Kolbermoor

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Wappen Deutschlandkarte
Wappen der Stadt Kolbermoor
Kolbermoor
Deutschlandkarte, Position der Stadt Kolbermoor hervorgehoben
47.8512.066666666667462Koordinaten: 47° 51′ N, 12° 4′ O
Basisdaten
Bundesland: Bayern
Regierungsbezirk: Oberbayern
Landkreis: Rosenheim
Höhe: 462 m ü. NHN
Fläche: 19,87 km²
Einwohner: 18.065 (31. Dez. 2013)[1]
Bevölkerungsdichte: 909 Einwohner je km²
Postleitzahl: 83059
Vorwahlen: 08031, 08061
Kfz-Kennzeichen: RO, AIB, WS
Gemeindeschlüssel: 09 1 87 150
Stadtgliederung: 9 Stadtteile
Adresse der
Stadtverwaltung:
Rathausplatz 1
83059 Kolbermoor
Webpräsenz: www.kolbermoor.de
Bürgermeister: Peter Kloo (SPD)
Lage der Stadt Kolbermoor im Landkreis Rosenheim
Chiemsee (Gemeinde) Chiemsee (Gemeinde) Chiemsee Österreich Landkreis Altötting Landkreis Ebersberg Landkreis Erding Landkreis Miesbach Landkreis München Landkreis Mühldorf am Inn Landkreis Traunstein Rosenheim Rotter Forst-Süd Rotter Forst-Nord Albaching Amerang Aschau im Chiemgau Babensham Bad Aibling Bad Endorf Bad Feilnbach Bernau am Chiemsee Brannenburg Breitbrunn am Chiemsee Bruckmühl Edling Eggstätt Eiselfing Feldkirchen-Westerham Flintsbach am Inn Frasdorf Griesstätt Großkarolinenfeld Gstadt am Chiemsee Halfing Höslwang Kiefersfelden Kolbermoor Neubeuern Nußdorf am Inn Oberaudorf Pfaffing (Landkreis Rosenheim) Prien am Chiemsee Prutting Ramerberg Raubling Riedering Rimsting Rohrdorf (am Inn) Rott am Inn Samerberg Schechen Schonstett Söchtenau Soyen Stephanskirchen Tuntenhausen Vogtareuth Wasserburg am InnKarte
Über dieses Bild
Kirche Heilig Dreifaltigkeit am Marktplatz neben dem alten Rathaus in der Stadtmitte von Kolbermoor
Schloss Pullach in dem gleichnamigen westlichen Kolbermoorer Stadtteil

Kolbermoor ist eine Stadt im bayerischen Alpenvorland im oberbayerischen Landkreis Rosenheim. Die noch relativ junge Stadt hat ihren Ursprung im Jahr 1859 mit dem Bahnanschluss an die Bayerische Maximiliansbahn. Dank der günstigen Verkehrsanbindung und der Wasserkraft des Flusses Mangfall entstand 1863 die Baumwollspinnerei Kolbermoor, die ihren Betrieb 1993 einstellte. 1876 eröffnete im Norden von Kolbermoor, auf einer ehemaligen Presstorffabrik, das Tonwerk Kolbermoor, das bis 2005 Dach- und Mauerziegeln hergestellt hat.

Geographie[Bearbeiten]

Geographische Lage[Bearbeiten]

Die Stadt liegt im oberbayerischen Alpenvorland im Kessel des ehemaligen Rosenheimer Sees zwischen den Städten Bad Aibling und Rosenheim, die jeweils 5 Kilometer entfernt sind. Entscheidend für die Gründung und Entwicklung von Kolbermoor war wegen der Wasserkraft am Rande von Moorgebieten die Lage am Fluss Mangfall. In der Region wird bis heute in kleinem Umfang Torf abgebaut. Kolbermoor, heute die größte Stadt im Landkreis Rosenheim, besitzt einen Bahnhof an der Mangfalltalbahn.

Stadtteile[Bearbeiten]

Die politische Gemeinde Kolbermoor hat neun amtlich benannte Ortsteile:[2]

Nachbargemeinden[Bearbeiten]

Großkarolinenfeld
Bad Aibling Nachbargemeinden Rosenheim
Bad Feilnbach Raubling

Geschichte[Bearbeiten]

Schornstein des ehemaligen Kesselhauses, dort angrenzend sind heute ein Café und eine Kulturhalle untergebracht

Kolbermoor ist eine junge Stadt. Der Ort entstand erst in der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts im Zuge des Eisenbahnbaues und der daraus folgenden Industrialisierung rund um die Baumwollspinnerei Kolbermoor sowie einem Tonwerk und den industriellen Torfstich. Industrie und Gewerbe prägen die Entwicklung der Stadt bis heute.

