Kolanuss

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Kolabaum

Die Kolanuss ist der Samen des in den Tropen, vor allem in West- und Zentralafrika beheimateten Kolabaumes (Cola). Besonders kultiviert wird er unter anderem in Nigeria.

Beschreibung[Bearbeiten]

Kolanüsse reifen in einer sternförmigen Sammelbalgfrucht[1], in der sich insgesamt bis zu sechzehn Nüsse befinden können. Sie sind länglich-oval, haben eine wellige Oberfläche und werden bis zu 14 cm lang.

Die Kolanuss ist in Europa im Handel meist zu Pulver zermahlen erhältlich.

Inhaltsstoffe[Bearbeiten]

Kolanüsse. Links: aufgeklappter Samen
Kolanüsse auf dem Markt von Ouagadougou (Burkina Faso)

Die Hauptwirkstoffe sind bis zu 3,5 % Koffein und Theobromin (nur zu 0,05 % enthalten[2]). Damit liegt der Koffeingehalt der Kolanuss deutlich über dem von herkömmlichem Kaffee. Außerdem sind enthalten: Catechin, Epicatechin, Procyanidine, Gerbstoffe, bis zu 45 % Stärke, Proteine, Zucker, Fette und Mineralstoffe.

Wirkung/Verwendung[Bearbeiten]

Ursprünglich wurden Extrakte der Kolanuss und des Cocastrauchs zur Herstellung von Erfrischungsgetränken wie Cola verwendet, mittlerweile sind die meisten Hersteller jedoch auf das deutlich billigere Koffein ausgewichen, das bei der Herstellung von entkoffeiniertem Kaffee anfällt.

Colagetränke, die heute noch Extrakte der natürlichen Kolanuss enthalten, sind etwa Fritz-Kola, Club-Mate Cola, Vita Cola oder Red Bull Cola. Auch die Energie-Schokolade Scho-Ka-Kola enthält 1,6 Prozent Kolanusspulver. Die Kolanuss findet auch als Zutat von Kräuter- und Früchtetees Verwendung.[3]

In Afrika ist die Kolanuss schon seit Jahrhunderten ein gängiges Genussmittel. Dort werden die leicht bitteren, erdig schmeckenden, etwa walnussgroßen Samen entlang der Naht aufgebrochen, in kleinere Teile zerbrochen, etwa eine Stunde gekaut und anschließend ausgespuckt.

Die Kolanuss entfaltet aufgrund ihres hohen Koffeingehaltes unter anderem stimulierende Wirkung. Das Koffein ist in der Kolanuss anders gebunden als im für Koffein bekannteren Kaffee und entfaltet deshalb eine andere Wirkungsweise als letzterer. Die infolge von Kaffeekonsum oft auftretenden Nebenwirkungen wie beispielsweise Herzrasen und Nervosität treten bei der Kolanuss deshalb nur bedingt auf. Weitere Wirkungsweisen sind eine verdauungsanregende und schmerzstillende Wirkung. Sie regt die Darmperistaltik an. Es wird auch von aphrodisierender Wirkung berichtet.

In vielen afrikanischen Kulturen kommt der Kolanuss eine besondere kulturelle Bedeutung zu. So ist es in manchen Volksgruppen üblich, als Geschenk an Gäste Kolanüsse zu überreichen, sie gelten als Symbol von Gastfreundschaft. Dem Konsum der Kolanuss kommt dabei ähnliche Bedeutung zu wie dem Friedenspfeiferauchen in uramerikanischen Kulturen. Auch ist es mancherorts üblich, dass der Bräutigam vor der Hochzeit den Eltern der Braut einen Korb Kolanüsse überreicht.

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Wolfgang Franke: Nutzpflanzenkunde. Thieme Verlag 1992, Seite 325
  2. Walter Vent: Nutzpflanzen fremder Völker. Reihe Bücher für den Schüler, Volk und Wissen Verlag Berlin 1967, Seite 34
  3. European Herbal Infusions Association, Inventory List of Herbals Considered as Food (online)

Weblinks[Bearbeiten]

 Commons: Cola – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien
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