt liegt direkt an der Ostseeküste und an der Mündung des Flusses Persante in Hinterpommern, im Norden des Powiat Kołobrzeski. Östlich liegt Ustronie Morskie, westlich und südlich die Landgemeinde Kołobrzeg, die nicht zur Stadtgemeinde zählt.

Das Stadtgebiet von Kołobrzeg erstreckt sich auf ca. 1.800 Hektar. Die Woiwodschaftshauptstadt Stettin (polnisch Szczecin) liegt etwa 150 Kilometer südwestlich von Kołobrzeg entfernt, zur nächsten größeren Nachbarstadt, Koszalin (Köslin), sind es 41 Kilometer.

Klima[Bearbeiten]

Durchschnittliche Temperatur der letzten 20 Jahre (1990–2010)

Monat Jan Feb Mar Apr Mai Jun Jul Aug Sep Okt Nov Dez Mittelwert
Höchstwerte (tagsüber) [°C] 1 2 6 8 13 17 21 20 16 11 6 3 11 °C (tagsüber)
Tiefstwerte (nachts) [°C] −1 −1 1 3 7 11 13 13 10 6 2 0 5 °C (nachts)
Anzahl der Tage mit Niederschlag 20 15 15 13 12 12 14 11 14 15 18 19 178
Quelle: Weatherbase.com
Flagge von Kołobrzeg

Geschichte[Bearbeiten]

Pomoranische Vorgängersiedlung[Bearbeiten]

Hauptartikel: Budzistowo

Vom 9. Jahrhundert an bestand eine Siedlung, die der Ausbeutung der Salzquellen an der Mündung der Persante diente. Diese wurde zuerst in der Chronik Thietmar von Merseburgs unter dem Namen salsa Cholbergiensis erwähnt, und zwar als Sitz des Bischofs Reinbern im Jahre 1000. Mit dessen Vertreibung ging einige Jahre später das Bistum wieder unter. Im Jahre 1124 verkündete Bischof Otto von Bamberg in Kolberg das Christentum und weihte 1125 die Marienkirche ein. Mit der Gründung einer deutschen Stadt in der Mitte des 13. Jahrhunderts dann ging der Name Kolberg auf diese über. Die alte Siedlung bestand unter dem Namen Altstadt (heute auch polnisch Budzistowo) weiter.

Von der Gründung der deutschen Stadt bis zum Ende des Herzogtums Pommern[Bearbeiten]

Im Zuge der deutschen Ostkolonisation ließen sich deutsche Siedler etwa 2 km nördlich der bestehenden slawischen Siedlung nieder. Es entstand ein Ort mit regelmäßigem Grundriss und einer umlaufenden Mauer. 1248 tauschten Herzog Barnim I. und Bischof Wilhelm Kolberg und Stargard, das 1255 durch die Brandenburger Markgrafen Johann und Otto bestätigt wurde. 1255 erhielt die „neue“ Siedlung Kolberg von Herzog Wartislaw III. von Pommern und Bischof Hermann von Gleichen von Cammin das Stadtrecht nach Lübischem Recht.[2] Die weiter bestehende wendische Stadt verlor nach Verlegung des Domkapitels 1287 und der Marienkirche, dem späteren Kolberger Dom, in die neue Stadt 1282 ihre Bedeutung. Später Altstadt Kolberg genannt, blieb sie als Dorf erhalten und ist heute als Budzistowo eingemeindet. 1277 wurde Kolberg Teil des Stifts Cammin, des weltlichen Herrschaftsgebiets des Bischofs. Der Hanse, in der es bis 1610 blieb, gehörte Kolberg sicherlich bereits vor der ersten urkundlichen Erwähnung der Zugehörigkeit 1361 an. In dieser Blütezeit der Stadt waren die Salzproduktion, der Salzhandel und der Fischfang die Haupteinnahmequellen Kolbergs und brachten großen Wohlstand. Seit Anfang des 14. Jahrhunderts als Hansestadt besaß Kolberg ein eigenes Münzrecht, das 1548 durch Kaiser Karl V. bestätigt wurde, als die Stadt ihm huldigte. 1530 wurde in Kolberg die Reformation eingeführt. Um die Mitte des 16. Jahrhunderts erhielt die Stadt ein Lyzeum.[3]

Im 17. Jahrhundert entvölkerte sich Kolberg durch die Pest und den Dreißigjährigen Krieg mit seinen Auswirkungen. 1627 besetzten kaiserliche Truppen die Stadt und befestigten sie. 1631 eroberten die Schweden Kolberg nach fünfmonatiger Belagerung.

