Kohlberg (Oberpfalz)

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Wappen Deutschlandkarte
Wappen des Marktes Kohlberg
Kohlberg (Oberpfalz)
Deutschlandkarte, Position des Marktes Kohlberg hervorgehoben
49.612.016666666667482Koordinaten: 49° 36′ N, 12° 1′ O
Basisdaten
Bundesland: Bayern
Regierungsbezirk: Oberpfalz
Landkreis: Neustadt an der Waldnaab
Verwaltungs-
gemeinschaft:
Weiherhammer
Höhe: 482 m ü. NHN
Fläche: 33,52 km²
Einwohner: 1209 (31. Dez. 2013)[1]
Bevölkerungsdichte: 36 Einwohner je km²
Postleitzahl: 92702
Vorwahl: 09608
Kfz-Kennzeichen: NEW, ESB, VOH
Gemeindeschlüssel: 09 3 74 131
Marktgliederung: 13 Ortsteile
Adresse der
Marktverwaltung:
Hauptstr. 3
92729 Weiherhammer
Webpräsenz: www.kohlberg-opf.de
Bürgermeister: Rudolf Götz (CSU)
Lage des Marktes Kohlberg im Landkreis Neustadt an der Waldnaab
Landkreis Bayreuth Landkreis Schwandorf Weiden in der Oberpfalz Landkreis Tirschenreuth Landkreis Amberg-Sulzbach Georgenberg Neustadt am Kulm Pressath Trabitz Eschenbach in der Oberpfalz Bechtsrieth Windischeschenbach Weiherhammer Waldthurn Waidhaus Vohenstrauß Theisseil Tännesberg Störnstein Schwarzenbach (Oberpfalz) Schlammersdorf Schirmitz Püchersreuth Pirk Parkstein Neustadt an der Waldnaab Mantel (Markt) Luhe-Wildenau Leuchtenberg Kohlberg (Oberpfalz) Kirchenthumbach Kirchendemenreuth Irchenrieth Grafenwöhr Flossenbürg Floß (Oberpfalz) Etzenricht Eslarn Altenstadt an der Waldnaab Speinsharter Forst Manteler Forst Vohenstrauß Heinersreuther Forst Tschechien Vorbach Speinshart Moosbach (Oberpfalz)Karte
Über dieses Bild

Vorlage:Infobox Gemeinde in Deutschland/Wartung/Markt

Blick auf Kohlberg, Januar 2007
Ortsansicht Kohlberg von Norden, März 2011

Kohlberg ist ein Markt im Oberpfälzer Landkreis Neustadt a.d.Waldnaab und Mitglied der Verwaltungsgemeinschaft Weiherhammer.

Herkunft des Namens[Bearbeiten]

Der Name Kohlberg rührt von den Köhlern am Berg. Holzkohle wurde damals zum Schmelzen des Eisenerzes benötigt.[2]

Geografie[Bearbeiten]

Geografische Lage[Bearbeiten]

Kohlberg liegt in der Planungsregion Oberpfalz-Nord am Nordhang des 588 Meter hohen Kohlbühls.[3]

Gemeindegliederung[Bearbeiten]

Die politische Gemeinde hat 13 amtlich benannte Ortsteile[4]:

Es gibt folgende Gemarkungen: Hannersgrün, Kohlberg, Röthenbach, Thannhof

Geschichte[Bearbeiten]

Die Entstehung Kohlbergs, durch dessen Gebiet schon eine Route der Bernsteinstraße führte, geht wahrscheinlich auf die erste Hälfte des 12. Jahrhunderts zurück. Etwa zeitgleich entstanden auch die umliegenden Ortschaften Hannersgrün, Artesgrün, Weißenbrunn, der Weiler Thannhof und Röthenbach.[3]

Bereits 1250 wurde Kohlberg als eigenes Richteramt beschrieben. Der Richteramt umfasste die Ortschaften Kohlberg, Hannersgrün, Artesgrün, Weißenbrunn, die Mühle zu Falkenthal, die Ödung im Thann (Thannhof), den Hammer zu Röthenbach sowie die eingegangenen Ödungen Eichhöh und Eichelberg. Das Richteramt umfasste damit in etwa das heutige Gemeindegebiet.[2][3]

Die Erhebung zum Markt muss um oder nach 1300 erfolgt sein, denn im Freiheitsbrief für Kaltenbrunn vom 28. November 1344 heißt es: „Es soll auch das vorgenannte Dorf all die Rechte haben, die der Markt zu Kohlberg hat.“[3] Voraussetzung für die Erhebung zum Markt war ein eigenes Gericht, die Abhaltung eines Marktes und eine Befestigung. Das Gericht bestand bereits. Der Markttag ist zwar nicht belegt, gilt jedoch als wahrscheinlich. Den fehlenden Bering um den Ort dürfte die mit einem Mauerring befestigte, in der Zwischenzeit aus Stein erbaute Kirche ersetzt haben.[5]

