Kokaral-Damm

aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie
Wechseln zu: Navigation, Suche
Der Kokaral-Damm 2006 (oben) und seine Auswirkung auf den nördlichen Aralsee anhand eines Vergleichs zu 2005 (unten)

Der Kokaral-Damm ist eine Gewichtsstaumauer bzw. ein Damm durch einen schmalen Abschnitt des Aralsees in Kasachstan. Er trennt den kleinen (nördlichen) vom großen (südlichen) Aralsee. Baubeginn war 2003, Fertigstellung im August 2005.

Benannt ist der Damm nach der Kokaral-Halbinsel, die er mit dem gegenüberliegenden Ufer verbindet und so den nördlichen vom südlichen Teil des Sees trennt. Aus Geldmangel wurde der Damm in der Vergangenheit bereits zweimal (1992 und 1998) aus Sand errichtet, konnte dem aufgestauten Wasser jedoch nicht standhalten.[1] Jedoch konnten bereits während der kurzen Zeit, die der Damm standgehalten hat, positive Einflüsse auf die Umwelt beobachtet werden. Das Klima wurde milder, die Fauna konnte sich teilweise regenerieren. 2003 wurde erneut mit dem Bau begonnen. Da die Weltbank Mittel bereitstellte, konnte diesmal Beton anstelle von Sand verwendet werden. Der Damm ist 13 km lang[2] und 10 m hoch[3]. Der Überlauf befindet sich auf einer Höhe von 42 Metern über dem Meeresspiegel [4].

Grund für den Dammbau ist der seit der Stalin-Ära durch erhöhten Wasserverbrauch sinkende Wasserspiegel des Aralsees und die damit einhergehende Versalzung. Im Jahr 2006 wurde – früher als erwartet – eine Erhöhung des Wasserspiegels und ein Absinken des Salzgehalts im nördlichen Aralsee verzeichnet.[5] Die Fischbestände haben wieder ein wirtschaftlich relevantes Maß erreicht, so dass nun wieder Fisch exportiert werden kann. Weitere Resultate sind vermehrte Regenwolken und Veränderungen am Mikroklima, die eine Verbesserung im landwirtschaftlichen Sektor erwarten lassen.[6]

Quellen[Bearbeiten]

  1. The North Aral Sea (dt. Der nördliche Aralsee). In: www.nailaokda.8m.com. Ali OKda, 2002, abgerufen am 14. Oktober 2012 (englisch).
  2. „Gerettet, was zu retten ist“ - Der Aral wird zum Stausee, aufgerufen am 2. Januar 2013
  3. Die Aralsee-Katastrophe, pdf-Datei 713 kB, aufgerufen am 2. Januar 2013
  4. Ein Glitzern in der Ferne, aufgerufen am 2. Januar 2013
  5. Vorlage:Internetquelle/Wartung/Datum nicht im ISO-FormatIlan Greenberg: A vanished sea reclaims its form in Central Asia (dt. Ein verschwundener See gewinnt in Zentralasien seine Form zurück. In: International Herald Tribune. The New York Times, 5. April 2006, abgerufen am 14. Oktober 2012.
  6. Miraculous Catch in Kazakhstan's Northern Aral Sea (Version vom 14. Februar 2008 im Internet Archive) Wunderbarer [Fisch-]Fang im nördlichen kasachischen Aralsee – Weltbank, Juni 2006

Weblinks[Bearbeiten]

46.09666666666760.793055555556Koordinaten: 46° 5′ 48″ N, 60° 47′ 35″ O