Kolberg in Brandenburg-Preußen[Bearbeiten]

Festung Kolberg 1776
Festung Kolberg 1776 Panorama

Hinterpommern und damit auch die Stadt Kolberg kamen mit dem Westfälischen Frieden 1648 an Brandenburg-Preußen, wurde aber erst nach Vereinbarung des Stettiner Grenzrezesses 1653 vom Königreich Schweden herausgegeben. Noch im Jahre 1653 wurden in Kolberg die obersten Landesbehörden für das nun brandenburgisch gewordene Hinterpommern eingerichtet, darunter die neue Pommersche Regierung, die Kammer, das Hofgericht und das Pommersche und Camminsche geistliche Konsistorium.[4] Ebenfalls 1653, also relativ spät, erhielt Kolberg seine erste Buchdruckerei.[5] 1669 wurden die Landesbehörden aus Kolberg nach Stargard in Pommern verlegt.[6]

Im Siebenjährigen Krieg wurde die Festung Kolberg 1758[7] und 1760 von den preußischen Truppen unter Oberst Heinrich Sigismund von der Heyde gegen die Russen erfolgreich verteidigt. Als während der viermonatigen dritten Belagerung eine schützende Besatzungsarmee unter Friedrich Eugen von Württemberg infolge einer Hungersnot abgezogen war, musste Heyden die Festung im Dezember 1761 dem russischen General Pjotr Alexandrowitsch Rumjanzew-Sadunaiski übergeben.[8] Von den schweren Zerstörungen, dem Rückgang der Einwohnerzahl von über 5000 auf unter 4000 und dem Verlust aller 40 Handelsschiffe erholte sich Kolberg erst nach 1800.

Während des Vierten Koalitionskrieges ereignete sich die Belagerung Kolbergs 1807 durch die Truppen Napoleons. Verteidigt vom Kommandanten Gneisenau, dem Freikorpsführer Schill und den Bürgern um den Bürgerrepräsentanten Nettelbeck, hielt sich die Festung bis zum Friedensschluss. Dieser Erfolg wurde kurz darauf zur Legende, die im politischen Kräftespiel des 19. und 20. Jahrhunderts verschiedene Formen annahm. Zuletzt diente sie 1944 als Vorlage für den nationalsozialistischen Propagandafilm „Kolberg“. 1812 wurde hier das Festungswachtschiff Colberg in Dienst genommen, das bis zu seiner Außerdienststellung im Dezember 1813 das einzige seiner Art blieb.

Nach der Neuorganisation der Kreisgliederung im preußischen Staat nach dem Wiener Kongress gehörte die Stadt Kolberg 1816 zum Kreis Fürstenthum im Regierungsbezirk Köslin in der preußischen Provinz Pommern. 1848 waren im Kolberger Hafen 19 Handelsschiffe beheimatet.[9] Höhere Schulbildung wurde u. a. am Kolberger Domgymnasium, an einer damit verbundenen Realschule erster Ordnung sowie an der Höheren Töchterschule vermittelt.[10] In Kolberg befand sich bis 1854 eine der insgesamt fünfzehn Garnisonschulen der Preußischen Armee.[11] Diese wurde wegen zu geringer Inanspruchnahme und aufgrund des guten Zustandes der Kolberger Zivilschule 1854 vorübergehend aufgelöst,[12] jedoch später wiedereröffnet; um 1867 wurde sie von 260–270 Kindern beiderlei Geschlechts besucht.[10] Mit Auflösung des Kreises Fürstenthum zum 1. September 1872 wurde Kolberg Sitz des Landrates Robert von Schröder (* 4. September 1807 Kolberg, † 11. August 1894 Lübchow) für den neuen Kreis Landkreis Kolberg-Körlin.