Kohlberg lag an dem bedeutendsten mittelalterlichen Handelsweg zwischen Nürnberg und Prag, der Goldenen Straße. Neben Kaufleuten, Händlern, Kurieren und anderen Reisenden zog im Mittelalter deswegen auch viel Kriegsvolk durch Kohlberg. Auch Jan Hus zog im Oktober 1414 auf seiner letzten Reise von Weiden kommend durch Kohlberg nach Konstanz, wo er als Ketzer verbrannt wurde.[5]

Seit 1268 war Kohlberg in wittelsbachischem Besitz. Der Markt war seit dem 15. Jahrhundert Sitz eines der sieben Gerichte des Gemeinschaftsamts Parkstein-Weiden, in denen der Parksteiner Landrichter zusammen mit zwölf Geschworenen in Fällen der hohen und niederen Gerichtsbarkeit urteilte.

Großen Tribut forderte der Dreißigjährige Krieg von Kohlberg. 1621 und 1626 starben jeweils über 40 Personen an der Pest, die durchziehende Soldaten eingeschleppt hatten. Am 26. Mai 1634 steckten durchziehende Österreicher und Kroaten den Ort in Brand. Von 58 Bürgerhäusern blieb nur das Buschenhaus am Ortseingang verschont. Kirche, Schule, Pfarrhaus und auch das Brauhaus wurden ein Raub der Flammen.[5]

Von den Folgen des Dreißigjährigen Krieges erholte sich Kohlberg nur langsam. 1644 wurde die Kirche wieder aufgebaut. Ab 1633 diente sie den beiden gleichberechtigten christlichen Konfessionen. Zu dieser Zeit zählte die Gemeinde 72 Katholiken und 380 Protestanten. Dieser Zustand dauerte bis zum Dezember 1916, als die katholische Kirche fertiggestellt wurde.[5]

Da im Kondominium Gemeinschaftsamt Parkstein-Weiden, zu dem Kohlberg gehörte, häufig die Besitzverhältnisse wechselten, wechselten vom 15. bis Anfang des 18. Jahrhunderts auch in Kohlberg häufig die Landesherren. Als 1714 die Pfalz-Neuburg ihren Anteil am Gemeinschaftsamt Parkstein-Weiden verkaufte und dadurch das Kondominium in Parkstein-Weiden beendet wurde, gehörte Parkstein-Weiden und damit auch der Ort Kohlberg vollständig zum Herzogtum Pfalz-Sulzbach.[6]

Ein durch Blitzschlag verursachter Brand zerstörte 1723 in Kohlberg 19 Häuser und 13 Stadel. Die enge Bebauung, teilweise aus Holz, die Stroh- oder Schindelbedachung sowie der oft nachlässige Umgang mit offenem Licht dürfte der Auslöser weiterer Brände gewesen sein: Am 1. August 1800 brannten zwei Drittel der Gebäude im Markt ab, 1854 zerstörte ein Brand acht Hausanwesen an der Westseite des Kohlberger Marktplatzes.[5]

Als 1777 die bayrischen Wittelsbacher ausstarben, erbte der in der Pfalz-Sulzbach herrschende Karl Theodor das kurbayrische Gebiet. Kohlberg wurde somit kurbayrisch.[6]

Im Zuge der Verwaltungsreformen in Bayern entstand mit dem Gemeindeedikt von 1818 der heutige Markt.

1868 wurde in Kohlberg die Freiwillige Feuerwehr gegründet.[5]

Eingemeindungen[Bearbeiten]

Am 1. Januar 1972 wurde die bis dahin selbständige Gemeinde Hannersgrün eingegliedert.[7]

Einwohnerentwicklung[Bearbeiten]

  • 1970: 1212
  • 1987: 1175
  • 2000: 1220
  • 2011: 1262

Religionen[Bearbeiten]

Ursprünglich gehörte Kohlberg wohl zur Urpfarrei Luhe. Bereits in den ältesten Verzeichnissen des Bistums Regensburg aus den Jahren 1284 bzw. 1326 ist jedoch eine Pfarrei „Cholberch“ geführt.[3]

Im Jahr 1542 führte Pfalzgraf Ottheinrich als Mitinhaber des Gemeinschaftsamtes Parkstein-Weiden den evangelischen Glauben ein. Kurfürst Friedrich II. von der Pfalz als Mitinhaber tolerierte dies. Kohlberg wurde somit evangelisch.[5] Pfalzgraf Wolfgang Wilhelm von Neuburg trat am 19. Juni 1613 heimlich zum katholischen Glauben über und ordnete nach dem Tod seines Vaters im Jahr 1614 die Bekehrung seiner Untertanen an. Das Gemeinschaftsamt wechselte also abermals den Glauben.[8]

Politik[Bearbeiten]

Bürgermeister ist Rudolf Götz (CSU).

