Kodierfachkraft

aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie
Wechseln zu: Navigation, Suche

Mit der Einführung des G-DRG Systems (Fallpauschalensystem in Krankenhäusern) 2003 und dessen konstanter Weiterentwicklung gewinnt das Berufsbild der Medizinischen Kodierfachkraft (MKF) zusehends an Bedeutung.

Ärzte und pflegendes Personal in deutschen Kliniken sind aufgrund der Arbeitsbelastung sowie wachsenden Komplexität und Entwicklung der DRGs (Fallpauschalen), ICD (Diagnose-Katalog) und OPS (Katalog medizinischer Verfahren) zunehmend auf die Hilfe von speziell ausgebildetem Fachpersonal angewiesen.

Dieses sollte idealerweise eine Kombination aus medizinischem Hintergrundwissen, weiterführenden Kenntnissen zum DRG-System, betriebswirtschaftlichem Sachverstand sowie praxisorientierten EDV-Kompetenzen vereinen.

Tatsächlich hat sich dabei ein neues Berufsbild entwickelt. Die Kodierfachkraft (engl. clinical coder) ist ein Beruf im Krankenhaus. Die Haupttätigkeit ist die Erfassung der ärztlichen Leistungen in nach den Richtlinien bestimmten Kodierungen zwecks Abrechnung mit den Leistungsträgern im Rahmen der Abrechnung von Fallpauschalen [1].

Basis ist die International Classification of Diseases und der OPS-Code. In Deutschland sind die an der vertragsärztlichen Versorgung teilnehmenden Ärzte und ärztlich geleiteten Einrichtungen laut Satz 1 und 2 des Sozialgesetzbuchs, § 295 Abrechnung ärztlicher Leistungen, verpflichtet, Diagnosen nach ICD-10 GM zu verschlüsseln.

Um den erheblichen abrechnungstechnischen und medizinischen Anforderungen gerecht zu werden hat sich eine Weiterbildung bereits ausgebildeten medizinischen Fachpersonals oder geeigneten Abrechnungspersonals zur Medizinischen Kodierfachkraft (MKF) etabliert. Hierbei können Absolventen ein Zertifikat der Industrie- und Handelskammer als Qualifikationsnachweis erwerben. So konnte seit 2013 ein strukturierter Ausbildungsstandard etabliert werden. Bereits im Berufsfeld tätige Fachkräfte können bei entsprechender Eignung das IHK-Zertifikat im Rahmen einer Qualifikations-Prüfung erlangen.

Mit der Einführung eines ähnlichen Abrechnungssystems auch für den psychiatrischen Bereich(Pauschalierende Entgeltsystem Psychiatrie und Psychosomatik (PEPP)) hat das Berufsbild seit 2013 ein weiteres breites Einsatzfeld gefunden.

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Hamburger Abendblatt 6. September 2008 S.63