In Kolberg verbüßten bekannte Persönlichkeiten wie Adam Heinrich Dietrich Freiherr von Bülow (von Oktober 1806 bis Mai 1807), Friedrich Ludwig Jahn (Turnvater Jahn), Arnold Ruge und Martin von Dunin ihre Festungshaft. Kolberg war bis 1872 Festung, blieb aber weiterhin Garnisonstadt. Von Januar 1919 amtierte in Kolberg bis zu ihrer Auflösung im Juli 1919 die letzte Oberste Heeresleitung unter Paul von Hindenburg und Wilhelm Groener.

Kolberg Ende des 19. Jahrhunderts
Altes Rathaus von 1832

1891 wurde durch amtliche Festlegung die Schreibweise der Stadt mit K = Kolberg angeordnet, die sich schon seit Jahrzehnten eingebürgert hatte. Am 1. Mai 1920 verließ die Stadtgemeinde Kolberg den Kreis Kolberg-Körlin und bildete seitdem einen eigenen Stadtkreis.

Seebad Kolberg um 1910

Das 19. und frühe 20. Jahrhundert waren gekennzeichnet durch einen langen wirtschaftlichen Aufschwung. Nach der Niederlegung der Festungswälle hatte sich die Bevölkerung bis zur Jahrhundertwende auf über 20.000 beinahe verdoppelt. Im 19. Jahrhundert war in Kolberg eine polnische und jüdische Minderheit entstanden, deren Anteil 1900 bei 2 %[13] bzw. 1,5 % lag. Weil Kolberg See- und zugleich auch Moor- und Solebad[14] war und die Betreuung der Gäste ein hohes Niveau erreichte, wurde es zu einem der größten deutschen Ostseebäder.[15] Die meisten Besucher kamen aus Berlin und dem mittleren und östlichen Deutschland. Verhältnismäßig hoch war mit (geschätzt) 5–8 % der Anteil polnischsprachiger Besucher auch aus Österreich und Russland, für die es, zunächst in der Saison, seit etwa 1890 ganzjährig, katholische Gottesdienste (St. Martin) in ihrer Sprache gab. 1904 wurden 13.288 Kurgäste gezählt.

1929 verkehrten im Kolberger Hafen 998 Schiffe; der Güterumschlag betrug 111.127 Tonnen.

Nach 1935 entstanden in Kolberg mehrere Kasernenkomplexe und ein Militärflugplatz sowie eine Torpedoschule.

Kurz vor dem Ende des Zweiten Weltkriegs erreichten am 4. März 1945 sowjetische Panzerspitzen den Stadtrand beim Kautzenberg. Aus Kolberg wurde heftige Gegenwehr geleistet, um die in der Stadt eingeschlossenen Soldaten und Flüchtlinge (ca. 80.000) ausschiffen zu können. Bei den Kämpfen um die Stadt vom 5. bis 18. März 1945 in der Schlacht um Ostpommern wurde Kolberg zu 90 Prozent zerstört, während es gelang, nahezu die gesamte Einwohnerschaft und viele Flüchtlinge (über 70.000 Menschen) auf dem Seeweg zu evakuieren. Am 18. März 1945 wurde der Widerstand aufgegeben, und sowjetische und polnische Truppen besetzten die zerstörte Stadt.[16]

Nach dem Zweiten Weltkrieg[Bearbeiten]

Marienbasilika (früher Kolberger Dom)

Nach Flucht und Vertreibung lebten im Mai 1945 nur noch etwa 2200 Deutsche in Kolberg, die aufgrund der von den deutschen Vertriebenenverbänden so genannten Bierut-Dekrete größtenteils später ausgesiedelt worden sind. 1945 wurde die Stadt in Kołobrzeg umbenannt. Die polnischen Neubürger, die zunächst vorwiegend aus Gebieten östlich der Curzon-Linie gekommen waren, mussten die vollständig zerstörte Infrastruktur neu aufbauen.

