Koblenz-Pfaffendorf
| Koblenz-Pfaffendorf | |
|---|---|
| Basisdaten | |
| Stadtteil seit: | 1937 |
| Fläche: | 4,03 km² |
| Einwohner: | 2.713 (31. Dez. 2007) |
| Bevölkerungsdichte: | 673 Einwohner je km² |
| Postleitzahl: | 56076 |
| Vorwahl: | 0261 |
| Kfz-Kennzeichen: | KO |
Pfaffendorf ist ein Stadtteil von Koblenz. Er liegt auf der rechten Rheinseite zwischen Ehrenbreitstein und Horchheim. Von hier führt die Pfaffendorfer Brücke über den Rhein in die Innenstadt von Koblenz.
Inhaltsverzeichnis |
[Bearbeiten] Geschichte
Bereits in der Bronzezeit siedelten hier Menschen. Funde aus der Hallstattkultur über die Kelten bis hin zu den Römern belegen eine Nutzung dieses Gebietes. Bei Ausgrabungen wurde eine römische Villa entdeckt. Durch Pfaffendorf verlief auch die rechtsrheinische Heerstraße der Römer.
Kaiser Heinrich II. schenkte 1018 dem Trierer Erzbischof Poppo von Babenberg den fränkischen Königshof in Koblenz mitsamt den Weinbergen in Paffendorf. Der Name Pfaffendorf wurde erstmals urkundlich in einer Schenkung 1047 zugunsten des Stifts St. Kastor erwähnt. Die Pfaffen dieses Stiftes hatten hier ihre Weinberge. Der Anbau von Wein in Terrassenform in den Berghängen wurde erstmals im 10. Jahrhundert eingeführt. Wegen dieser Terrassenbauweise gaben vorbeifahrende Schiffer Pfaffendorf den Namen Rheinisches Nizza. Der letzte Wein wurde hier 1950 geerntet.
Nach der französischen Besetzung von Koblenz 1794 gehörte Pfaffendorf noch bis 1803 zu Kurtrier. Danach kam es durch den Reichsdeputationshauptschluss erst an das Herzogtum Nassau und schließlich 1815 an Preußen. Der Ort gehörte zur Bürgermeisterei Ehrenbreitstein im Kreis Koblenz. Die Eingemeindung nach Koblenz erfolgte am 1. Juli 1937.
Von 1907 bis 1947 regelte die Wahrschaustation (Seemannssprache: wahrschauen = warnen, instruieren) in Pfaffendorf den Schiffsverkehr auf dem Rhein. Wenn die Schiffbrücke in Koblenz offen war, gab sie den Schiffen mit einer Fahne die Durchfahrt frei.
Aufgrund des extrem niedrigen Rheinpegels wurden im November 2011 eine Reihe von Kampfmitteln aus dem Zweiten Weltkrieg am Pfaffendorfer Rheinufer gefunden. Zuerst fand man am 19. November 2011 ein Tarnnebelfass, das am nächsten Tag vom Kampfmittelräumdienst gesprengt wurde. Am selben Tag entdeckte ein Spaziergänger eine britische 1,8 Tonne schwere Luftmine, am 24. November 2011 folgte der Fund einer amerikanische 125 kg schwere Fliegerbombe und eines weiteren Tarnnebelfasses. Für die Entschärfung am 4. Dezember 2011 musste die größte Evakuierung in der Geschichte der Stadt nach dem Zweiten Weltkrieg durchgeführt werden. Davon waren 45.000 Einwohner der Stadt, ein Gefängnis, zwei Krankenhäuser und sieben Altenheime in einem Radius von 1,8 Kilometern um den Fundort der Luftmine betroffen.[1]
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Hauptgrund für die großräumige Evakuierung in Koblenz 2011: Eine britische 1,8 Tonnen-Luftmine, gefunden am Pfaffendorfer Rheinufer
[Bearbeiten] Bauwerke
Siehe auch: Liste der Kulturdenkmäler in Koblenz-Pfaffendorf
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Wahrschaustation in Koblenz-Pfaffendorf
[Bearbeiten] Persönlichkeiten
- Max von Laue, deutscher Physiker und Nobelpreisträger, wurde 1879 in Pfaffendorf geboren. Nach ihm wurde ein Koblenzer Gymnasium benannt.
- Augustina Schumacher, katholische Ordensgründerin in Sachsen, wurde 1887 in Pfaffendorf geboren.
[Bearbeiten] Weblinks
- Bild von Pfaffendorf aus J.F. Dielmann, A. Fay, J. Becker (Zeichner): F.C. Vogels Panorama des Rheins, Bilder des rechten und linken Rheinufers, Lithographische Anstalt F.C. Vogel, Frankfurt 1833
- Bild der Pfaffendorfer Höhe, dito
[Bearbeiten] Einzelnachweise
- ↑ Bombenfund in Koblenz in: Focus Online, 2.Dezember 2011
50.3483333333337.6052777777778Koordinaten: 50° 20′ 54″ N, 7° 36′ 19″ O
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