Kob

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Der Titel dieses Artikels ist mehrdeutig. Weitere Bedeutungen sind unter Kob (Begriffsklärung) aufgeführt.
Kob
Kob der Unterart Kobus kob thomasi (Uganda-Kob)im Murchison-Falls-Nationalpark

Kob der Unterart Kobus kob thomasi (Uganda-Kob)
im Murchison-Falls-Nationalpark

Systematik
Ordnung: Paarhufer (Artiodactyla)
Unterordnung: Wiederkäuer (Ruminantia)
Familie: Hornträger (Bovidae)
Unterfamilie: Reduncinae
Gattung: Wasserböcke (Kobus)
Art: Kob
Wissenschaftlicher Name
Kobus kob
(Erxleben, 1777)
Verbreitungsgebiet des Kobs (rot)
Weiblicher Buffon-Kob (K. k. kob) im W-Nationalpark

Der Kob (Kobus kob) ist eine afrikanische Antilope aus der Gattung der Wasserböcke. Sie gleicht in der Größe und im Aussehen dem Puku, weshalb sie manchmal zur selben Spezies wie dieser gerechnet wird. Der Name „Kob“ wurde der Wolof-Sprache entlehnt. Der Kob ist eine der häufigsten Gazellenarten Afrikas und eine der Unterarten zeigt ausgeprägtes Migrationsverhalten.[1]

Merkmale[Bearbeiten]

Das stämmige Männchen kann mit einer Schulterhöhe von bis zu 109 Zentimetern bis zu 95 Kilogramm wiegen. Es hat einen muskulösen Hals und starke, leierförmige Hörner, die bis zu 69 Zentimeter lang werden können.[2] Das Weibchen trägt keine Hörner und ist in der Regel heller als das Männchen gefärbt. Aufgrund der Färbung unterscheidet man mehrere Unterarten. Meistens sind die Kob rotbraun gefärbt, tragen einen weißen Fleck am Hals und schwarze Zeichnung an der Vorderseite der Läufe. An der Unterseite sind sie weiß.

Verbreitungsgebiet[Bearbeiten]

Der Kob kommt nur in West- und Zentralafrika vor, und zwar von Senegal über Nigeria und den südlichen Sudan bis in den Westen Ugandas.

Kobs leben in Schwemmebenen und hügeligem Gelände und sind an Dauergewässer gebunden. Hier leben sie von Gras sowie Wasserpflanzen.

Die Weibchen bilden Herden aus 15 bis 40 Tieren. Männchen sind territoriale Einzelgänger. Wie beim verwandten Letschwe sind die Reviere bei dichter Population sehr klein; sie haben manchmal einen Durchmesser von nur 100 Metern, und ein Männchen vermag dieses kleine Territorium oft nur wenige Tage zu halten.

Obwohl manche Fachleute bis zu dreizehn verschiedene Unterarten beschrieben haben, werden meistens nur drei unterschieden, weil zwischen diesen sehr auffällige Unterschiede bestehen:

  • Buffon-Kob (K. k. kob), Westafrika von Senegal bis Kamerun, Tschad, Zentralafrikanische Republik.
  • Weißohr-Kob (K. k. leucotis), Südsudan, nordwestliches Uganda. Bei dieser Unterart haben die Männchen einen fast schwarzbraunen Rücken, das Ohrinnere ist auffallend hell und die weißen Augenringe setzen sich stark gegenüber dem übrigen Haarkleid ab. Wichtige Schutzgebiete sind etwa der Boma-Nationalpark und der Badingilo-Nationalpark im Südsudan.[3]
  • Uganda-Kob (K. k. thomasi), nördlicher Kongo, südwestliches Uganda

Literatur[Bearbeiten]

  • C. A. Spinage: The Natural History of Antelopes. Croom Helm, London 1986, ISBN 0-7099-4441-1

Weblinks[Bearbeiten]

 Commons: Kob – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien
  • Kobus kob in der Roten Liste gefährdeter Arten der IUCN 2008. Eingestellt von: Antelope Specialist Group, 2008. Abgerufen am 1. Januar 2009

Einzelbelege[Bearbeiten]

  1. Spinage, S. 181-182
  2. Spinage, S. 181
  3. Kobus kob in der Roten Liste gefährdeter Arten der IUCN 2008. Eingestellt von: Antelope Specialist Group, 2008. Abgerufen am 18. Dezember 2013