Kolar (Distrikt)

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Distrikt Kolar
ಕೋಲರ ಜಿಲ್ಲೆ
Lagekarte des Distrikts
Bundesstaat Karnataka
Division: Bangalore
Verwaltungssitz: Kolar
Fläche: 4.011 km²
Einwohner: 1.540.231 (2011)
Bevölkerungsdichte: 384 Ew./km²
Website: kolar.nic.in

Der Distrikt Kolar (Kannada: ಕೋಲರ ಜಿಲ್ಲೆ) ist ein Distrikt des indischen Bundesstaates Karnataka. Verwaltungszentrum ist die namensgebende Stadt Kolar.

Geografie[Bearbeiten]

Landschaft im Distrikt Kolar

Der Distrikt Kolar liegt im Südosten Karnatakas an der Grenze zu den Bundesstaaten Andhra Pradesh und Tamil Nadu. Nachbardistrikte sind Bangalore Rural im Westen, Chikballapur im Nordwesten (beide gehören zu Karnataka), Chittoor (Andhra Pradesh) im Osten und Krishnagiri (Tamil Nadu) im Süden.

Der Distrikt Kolar hat eine Fläche von 4.011 Quadratkilometern. Die Landschaft besteht aus einer Hochebene im südlichsten Teil des Dekkan-Plateaus, die vom Fluss Palar durchflossen wird. Der Distrikt Kolar ist in die fünf Taluks Kolar, Bangarapet, Malur, Mulbagal und Srinivaspur unterteilt.

Geschichte[Bearbeiten]

Mine in den Kolar Gold Fields

Während der britischen Kolonialzeit gehörte der Distrikt Kolar zum Fürstenstaat Mysore. Nach der indischen Unabhängigkeit vollzog Mysore 1949 den Anschluss an die Indische Union. Als die indischen Bundesstaaten 1956 durch den States Reorganisation Act nach den Sprachgrenzen neu formiert wurden, kam der Distrikt Kolar trotz seiner überwiegend Telugu sprechenden Bevölkerung wegen der Nähe zu Bangalore zu dem kannadasprachigen Bundesstaat Mysore, der 1973 in Karnataka umbenannt wurde.[1] 2007 spaltete sich der nördliche Teil des Distrikts Kolar als Distrikt Chikballapur ab.

Während der Kolonialzeit begannen die Briten gegen Ende des 19. Jahrhunderts, die reichen Goldvorkommen in den Kolar Gold Fields auszubeuten. Die Minen verschafften der Gegend wirtschaftlichen Aufschwung und einen starken Bevölkerungszuwachs. Zeitweise wurde ein Großteil der indischen Goldes im Distrikt Kolar gefördert. 2003 wurde der Goldabbau aber schließlich eingestellt, weil die Vorkommen weitgehend erschöpft waren und die Förderung nicht mehr profitabel war.

Bevölkerung[Bearbeiten]

Nach der Volkszählung 2011 hat der Distrikt Kolar 1.540.231 Einwohner. Zwischen 2001 und 2011 wuchs die Einwohnerzahl um 11,0 Prozent und damit etwas niedriger als im Mittel Karnatakas (15,7 Prozent). Die Bevölkerungsdichte liegt mit 384 Einwohnern pro Quadratkilometer über dem Durchschnitt des Bundesstaates (319 Einwohner pro Quadratkilometer). 31,4 Prozent der Einwohner Kolars leben in Städten. Der Urbanisierungsgrad ist damit etwas niedriger als der Mittelwert Karnatakas (38,6 Prozent). Die Alphabetisierungsquote liegt mit 74,3 Prozent etwas unter dem Durchschnitt des Bundesstaates (76,1 Prozent).[2]

Unter den Einwohnern des Distrikts Kolar in seinen damaligen Grenzen (inklusive des heutigen Distrikts Chikballapur) stellen nach der Volkszählung 2001 die Hindus mit 86,6 Prozent die große Mehrheit. Zum Islam bekannten sich 11,8 Prozent der Bevölkerung, Christen stellten mit 1,3 Prozent eine kleine Minderheit dar. Der indische Zensus klassifizierte 8,1 Prozent der Einwohner der Distrikts als Angehörige der Stammesbevölkerung (vgl. Adivasi). Dabei handelt es sich fast ausschließlich um Angehörige der Naikda.[3]

Die meistgesprochene Sprache im Distrikt Kolar ist wie im Nachbarbundesstaat Andhra Pradesh das Telugu, das nach der Volkszählung 1991 von 46,8 Prozent der Einwohner des Distrikts in seinen damaligen Grenzen als Muttersprache gesprochen wird. Kannada, die Hauptsprache Karnatakas, folgt mit 32,2 Prozent erst an zweiter Stelle. Unter den Muslimen ist wie in den meisten Teilen Karnatakas Urdu verbreitet (11,3 Prozent). Ferner gibt es eine größere Minderheit von Sprechern des Tamil (7,9 Prozent), größtenteils Nachfahren von Arbeitsmigranten aus Tamil Nadu sind, die in die Kolar Gold Fields einwanderten.[4] Das Urdu besitzt im Taluk Kolar des Distrikts Kolar aufgrund des hohen Bevölkerungsanteils seiner Sprecher den Status einer beigeordneten Amtssprache.[5]

Städte[Bearbeiten]

Die folgende Liste schließt auch diejenigen Städte mit ein, die seit 2007 zum Distrikt Chikballapur gehören:

Stadt Einwohner
(2001)[6]
Bagepalli 20.120
Bangarapet 38.684
Chikballapur 54.938
Chintamani 65.456
Gauribidanur 30.530
Gudibanda 8.794
Kolar 113.299
Malur 27.791
Mulbagal 44.031
Robertsonpet 141.294
Sidlaghatta 41.105
Srinivaspur 22.926

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Report of the States Reorganisation Commission, New Delhi 1955, S. 93.
  2. Census of India 2011: Provisional Population Totals: Data Sheet (PDF; 1,7 MB) und Population and decadal growth rate by residence Persons. (PDF; 1,3 MB)
  3. Census of India 2001: Basic Data Sheet. District Kolar (19), Karnataka (29). (PDF; 54 kB)
  4. Kolar District Gazetteer, 2005, S. 159. (In Kannada). (PDF; 278 kB)
  5. A. R. Fatihi: "Urdu in Karnataka", in: Language in India 2 : 9 December 2002.
  6. Census of India 2001: Population, population in the age group 0-6 and literates by sex - Cities/Towns (in alphabetic order) (Version vom 16. Juni 2004 im Internet Archive)

Weblinks[Bearbeiten]

 Commons: Kolar – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien
  • Website des Distrikts
  • The Imperial Gazetteer of India. Band 15: Karāchi to Kotāyam. New edition. Clarendon Press, Oxford 1908, S. 368–376, Stichwort: Kolār District.