Ab 1975 kam es zur Wende der Baupolitik. Ein Architekt entwarf ein Gesamtkonzept für die Innenstadt, die eine in Jahrhunderten „gewachsene“ Stadt darstellen sollte, mit Gebäudefronten und Giebeln verschiedener Stilrichtungen – statt größerer Plattenbauten. Die wenigen noch unzerstörten Gebäude (z. B. das „Braunschweigsche Haus“) wurden in die „Stadt-Komposition“ einbezogen. Die während des Wiederaufbaus gefundenen Exponate aus sieben Jahrhunderten deutscher Stadtgeschichte sind in einer eigenen Etage des Kolberger Museums (Braunschweigsches Haus) zu sehen. 2000 wurde von der Stadt Kolberg ein deutsches Lapidarium mit den noch auffindbaren deutschen Grabsteinen zum Gedenken der früheren deutschen Bevölkerung errichtet und unter Beteiligung des deutschen Heimatkreises eingeweiht. Wenig später wurde ein jüdisches Lapidarium eingerichtet. Seit 2000 gedenken polnische und deutsche Kriegsveteranen gemeinsam am Jahrestag der „Beendigung der Kämpfe um Kolberg“ am 18. März 1945 und ihrer Opfer. Im März 2005 wurde auf Initiative der polnischen Veteranen ein dreisprachiges Ehrenbuch der in Kolberg gefallenen sowjetischen, polnischen und deutschen Soldaten und Volkssturmleute herausgegeben.

Strand von Kołobrzeg (2011)

In den letzten Jahren sind im Kurviertel, durch einen schmalen Waldgürtel von der Ostsee getrennt, viele Kurhotels entstanden, inzwischen über 20 Einrichtungen. Die zahlreichen Kurgäste und Touristen kommen vor allem aus Skandinavien und Deutschland.

Entwicklung der Einwohnerzahl (Zivilisten)[Bearbeiten]

  • 1740: 5.027[17]
  • 1784: 4.189[18]
  • 1791: 4.259, keine Juden[19]
  • 1794: 4.319[20]
  • 1820: 5.554[21] , davon 5.503 Evangelische und 48 Juden[10]
  • 1850: ca. 8.000[22]
  • 1862: 10.082,[21] davon 9.781 Evangelische, 202 Juden und sieben Altlutheraner[10]
  • 1875: 13.537[23]
  • 1880: 16.027[23]
  • 1885: 16.557[23]
  • 1900: 20.200, davon 786 Katholiken und 349 Juden[24]
  • 1925: 30.115, davon 28.482 Evangelische, 836 Katholiken und 290 Juden[23]
  • 1933: 33.735, davon 32.142 Evangelische, 871 Katholiken und 197 Juden[23]
  • 1939: 33.580, davon 30.925 Evangelische, 1.057 Katholiken und 81 Juden[23]
  • 1960: ca. 17.000
  • 2006: ca. 44.000
  • 2014: ca. 47.000

Kultur und Sehenswürdigkeiten[Bearbeiten]

Bauwerke[Bearbeiten]

