Koaleszenz

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Schematische Darstellung des Zusammenfließens von Tröpfchen einer Emulsion zu einer kohärenten Phase

Koaleszenz bezeichnet im Allgemeinen das Zusammenfließen kolloidaler Teilchen, z. B. Emulsionströpfchen. Dazu müssen diese zusammentreffen und verschmelzen. Die Oberfläche des gebildeten "Tröpfchens" ist nun kleiner als die der Summe der einzelnen Tröpfchen, es findet also eine Verkleinerung der Oberfläche statt. Die Verkleinerung der Oberfläche führt zu einem geringeren Reibungswiderstand des Tröpfchens, so dass dieses folglich schneller aufsteigt bzw. absinkt als ohne Koaleszenz.

Koaleszenz (auch "Kalter Fluss") bezeichnet die Trocknungsverzögerung. Bei niedrigen Temperaturen und/ oder hoher Luftfeuchtigkeit besteht die Möglichkeit, dass die Trocknung eines organisch gebundenen Putzes verzögert wird. Organisch gebundene Putze trocknen physikalisch, d. h. dass die im Wasser befindlichen Dispersionsteilchen als Bindemittel bei der Verdunstung des Wassers langsam zusammenfließen und miteinander verkleben. Dieser Prozess wird auch als Filmbildung bezeichnet und eingeleitet durch die Wasserabgabe an die Luft bis zum Erreichen der Ausgleichsfeuchte und/oder in ein poröses Gefüge.

Koaleszenz in der Genealogie bezeichnet die Verschmelzung der Zweige eines Familienstammbaumes.

Koaleszenzabscheider[Bearbeiten]

Bei einem Leichtflüssigkeitsabscheider oder einem Ölabscheider wird oft eine Koaleszenzstufe eingebaut. Diese Stufe besteht aus V-förmigen Blechen, die wie Dächer übereinander angeordnet sind. Durch Löcher an der Knickkante der Bleche fließen kleinste im Wasser verteilte Öltröpfchen zu großen Öltröpfchen mit mehr Auftrieb zusammen (die Öltröpfchen akkumulieren) und können so durch den Dichteunterschied an der Oberfläche abgetrennt werden. Dadurch können auch die letzten 3 % Leichtflüssigkeit abgeschieden werden, da man ohne einen Adsorptions-Koaleszenzabscheider nur einen Wirkungsgrad von 97 % erzielen kann.

Koaleszenzfilter[Bearbeiten]

Bei einem Koaleszenzfilter wird Luft (oder auch eine Flüssigkeit) durch eine sehr durchlässige Faser- oder Drahtgewebepackung geleitet, wobei Öl- und Schmutzpartikel "statistisch" auf Filterfasern auftreffen und aufgrund einer Haftkraft (Klebrigkeit) hängenbleiben. Abgeschiedene klebrige Substanzen wie Öl können nicht klebrige Schmutzpartikel auffangen. Beispiele: die alten Luftfilter von Auto- und Motorradmotoren mit geölten Drahtgewebeeinlagen (Metallgestrick); Ölnebelabscheider (Demister) in Absaugungen von spanabhebenden Maschinen mit Kühlschmierstoffen; die Abscheideleistung ist häufig nicht zufriedenstellend, deshalb werden bei nicht klebrigen Feinstäuben grundsätzlich andere Filterprinzipien (Oberflächenfilter wie die typischen Patronenfilter mit Abreinigung), Porenfilter, Elektrostatikfilter (bei Rauch, etc.) verwendet oder nachgeschaltet.