Koblenz-Arzheim

aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie
Wechseln zu: Navigation, Suche

50.3557.6325Koordinaten: 50° 21′ 18″ N, 7° 37′ 57″ O

Arzheim
Stadt Koblenz
Fläche: 4,29 km²dep1
Einwohner: 2173 (30. Sep. 2012)
Eingemeindung: 1970
Postleitzahl: 56077
Vorwahl: 0261
Lage des Stadtteils Arzheim

Lage des Stadtteils Arzheim

Koblenz-Arzheim ist ein Stadtteil von Koblenz. Der 1970 eingemeindete Stadtteil liegt rechtsrheinisch auf einer Anhöhe zwischen dem Mühlenbach im Norden und dem Griesentalbach im Süden.

Geographie[Bearbeiten]

Der Ort hat etwa 2.200 Einwohner und eine Fläche von ca. 486,7 ha (davon 46,7 ha bebaute Fläche, 13,1 ha Erholungsfläche, 31,2 ha Verkehrsfläche, 141,9 ha Landwirtschaftsfläche, 191,5 ha Waldfläche, 1,9 ha Wasserfläche und 60,4 ha für andere Nutzung). Die höchste Erhebung in Arzheim ist mit 233 m der Steiner Kopf.

Geschichte[Bearbeiten]

Die vermutlich erste aber unbestätigte Erwähnung von Arzheim stammt aus dem Jahr 868. Das Gebiet der Gemarkung Arzheim war jedoch schon vor Christi Geburt besiedelt, was Grabfunde belegen. Um das Jahr 1000 soll der Erbauer der Burg Ehrenbreitstein seinen Hof in Arzheim dem Stift St. Kastor geschenkt haben.

Danach beginnt eine wechselhafte Geschichte, die den Höfen und Wirtschaftsgütern und später dem Dorf wechselnde Herren bringt, darunter Hermann V. von Helfenstein und seine Ehefrau Anna von Boos von Waldeck. Arzheim gehörte von 1300 bis 1581 zum Familienlehen der Herren von Helfenstein. In dieser Zeit entwickelte sich der heutige Ortskern von Arzheim, der zunächst um die romanische Pfarrkirche St. Aldegundis aus der Zeit um 1000 lag. Nach der Zerstörung durch französische Truppen 1678 wurde der Ort nördlich der Kirche neu errichtet.

Mit Bau der Festung Koblenz Anfang des 19. Jahrhunderts durch Preußen lag Arzheim im zweiten Rayon des Forts Asterstein. Somit durften im Ort nur Fachwerkhäuser errichtet werden. Ab 1866 wurde an der westlichen Zufahrt die Arzheimer Schanze gebaut, die 1927 völlig geschleift wurde.

Bereit 1300 wurde der Ort Arzheym genannt. Er gehörte bis 1803 zum Kurtrierischen Amt Ehrenbreitstein und wurde auf dem Reichsdeputationshauptschluss dem Herzogtum Nassau zugeordnet. Nach der Übernahme der Region durch das Königreich Preußen (1815) wurde Arzheim der Bürgermeisterei Ehrenbreitstein zugeordnet. Nach der Eingemeindung von Ehrenbreitstein 1937 nach Koblenz, kam Arzheim zum Amt Vallendar. Durch das 9. Landesgesetz über die Verwaltungsvereinfachung wurde Arzheim als eigenständige Gemeinde im Landkreis Koblenz aufgelöst und mit dem Auseinersetzungsvertrag vom 2. November 1970 am 7. November 1970 in die Stadt Koblenz eingegliedert.[1]

Bauwerke[Bearbeiten]

Wappen[Bearbeiten]

Wappen von Arzheim

Das Wappen ist als Dreieckschild dargestellt. Es hat ein schwarzes Schildhaupt (Querbalken) und wird durch einen schwarzen Schildhauptleistenpfahl (Frankenpfahl), der bis zum Schildfuß reicht, geteilt.

In die Felder des geteilten und schwarz umrandeten Dreiecksschildes sind folgende Familienwappen eingebracht:

Wappenfeld vorne/links: Wappen Hermann V. von Helfenstein

oben: in Gold ein rotbraun bewehrter und blau gekrönter Löwe mit blauen Krallen. unten: in Blau neun goldene Lilien.

Wappenfeld hinten/rechts: Wappen Anna von Boos von Waldeck

schräglinks aneinandergereiht drei goldene rautenförmige Gürtelschnallen, oben belegt mit einem silbernen Turnierkragen (Halssteg).

Wappenbegründung:

Das Wappen in Form eines geteilten Dreiecksschildes mit Schildhaupt und Frankenpfahl ist von einem noch erhaltenen Siegel aus dem Jahre 1406 abgeleitet. In diesem Siegel ist über einem geteilten Dreiecksschild das Brustbildnis der Pfarrpatronin, der hl. Aldegundis dargestellt. Die Felder des geteilten Dreiecksschildes waren bisher leer.

Anknüpfend an die mehr als 1000-jährige Geschichte des bis 1970 selbständigen Dorfes Arzheim, erinnern die vorne/links und hinten/rechts eingefügten Wappenbilder an den früheren Dorfherrn, Hermann V. von Helfenstein und seine Ehefrau Anna von Boos von Waldeck, die in der Mitte des 15. Jahrhunderts in und um Arzheim die Grund- und Herrschaftsrechte (Hochgerichtsbarkeit) ausübten.

Literatur[Bearbeiten]

Weblinks[Bearbeiten]

 Commons: Koblenz-Arzheim – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien
 Wiktionary: Arzheim – Bedeutungserklärungen, Wortherkunft, Synonyme, Übersetzungen

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Statistisches Landesamt Rheinland-Pfalz – Amtliches Gemeindeverzeichnis 2006, Seite 183 (PDF; 2,6 MB)