Leuchtturm mit Bastion
Braunschweigisches Haus
Wiederaufgebaute Altstadtstraße
Der Platz 18 Marca
Fähre nach Bornholm (2011)
  • Die katholische Marienkirche, der Kolberger Dom, wurde erstmals 1316 urkundlich erwähnt. Baubeginn der fünfschiffigen Hallenkirche im Stil der Backsteingotik war um 1300.[25] Auffällig ist der Turm, ein aus ursprünglich zwei Türmen zusammengemauertes Turmmassiv. Mit der Reformation diente die Kirche von 1531 bis 1945 der evangelischen Gemeinde. Das am Ende des Zweiten Weltkrieges stark beschädigte Bauwerk wird seit dem 1974 begonnenen Wiederaufbau von der katholischen Kirche genutzt und wurde 1986 von Papst Johannes Paul II. in den Rang einer Marienbasilika erhoben. Sehenswert sind ein siebenarmiger Leuchter (1327, 4m hoch), das Taufbecken (1355), eine Schlieffenkrone (hölzerner Kronleuchter 1523) sowie zwei Schautafeln über den letzten evangelischen, deutschen Domgeistlichen Paulus Hinz, als Dank für die Rettung und Übergabe der Domschätze.
  • Das Rathaus, das 1829 bis 1831 Ernst Friedrich Zwirner nach einem Entwurf Karl Friedrich Schinkels unter Einbeziehung der Reste des 1807 zerstörten gotischen Rathaus erbaute. Das 1860 vor dem Rathaus aufgestellte Denkmal König Friedrich Wilhelm III. von Friedrich Drake ist nach 1945 beseitigt worden.
  • Der Leuchtturm, der nach dem Zweiten Weltkrieg als eines der ersten Gebäude neu erbaut wurde und der heute ein Wahrzeichen der Stadt ist. Er befindet sich auf den Resten eines alten Forts zur Verteidigung des Kolberger Hafens, früher eigener Ort Kolbergermünde.
  • Das Braunschweigsche Haus, benannt nach der angesehenen Kolberger Ratsfamilie von Braunschweig, erbaut Mitte des 17. Jahrhunderts durch die Kaufmanns- und Reederfamilie Plüddemann, umgebaut 1808. Heute Stadtmuseum mit Ausstellung zur Stadtgeschichte Kolbergs, in einer Etage Exponate aus deutscher Zeit.
  • Der mittelalterliche Luntenturm (Pulverturm)
  • Die 220 Meter lange Kolberger Seebrücke, die zweitlängste Betonseebrücke in Polen.
  • Das Museum der polnischen Waffen, in dem unter anderen eine deutsche Enigma ausgestellt ist.
  • Von einer kleinen Quelle kann stark salziges Heilwasser selber abgefüllt werden.

Sport[Bearbeiten]

In Kołobrzeg ist die Basketballprofimannschaft Kotwica Kołobrzeg beheimatet. Der Verein spielt seit 2005 in der höchsten polnischen Liga.

Von 1921 bis 1945 bestand in Kolberg der Sportverein Viktoria Kolberg.

Zwischen 1926 und 1929 wurde um Kolberg viermal das Kolberger Bäderrennen, das in dieser Zeit zu den wichtigsten Motorradrennen Deutschlands zählte, ausgetragen.

Verkehr[Bearbeiten]

Der Bahnhof

Kołobrzeg liegt an der Landesstraße 11 sowie den Wojewodschaftsstraßen 102 und 163.

Bahnverbindungen bestehen nach Stettin (Szczecin), über Koszalin (Köslin) nach Danzig (Gdańsk) und über Białogard (Belgard) nach Szczecinek (Neustettin).

Vom Kołobrzeger Hafen besteht eine Fährverbindung nach Nexø auf der dänischen Insel Bornholm, die in den Sommermonaten täglich verkehrt.

Persönlichkeiten[Bearbeiten]

Söhne und Töchter der Stadt[Bearbeiten]

Persönlichkeiten, die am Ort gewirkt haben[Bearbeiten]

  • Hans Heinrich von Schlabrendorf (1646–1692), brandenburgischer Generalmajor, 1690–1692 Kommandant der Festung Kolberg
  • Georg Arnold von Grolman (1678–1762), preußischer Obrist, war Kommandant der Festung Kolberg
  • Volrath von Hellermann (1686–1756), preußischer Obrist, war Kommandant der Festung Kolberg
  • Asmus Ehrenreich von Bredow (1693–1756), preußischer Generalleutnant, war Gouverneur von Kolberg ab 1749
  • Friedrich Wilhelm von Steuben (1730–1794), General der USA im Unabhängigkeitskrieg, geriet bei der Belagerung von 1761 als preußischer Offizier in russische Gefangenschaft.
  • Heinrich Friedrich von Diez (1751–1817), preußischer Diplomat, Orientalist und Schriftsteller, lebte von 1791 bis 1807 als Prälat des Domkapitels in Kolberg.
  • Friedrich Otto Wichmann (* 1763; † nach 1791), Theologe und Schulmann, war 1785–1787 Rektor des Lyzeums in Kolberg.
  • Hans von Held (1764–1843), Verfasser der einflussreichen Schrift Über das Meerbad bei Colberg und die beste und wohlfeilste Art sich desselben mit Nutzen zu bedienen (1803).
  • Otto August Heinrich Dahlke (1767–nach 1806), deutscher Jurist, war Oberbürgermeister von Kolberg ab 1806
  • Ludwig Moritz von Lucadou (1741–1812), preußischer Generalmajor, 1803–1807 Kommandant der Festung Kolberg.
  • Karl Friedrich Franciscus von Steinmetz (1768–1837) preußischer Generalmajor, 1807–1808 Kommandant der Festung Kolberg, erhielt 1807 den Orden Pour-le-Mérite für die Verteidigung Kolbergs.
  • Adolf von Lützow (1782–1834), preußischer Offizier, erhielt 1807 den Orden Pour-le-Mérite für die Verteidigung Kolbergs.
  • Heinrich von Holleben (1784–1864), Überbringer der Friedensnachricht 1807, 1857 Ehrenbürger von Kolberg
  • Friedrich Ludwig Jahn (1778–1852), auch Turnvater Jahn genannt, lebte von 1820 bis 1825 als Verbannter in Kolberg.
  • Hermann Hirschfeld (* 1825; † 17. Juni 1885 Kolberg), Vater des in Kolberg geborenen Magnus Hirschfeld, war Medizinalrat und Badearzt. Er ließ sich Mitte des 19. Jahrhunderts in Kolberg nieder und trug entscheidend zum Aufstieg der Stadt zu einem Badeort bei. Außerdem machte er sich um die Einrichtung einer Kanalisation in Kolberg verdient. 1886 wurde ihm ein Denkmal enthüllt.
  • Paul Hinz (* 1899 in Bad Polzin; † 1988 in Halberstadt). 1930 bis 1945 Domprediger in Kolberg, nach 1945 Superintendent in Halberstadt. Angehöriger des Widerstandes im Dritten Reich. Rettete 1945 wertvolle Domschätze (u. a. die berühmte Schlieffenkrone und das Taufbecken), die heute wieder im Kolberger Dom zu sehen sind. Würdigung des deutschen evangelischen Geistlichen im heute polnischen katholischen Dom durch zwei Schautafeln. Literatur: Paul Hinz (1936): Der Kolberger Dom und seine Bildwerke, Paulus Hinz: Bettler und Lobsänger.
  • Sebastian Machowski, (* 1972 in Berlin), deutscher Basketball-Trainer, trainierte 2006–2009 Kotwica Kołobrzeg und wurde mit dem Team polnischer Pokalsieger

Partnerstädte[Bearbeiten]

Verweise[Bearbeiten]

Literatur[Bearbeiten]