Die Gemeindesteuereinnahmen betrugen im Jahr 1999 umgerechnet 355.000 Euro, davon waren umgerechnet 20.000 Euro (netto) Gewerbesteuereinnahmen.

Wappen[Bearbeiten]

Amtliche Wappenbeschreibung[Bearbeiten]

Unter Schildhaupt mit den bayerischen Rauten in Silber ein grüner Dreiberg, über dem ein waagrechter, gestümmelter schwarzer Baumast schwebt.

Wappengeschichte und Bedeutung der Symbole[Bearbeiten]

Sein Wappen erhielt Kohlberg am 12. August 1442 von Herzog Johann von Bayern.[5]

Der gestümmelte schwarze Ast steht für die früher wirtschaftlich wichtigen Kohlenmeiler in der Gegend und ergibt in Verbindung mit dem Dreiberg ein für den Ortsnamen redendes Bild. Die Rauten im Schildhaupt verweisen auf die Ortsherrschaft der Wittelsbacher seit 1268. Pfalzgraf Johann von Neumarkt verlieh dem Ort Kohlberg 1442 vermutlich nach der Markterhebung das Wappen. Im Privileg wird der Ast als glimmende Kohle benannt. Das aus der Mitte des 15. Jahrhunderts stammende und in Abdrucken seit 1523 überlieferte Siegel enthält ebenfalls das korrekte Bild. Im Siegel von 1770 wurden die Rauten fehlgedeutet und erstmals als verstreute Kohlestückchen dargestellt. Auch die Tingierung wich bis in das 20. Jahrhundert von den historischen Vorgaben ab.[9]

Kultur und Sehenswürdigkeiten[Bearbeiten]

Baudenkmäler[Bearbeiten]

Liste der Baudenkmäler in Kohlberg (Oberpfalz)

Wirtschaft und Infrastruktur[Bearbeiten]

Wirtschaft sowie Land- und Forstwirtschaft[Bearbeiten]

Es gab 1998 nach der amtlichen Statistik im produzierenden Gewerbe 54 und im Bereich Handel und Verkehr 26 sozialversicherungspflichtig Beschäftigte am Arbeitsort. Sozialversicherungspflichtig Beschäftigte am Wohnort gab es insgesamt 411. Im verarbeitenden Gewerbe gab es 2, im Bauhauptgewerbe 3 Betriebe. Zudem bestanden im Jahr 1999 36 landwirtschaftliche Betriebe mit einer landwirtschaftlich genutzten Fläche von 912 Hektar, davon waren 660 Ackerfläche und 252 Dauergrünfläche.

Bildung[Bearbeiten]

Es gibt folgende Einrichtungen (Stand: 1999):

  • Kindergärten: 50 Kindergartenplätze mit 32 Kindern

Persönlichkeiten[Bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Bayerisches Landesamt für Statistik – Tabelle 12411-001: Fortschreibung des Bevölkerungsstandes: Bevölkerung: Gemeinden, Stichtage (letzten 6) vom 18. September 2014 (Einwohnerzahlen auf Grundlage des Zensus 2011) (Hilfe dazu)
  2. a b Die Geschichte der Marktgemeinde Kohlberg auf www.kohlberg-opf.de
  3. a b c d e  K. Prösl: Geschichte von Kohlberg und Umgebung. In: Die Arnika - Zeitschrift des Oberpfälzer Waldvereins e.V.. Nr. 1/2012, Weiden 2012, S. 3.
  4. http://www.bayerische-landesbibliothek-online.de/orte/ortssuche_action.html?anzeige=voll&modus=automat&tempus=+20111106/204050&attr=OBJ&val=975
  5. a b c d e f g h  K. Prösl: Geschichte von Kohlberg und Umgebung. In: Die Arnika - Zeitschrift des Oberpfälzer Waldvereins e.V.. Nr. 1/2012, Weiden 2012, S. 4.
  6. a b Gemeinschaftsamt Parkstein - Weiden, Huldigung von 1615. In: familienforschung-kunz-weiden.de. Alfred Kunz, abgerufen am 21. Juni 2013 (pdf; 210 kB, deutsch).
  7.  Wilhelm Volkert (Hrsg.): Handbuch der bayerischen Ämter, Gemeinden und Gerichte 1799–1980. C.H.Beck’sche Verlagsbuchhandlung, München 1983, ISBN 3-406-09669-7. Seite 538
  8. Das Gemeinschaftsamt Parkstein-Weiden. In: junge-pfalz.de. Große Kreisstadt Neuburg an der Donau, abgerufen am 21. Juni 2013 (HTML, deutsch).
  9. [1]

Weblinks[Bearbeiten]

 Commons: Kohlberg (Oberpfalz) – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien