Kokorou

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Landgemeinde Kokorou
Landgemeinde Kokorou (Niger)
Landgemeinde Kokorou
Landgemeinde Kokorou
Koordinaten 14° 25′ N, 1° 7′ O14.4186111111111.1225Koordinaten: 14° 25′ N, 1° 7′ O
Basisdaten
Staat Niger

Region

Tillabéri
Departement Téra
Einwohner 94.302 (2010)

Kokorou (auch: Kokoro) ist eine Landgemeinde im Departement Téra in Niger.

Geographie[Bearbeiten]

Kokorou liegt in der südlichen Sahelzone am Fluss Niger. Die Nachbargemeinden sind Bankilaré im Nordwesten, Dessa im Nordosten, Méhana und Sinder im Osten, Dargol im Südosten und Téra im Südwesten. Das Gemeindegebiet ist in 23 administrative Dörfer, zwei traditionelle Dörfer, 145 Weiler und zwei Lager gegliedert.[1] Der Hauptort der Landgemeinde ist das administrative Dorf Kokorou.[2]

Die Feuchtgebiete von Kokorou-Namga (Namga ist ein administratives Dorf der Landgemeinde) wurden 2001 zum Ramsar-Gebiet erklärt. Das Gebiet umfasst 66.829 Hektar.[3]

Geschichte[Bearbeiten]

Nach dem Untergang des Songhaireichs 1591 gehörte Kokorou zu jenen Orten im heutigen Niger, an denen sich Songhai-Flüchtlinge unter einem Nachkommen der ehemaligen Herrscherdynastie Askiya niederließen. Der Herrscher Fari-Monzon gründete hier den Staat Gourmey. Sein Sohn und Nachfolger hieß Balma, diesem folgte dessen Sohn Oudiendi nach. Während der Fulbe-Kriege im 19. Jahrhundert war Yahimonzon der Herrscher von Kokorou. Er und seine Nachkommen mussten unter anderem Fulbe aus Torodi abwehren und dabei wechselnde Bündnisse mit anderen Songhai und Tuareg eingehen.[4] 1899 gelangte das Gebiet von Kokorou als Teil des neu geschaffenen Kreises Sinder unter französische Militärverwaltung. 1905 wurde der Ort dem neuen Militärterritorium Niger angeschlossen.[5] Die französische Kolonialverwaltung richtete in Kokorou einen Kanton ein.[6] Der Kanton Kokorou wurde 2002 im Zuge einer landesweiten Verwaltungsreform aufgelöst und sein Territorium auf die Landgemeinden Kokorou und Méhana aufgeteilt. 2009 wurden durch Überschwemmungen 335 Einwohner geschädigt.[7] Bei der Flutkatastrophe in West- und Zentralafrika 2010 wurden in Kokorou 875 Personen als Katastrophenopfer eingestuft.[8]

Bevölkerung[Bearbeiten]

Bei der Volkszählung 2001 hatte Kokorou 71.200 Einwohner. Für das Jahr 2010 wurden 94.302 Einwohner berechnet.[9]

Wirtschaft und Infrastruktur[Bearbeiten]

Entlang des Flusses Niger im Nordosten wird Nassreisanbau praktiziert. Das übrige Gemeindegebiet liegt in einer Zone, in der Regenfeldbau betrieben wird.[10]

Literatur[Bearbeiten]

  • Seyni Zoumari Issa: Le Soney (Songhay) après la conquête marocaine, 1592–1900, formation des provinces historiques (Tera, Gooro (Goruol), Namaro, Kokoru, Gothey). Contribution à l’histoire du Soney post-impérial et précolonial (République du Niger). Dissertation, Universität Paris 1 1982.

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Répertoire National des Communes (RENACOM). Website des Institut National de la Statistique, abgerufen am 22. Januar 2011.
  2. Republik Niger: Loi n° 2002-014 du 11 JUIN 2002 portant création des communes et fixant le nom de leurs chefs-lieux (Online-Version; PDF; 108 kB).
  3. The List of Wetlands of International Importance (PDF; 927 kB). Website des Büros der Ramsar-Konvention, veröffentlicht am 20 Januar 2011, abgerufen am 25. Januar 2012.
  4. Edmond Séré de Rivières: Histoire du Niger. Berger-Levrault, Paris 1965, S. 74–75.
  5. Edmond Séré de Rivières: Histoire du Niger. Berger-Levrault, Paris 1965, S. 234–235.
  6. Edmond Séré de Rivières: Histoire du Niger. Berger-Levrault, Paris 1965, S. 238.
  7. Situation des besoins des populations victimes d’inondations (2009). Website des Centre d’Information et de Communication, veröffentlicht am 22. September 2009, abgerufen am 31. März 2012.
  8. Situation des besoins des populations victimes d’inondations (2010). Website des Centre d’Information et de Communication, veröffentlicht am 23. September 2010, abgerufen am 31. März 2012.
  9. Institut Nationale de la Statistique du Niger (Hrsg.): Annuaire statistique des cinquante ans d’indépendance du Niger. Niamey 2010 (Online-Version; PDF; 3,1 MB), S. 56.
  10. Comprendre l’économie des ménages ruraux au Niger. Save the Children UK, London 2009 (Online-Version; PDF; 2,6 MB), S. 8.