  • anonym: Denkwürdigkeiten der drey Belagerungen Colbergs durch die Russen in den Jahren 1758, 1760 und 1761. Frankfurt/Leipzig 1763 (Volltext)
  • Ludwig Wilhelm Brüggemann: Ausführliche Beschreibung des gegenwärtigen Zustandes des Königlich Preußischen Herzogtums Vor- und Hinterpommern. II. Teil, 2. Band: Beschreibung der zu dem Gerichtsbezirk der Königl. Landeskollegien in Köslin gehörigen Kreise. Stettin 1784, S. 462–497 (Volltext, ohne gefaltete Tafeln).
  • Hans-Jürgen Eitner: Kolberg. Ein preußischer Mythos 1807/1945. Berlin 1999.
  • Ulrich Gehrke: Vor 50 Jahren: Kolberg 1939 – letzte Saison im Frieden. Meldungen, Berichte und Anzeigen aus der Kolberger Zeitung von Mai bis September 1939, ergänzt durch 44 Abbildungen und Fotos. Hamburg 1989.
  • Peter Jancke: Kolberg. Führer durch eine untergegangene Stadt. Beiträge zur Geschichte der Stadt Kolberg und des Kreises Kolberg-Körlin, Band 34. Husum Verlag, Husum 2007, ISBN 978-3-89876-365-3.
  • Gustav Kratz (Bearbeiter): Die Städte der Provinz Pommern. Abriß ihrer Geschichte, zumeist nach Urkunden. Einleitung und Vorwort von Robert Klempin. Berlin 1865, S. 81–99 (books.google.de).
  • Heinrich Berghaus: Landbuch des Herzogtums Pommern und des Fürstentums Rügen. Teil III, Band 1. Anklam 1867, S. 39–162 (books.google.de)
  • Ostseebad Kolberg. In: Unser Pommerland, Jg. IX, H. 6:
  • Hieronym Kroczyński: Dawny Kołobrzeg. Das alte Kolberg. Wydawnictwo Le Petit Café, Kołobrzeg 1999
  • Gottfried Loeck, Peter Jancke: Kolberg auf alten Landkarten. Ansichten und Stadtpläne aus sieben Jahrhunderten. Hamburg 2013, ISBN 978-3-927996-40-3.
  • H. Riemann: Geschichte der Stadt Kolberg. Aus den Quellen dargestellt. Kolberg 1924.
  • Staatsarchiv Stettin – Wegweiser durch die Bestände bis zum Jahr 1945 (bearbeitet von Radosław Gaziński, Pawel Gut und Maciej Szukała). Verlag Oldenbourg, München 2004, ISBN 3-486-57641-0, S. 302–308 (books.google.de).
  • Johannes Voelker: Die letzten Tage von Kolberg (4.–18. 3. 1945) (= Ostdeutsche Beiträge aus dem Göttinger Arbeitskreis; Bd. 12. Göttinger Arbeitskreis: Veröffentlichung Nr. 190). Holzner, Würzburg 1959.
  • Johann Friedrich Wachse: Historisch-diplomatische Geschichte der Altstadt Kolberg. Halle 1767 (books.google.de)
  • Johann Ernst Fabri: Geographie für alle Stände. Teil I, Band 4. Leipzig 1793, S. 507–518 (books.google.de).
  • Manfred Vollack: Das Kolberger Land – Seine Städte und Dörfer – Ein pommersches Heimatbuch. Husum 1999, ISBN 3-88042-784-4.
  • Michael Rademacher: Deutsche Verwaltungsgeschichte Provinz Pommern – Stadt und Landkreis Kolberg-Körlin. 2006.

Weblinks[Bearbeiten]

 Commons: Kołobrzeg – Album mit Bildern, Videos und Audiodateien
 Wikivoyage: Kołobrzeg – Reiseführer

Fußnoten[Bearbeiten]

