Koblenz-Ehrenbreitstein

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Koblenz-Ehrenbreitstein
Lage des Stadtteils Koblenz-Ehrenbreitstein
Basisdaten
Stadtteil seit: 1937
Fläche: 1,71 km²
Einwohner: 1.993 (30. Sep. 2012)
Bevölkerungsdichte: 1.168 Einwohner je km²
Postleitzahl: 56077
Vorwahl: 0261
Kfz-Kennzeichen: KO
Wappen von Koblenz - Ehrenbreitstein

Ehrenbreitstein ist ein Stadtteil von Koblenz. Die alte Residenzstadt war bis 1937 selbständig und wurde dann nach Koblenz eingemeindet. Sie liegt auf der rechten Rheinseite gegenüber dem Deutschen Eck. Im 17. Jahrhundert machten die Trierer Kurfürsten Ehrenbreitstein zu ihrer Residenz. Oberhalb von Ehrenbreitstein liegt die gleichnamige Festung Ehrenbreitstein. Seit 2002 gehört die Altstadt von Ehrenbreitstein zum UNESCO-Welterbe Oberes Mittelrheintal.

Inhaltsverzeichnis

Geschichte [Bearbeiten]

Erstmals erwähnt wurde um 1000 auf dem Ehrenbreitstein eine Burg, errichtet von einem Ehrenbert oder Ehrenbrecht aus konradinischem Haus. Sie ging 1020 in den Besitz der Erzbischöfe von Trier über. Es war ihr Brückenkopf für den rechtsrheinischen Besitz des Kurfürstentums von Kurtrier und galt als ihre sicherste Burg. Erzbischof Hillin von Fallemanien ließ ab 1160 diese Burg weiter ausbauen. Auf der Südseite entstand die Burg Helfenstein. Hier wohnten vom 12. bis zum 14. Jahrhundert die Herren von Helfenstein. Kurfürst Richard von Greiffenklau ließ Anfang des 16. Jahrhunderts die Burg zu einer Festung ausbauen. Er ließ auch 1524 die neun Tonnen schwere Kanone Greif in Frankfurt gießen und auf dem Ehrenbreitstein aufstellen.

Um das Jahr 1493 wurde in Ehrenbreitstein von Johannes Paltz ein Augustinereremitenkloster gegründet. Er war Theologieprofessor und Lehrer Martin Luthers. Luther soll ihn sogar auf seiner Romreise 1510 in Ehrenbreitstein besucht haben. Das Kloster wurde 1573 wieder aufgelöst.

Unterhalb der Festung erbaute Kurfürst Philipp Christoph von Sötern 1626 bis 1629 das Schloss Philippsburg und verlegte seine Residenz aus dem inzwischen unsicher gewordenen Trier hierher. Auf seinen persönlichen Wunsch hin siedelten sich die Kapuziner 1627 in Ehrenbreitstein an und bauten sich ein Kloster. Im Dreißigjährigen Krieg wurde Ehrenbreitstein 1636 verwüstet, als es harte Kämpfe um die oberhalb der Stadt liegende Festung gab.

Die nachfolgenden Kurfürsten behielten das Schloss Philippsburg als Residenz bei. Von hier gingen in den folgenden Jahren wichtige Impulse für das politische und kulturelle Leben von Kurtrier aus. Unmittelbar an der Zufahrt zum Schloss entstand unter Kurfürst Franz Georg von Schönborn von 1739 bis 1749 ein schlossähnliches Gebäude, der sogenannte Dikasterialbau (siehe Dikasterium), zur Unterbringung der kurtrierischen Zentralverwaltung nach Plänen von Balthasar Neumann. Nach 1747 wurde hinter dem Dikasterialbau der Krummstall zur Unterbringung von Soldaten, Personal und Werkstätten gebaut. Neben dem Dikasterialbau errichtete Johannes Seiz 1764 den Marstall im Stil des Rokoko.

