Koerzitive Funktion
In der Mathematik wird eine reellwertige Funktion als koerzitiv (oder koerziv) bezeichnet, falls die Funktionswerte gegen unendlich streben, wenn die Eingabewerte gegen unendlich streben.
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[Bearbeiten] Definition
Sei
ein normierter Raum und
. Die Funktion
heißt koerzitiv, falls für alle Folgen
mit
gilt:
[Bearbeiten] Motivation
Im Allgemeinen nehmen stetige Funktionen auf nicht-kompakten Mengen kein Minimum oder Maximum an, z. B. realisiert
das Maximum und das Minimum nicht. Diese Funktion ist nach unten und nach oben unbeschränkt und nicht koerzitiv.
ist hingegen koerzitiv und nimmt das Minimum (
) an.
Folgender Satz macht klar, unter welchen Bedingungen eine koerzitive Funktion ihr Minimum tatsächlich annimmt:
Sei
ein reflexiver Banachraum und
erfülle wenigstens eine der folgenden Bedingungen:
ist schwach halbstetig von unten und koerzitiv
ist stetig, konvex und koerzitiv
Dann nimmt
das Minimum an.
[Bearbeiten] Erweiterung auf Sesquilinearformen
Eine komplexwertige Sesquilinearform
wird als koerzitiv bezeichnet, falls die Funktion
reellwertig und koerzitiv ist. Diese Eigenschaft findet z. B. im Lemma von Lax-Milgram Anwendung.
Der Begriff darf nicht mit der Koerzitivfeldstärke verwechselt werden.
[Bearbeiten] Literatur
- Dirk Werner: Funktionalanalysis. Springer Verlag, 2005. ISBN 3-540-43586-7