  1. a b Population. Size and Structure by Territorial Division. As of December 31, 2013. Główny Urząd Statystyczny (GUS) (PDF), abgerufen am 11. Juli 2014.
  2. Heinrich Gottfried Philipp Gengler: Regesten und Urkunden zur Verfassungs- und Rechtsgeschichte der deutschen Städte im Mittelalter. Erlangen 1863, S. 609 ff.
  3. Gottlieb Stier: Aus der Geschichte des Colberger Lyzeums. In: Neunter Jahresbericht über das Domgymnasium zu Colberg und die damit verbundenen Realschule 1. Ordnung. Colberg 1867, S. 1–18.
  4. Martin Wehrmann: Geschichte von Pommern. Band 2. 2. Auflage. Verlag Friedrich Andreas Perthes, Gotha 1921, S. 169. (Nachdruck: Augsburg 1992, ISBN 3-89350-112-6)
  5. Jakob Franck: Kuse, Jakob. In: Allgemeine Deutsche Biographie (ADB). Band 17, Duncker & Humblot, Leipzig 1883, S. 433 (Erwähnung im Artikel zum Drucker Kuse).
  6. Martin Wehrmann: Geschichte von Pommern. Band 2. 2. Auflage. Verlag Friedrich Andreas Perthes, Gotha 1921, S. 182. (Nachdruck: Augsburg 1992, ISBN 3-89350-112-6)
  7. Vgl. z. B. Johann Gottlieb Tielke: Beiträge zur Kriegskunst und Geschichte des Krieges von 1756–1763. II. Teil: Der Feldzug der kaiserlich-russischen und königlich-preußischen Völker im Jahr 1758. Wien 1786 (Volltext, ohne gefaltete Tafeln)
  8. Hans von Held: Geschichte der drei Belagerungen Kolbergs im siebenjährigen Kriege. Berlin 1847, books.google.de.
  9. Übersicht der Preußischen Handelsmarine (E. Wendt & Co., Hrsg.), Stettin 1848, S. 5.
  10. a b c d Heinrich Berghaus: Landbuch des Herzogtums Pommern und des Fürstentums Rügen. Teil III, Band 1, Anklam 1867, S. 62–65.
  11. Arwied von Witzleben: Heerwesen und Infanteriedienst der Königlich Preußischen Armee. 4. Auflage, Berlin 1854, S. 45–46.
  12. Preußisches Abgeordnetenhaus, Verhandlungen der Zweiten Kammer auf Allerhöchste Anordnung vom 14. November 1854. Band 3, Teil 1, Aktenstück Nr. 53, Berlin 1855, S. 195, linke Spalte unten – rechte Spalte oben.
  13. Kroczyński (siehe Literaturliste) führt die Volkszählung von 1905 an, S. 52
  14. Dr. von Bünau: Regeln für den Gebrauch der Sool. und Seebäder nach den neuesten Erfahrungen und mit besonderer Berücksichtigung auf das Sool- und Seebad Colberg. Colberg 1852 (Volltext)
  15. N. Girschner: Die Ostsee und die Seebäder ihrer deutschen Küste mit specieller Berücksichtigung von Colberg und seiner Umgebung, seiner Sol- und Seebäder. Mit einer Nachschrift von Hermann Hirschfeld: Was bietet und leistet Colberg als Curort, und in welchen Krankheiten ist es vor allen anderen Bädern zu empfehlen? Colberg und Dramburg 1868 (Volltext).
  16. Manfred Vollack: Das Kolberger Land – Seine Städte und Dörfer – Ein pommersches Heimatbuch. Husum 1999, ISBN 3-88042-784-4, S. 34
  17. Christian Friedrich Wutstrack: Kurze historisch-geographisch-statistische Beschreibung von dem königlich-preußischen Herzogtum Vor- und Hinterpommern. Stettin 1793, S. 575.
  18. Ludwig Wilhelm Brüggemann: Ausführliche Beschreibung des gegenwärtigen Zustandes des Königlich-Preußischen Herzogtums Vor- und Hinterpommern. Teil II, Band 2, Stettin 1784, S. 463.
  19. Christian Friedrich Wutstrack: Kurze historisch-geographisch-statistische Beschreibung des königlich-preußischen Herzogtums Vor- und Hinterpommern. Stettin 1793, S. 737.
  20. Christian Friedrich Wutstrack: Nachtrag zur Kurzen historisch-geographisch-statistischen Beschreibung des königlich-preußischen Herzogtums Vor- und Hinterpommern. Stettin 1795, S. 204 (Online).
  21. a b Heinrich Berghaus: Landbuch des Herzogtums Pommern und des Fürstentums Rügen. Teil III, Band 1, Anklam 1867, S. 48.
  22. Gustav Kratz: Die Städte der Prinz Pommern – Abriß ihrer Geschichte, zumeist nach Urkunden. Berlin 1868, S. 94
  23. a b c d e f Michael Rademacher: verwaltungsgeschichte.de Deutsche Verwaltungsgeschichte Pommern – Stadtkreis Kolberg (2006)
  24. Meyers Konversations-Lexikon. 6. Auflage, 1. Bandf, Bibliographisches Institut, Leipzig und Wien, 1908, S. 257–258.
  25. Johann Gottfried Wilhelm Maaß: Geschichte und Beschreibung der St.-Marien-Dom-Kirche zu Kolberg. Kolberg 1837, S. 8 ff.