Nachdem französische Truppen 1794 Koblenz erobert hatten, belagerten sie die Festung bis zur kampflosen Aufgabe 1799. Die Festung wurde 1801 gesprengt, da die Franzosen im Frieden von Lunéville die rechtsrheinischen Gebiete räumen mussten. Ehrenbreitstein kam danach durch den Reichsdeputationshauptschluss erst an das Herzogtum Nassau und schließlich 1815 an Preußen. Von 1803 bis 1815 war Ehrenbreitstein Verwaltungssitz eines nassauischen Regierungsbezirks. Das preußische Militär baute die Festung Ehrenbreitstein im Rahmen des Baus der Festung Koblenz von 1817 bis 1828 wieder neu auf.

Von 1819 bis zu ihrer Zerstörung 1945 verband eine Schiffbrücke Ehrenbreitstein mit den Rheinanlagen von Koblenz. An Stelle der ehemaligen Schiffbrücke verkehrt heute das Personenfährschiff “Schängel”. Der Ort war bis zur Eingemeindung nach Koblenz am 1. Juli 1937 Verwaltungssitz für die im Kreis Koblenz-Land gelegene (preußische) Bürgermeisterei Ehrenbreitstein, zu der außerdem Arenberg, Arzheim, Horchheim, Immendorf, Pfaffendorf und Urbar gehörten.

Sehenswürdigkeiten [Bearbeiten]

Siehe auch: Liste der Kulturdenkmäler in Koblenz-Ehrenbreitstein

Bundesgartenschau 2011 [Bearbeiten]

Die hölzerne Aussichtsplattform auf der Bundesgartenschau 2011
Hauptartikel: Bundesgartenschau 2011

Die Stadt Koblenz hat den Zuschlag für die Austragung der Bundesgartenschau 2011 erhalten. Das Vorgelände der Festung, hier wird ein Landschaftspark entstehen, und die Festung selbst werden als Austragungsfläche genutzt. Dazu wird das Land Rheinland-Pfalz die Festungsanlagen komplett sanieren. Eine Kabinenseilbahn wird die Besucher von den Rheinanlagen über den Rhein auf das Plateau vor der Festung befördern.[1]

Die Rheinanlagen Ehrenbreitstein werden ebenfalls umgestaltet. Es soll eine zusammenhängende Grünanlage entstehen. Ziel ist es, langfristig einen baumüberstellten Park zu erhalten. Die Böschungen werden überarbeitet und neue Anglerplätze errichtet. Der vorhandene Kinderspielplatz wird auf zwei Ebenen errichtet und insgesamt ca. 400 m² Spielfläche erhalten. Spielgeräte in Anlehnung an Motive der Binnenschifffahrt werden dafür als Sonderkonstruktionen gefertigt.

Verkehr [Bearbeiten]

Der Stadtteil Ehrenbreitstein liegt an der B 42 sowie an der rechten Rheinstrecke mit dem Bahnhof Koblenz-Ehrenbreitstein. An Stelle der ehemaligen Schiffbrücke überquert heute das Passagierschiff „Schängel“ den Rhein nach Koblenz. Der Schrägaufzug Ehrenbreitstein verbindet seit 2011 das Ehrenbreitsteiner Tal mit der Ostseite der Festung Ehrenbreitstein. An gleicher Stelle verkehrte zuvor 53 Jahre lang ein Sessellift, der Ende 2009 seinen Betrieb einstellte.

Persönlichkeiten [Bearbeiten]

Folgende Persönlichkeiten wurden in Ehrenbreitstein geboren:

Literatur [Bearbeiten]

  • Die geschichtliche Entwicklung von Ehrenbreitstein. Verlag Baukunst, Düsseldorf 1931 (Digitalisat)

Weblinks [Bearbeiten]

 Commons: Koblenz-Ehrenbreitstein – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien
Wiktionary Wiktionary: Ehrenbreitstein – Bedeutungserklärungen, Wortherkunft, Synonyme, Übersetzungen

Einzelnachweise [Bearbeiten]

  1. Doppelmayr baut zur Koblenzer Buga eine der größten Seilbahnen Europas über Rhein in: Rhein-Zeitung, 27. November 2008

50.3602777777787.615Koordinaten: 50° 21′ 37″ N, 7° 36′ 54″ O