Kokzidioidomykose

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Klassifikation nach ICD-10
B38 Kokzidioidomykose
B38.0 Akute Kokzidioidomykose der Lunge
B38.1 Chronische Kokzidioidomykose der Lunge
B38.2 Kokzidioidomykose der Lunge, nicht näher bezeichnet
B38.3 Kokzidioidomykose der Haut
B38.4 + G02.1 Kokzidioidomykose der Meningen
B38.7 Disseminierte Kokzidioidomykose
Generalisierte Kokzidioidomykose
ICD-10 online (WHO-Version 2013)
Lebenszyklus von Coccidioides

Die Kokzidioidomykose, die auch als Talfieber, Wüstenfieber oder Wüstenrheumatismus bezeichnet wird, ist eine Infektion, welche durch den Pilz Coccidioides immitis hervorgerufen wird.

Der Erreger wird meist über die Atemluft aufgenommen. Da bei trockenem Klima viele Sporen aufgewirbelt werden und so eine aerogene Infektion über die Luftwege eher möglich ist, kommt die Kokzidioidomykose gehäuft in wüstenartigen Regionen wie Arizona oder Texas vor. Endemiegebiete auf dem amerikanischen Doppelkontinent sind der Südwesten der Vereinigten Staaten (die gesamte Grenzregion zu Mexiko), das nördliche Mexiko und Teile Boliviens, Paraguays und Argentiniens.[1][2] Die häufigste Manifestation ist die Lungenentzündung (Pneumonie). Die Inkubationszeit beträgt etwa 3 Wochen. Durch die Vermehrung des Erregers innerhalb der Lunge kommt es bei immunkompetenten Patienten zu einem Krankheitsbild, das einer Grippe ähnelt (Entzündung der Atemwege, Abgeschlagenheit und erhöhte Körpertemperatur). Zusätzlich können Hauterscheinungen (multifomartiges Exanthem, Erythema nodosum) auftreten. Verrukös-ulzerös-vegetierende Herde der Haut können auch primär auftreten, wenn die Haut die Eintrittspforte des Erregers ist. In den Vereinigten Staaten, wo die Erkrankung meist unter dem Namen Valley Fever bekannt ist, wird seit Jahren ein kontinuierlicher Anstieg der Inzidenz, vor allem im Südwesten des Landes beobachtet. Im Jahr 2011 wurden 22.401 Fälle an die Centers for Disease Control and Prevention (CDC) gemeldet, wobei die tatsächliche Zahl an Infektionen sicher höher liegt und bis auf etwa 150.000 pro Jahr geschätzt wird, weil viele Pilzinfektionen nicht als solche erkannt werden.[3]

Besonders gefährdet sind Personen, die sich berufsbedingt in diesen Gegenden aufhalten (Militärpersonen, Archäologen) sowie Schwangere, Personen mit Immunschwäche, Afroamerikaner und Asiaten.[1] Es kann – insbesondere bei immunsupprimierten Patienten – zu einer hämatogenen Streuung kommen. Dabei entstehen granulomatöse Läsionen in den Gelenken oder auch in den Meningen, was in letzterem Fall häufig einen tödlichen (letalen) Ausgang nimmt.

Therapie der Wahl sind orale Azol-Antimykotika.

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. a b Vorlage:Internetquelle/Wartung/Zugriffsdatum nicht im ISO-FormatCoccidioidomycosis (Valley Fever). CDC, abgerufen am 19. Juli 2013 (englisch).
  2. Vorlage:Internetquelle/Wartung/Zugriffsdatum nicht im ISO-FormatValley Fever in People. University of Arizona, abgerufen am 18. Juli 2013 (englisch).
  3. Vorlage:Internetquelle/Wartung/Zugriffsdatum nicht im ISO-FormatVorlage:Internetquelle/Wartung/Datum nicht im ISO-FormatTom Geoghegan: Valley fever: An incurable illness in the dust. BBC News, 16. Juli 2013, abgerufen am 18. Juli 2013 (englisch).

Literatur[Bearbeiten]

  • Hoffmann-La Roche AG, Urban & Schwarzenberg (Hrsg.): Roche Lexikon Medizin. 4. Auflage. Urban & Schwarzenberg 1998. ISBN 3-541-17114-6.
  • W. Köhler et al.: Medizinische Mikrobiologie. Urban & Fischer-Verlag München/Jena 2001, 8. Auflage, S. 695. ISBN 3-437-41640-5
  • Ernst G. Jung (Hrsg.): Dermatologie. Hippokrates-Verlag Stuttgart 1991, 2. Auflage, S. 117. ISBN 3-7773-1021-2

Weblinks[Bearbeiten]

 Commons: Coccidioidomycosis – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien
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