Gründung und Entwicklung bis 1945[Bearbeiten]

Die Erschließung des Mangfalltals durch die Eisenbahn war Voraussetzung für die Entwicklung der Stadt. Am 31. Oktober 1857 wurde die Bahnlinie München – Holzkirchen – Rosenheim – Salzburg als Teil der Maximiliansbahn eröffnet. Sie machte den Weg frei für die Industrialisierung des an Torf und Holz reichen Gebiets, die Mangfall lieferte die nötige Wasserkraft. Am 1. September 1859 wurde der Haltepunkt Kolbermoor eingerichtet; bis dahin fuhren die Züge von Bad Aibling ohne Halt nach Rosenheim durch.

Im Jahr 1860 gründete der Ingenieur Theodor Hassler an der Mangfall eine Aktiengesellschaft mit dem Namen „Baumwollspinnerei Kolbermoor“, die im Januar 1863 die Produktion aufnahm. Die neue Industrieansiedlung lockte viele Arbeiter nach Kolbermoor und legte den Grundstein für die Stadtentwicklung.

Ab 27. August 1863 wurde Kolbermoor aus der damaligen Landgemeinde Mietraching ausgegliedert[3] und ein selbständiger Ort mit etwa 400 Einwohnern. Mehrere Vereine musischer, gesellschaftlicher und sportlicher Art entstanden. 1864 gründete die Spinnerei die erste Kolbermoorer Schule. Zur Spinnerei gesellte sich 1875 das Tonwerk nördlich der Bahnlinie. (damals: Presstorfwerk). 1887 wurde Kolbermoor selbständige (katholische) Pfarrei.

Gewaltige Hochwasser der Mangfall richteten 1890, 1899 und 1940 schwere Schäden an Häusern, Brücken und Straßen an.

Während der Novemberrevolution 1919 war Kolbermoor eine starke Bastion der kommunistischen Räterepublik. Als Reichswehr und Freikorps Ende April 1919 wieder auf München vorrückten, mussten die meisten Außenposten der Roten rasch geräumt werden. Dachau wurde am 30. April aufgegeben. Kolbermoor kapitulierte hingegen erst am 3. Mai 1919. Bei den Kämpfen um Kolbermoor kamen auch Geschütze zum Einsatz. Der damalige Bürgermeister der Räte-Regierung von Kolbermoor, Georg Schuhmann, wurde durch Freikorps (Originalzitat eines Zeitzeugen: „dahergelaufene Bauernbuben“) ermordet, obwohl er zur Waffenniederlegung aufgerufen hatte.[4]

Nach Beendigung der Rätezeit war Carl Unsin (SPD) bis 1928 Bürgermeister. Abgelöst wurde er dann von Josef Fleischmann, der als hauptberuflicher Bürgermeister von der konservativen Mehrheit im Gemeinderat gewählt wurde. Fleischmann wurde von der NSDAP als Bürgermeister akzeptiert und konnte bis 1945 im Amt bleiben. Am 19. Februar 1936 wurde Kolbermoor mit damals rund 6000 Einwohnern zum Markt erhoben. Ab 1943 wurden in Kolbermoor ca. 1000 Zwangsarbeiter eingesetzt. Die Handschuhfabrik Roeckl aus München und die Auer AG stellten Gasmasken her; russische Offiziere mussten für ein BMW-Außenwerk arbeiten. Im Rahmen der Entnazifizierung wurden mehrere Hundert Kolbermoorer vor Spruchkammern belastet. Einer der wenigen überlebenden Juden in Deutschland war Alexander Lion, der sich mehrere Jahre in Kolbermoor versteckt hielt. Lion war Gründer der Pfadfinder in Deutschland und später Ehrenpräsident des Weltpfadfinderverbands.

Nachkriegsgeschichte[Bearbeiten]

Nach dem Krieg stieg die Einwohnerzahl Kolbermoors durch die Ansiedlung von Flüchtlingen nochmals sprunghaft an. Kultureinrichtungen und Vereine wurden unter Bürgermeister Staudter neu aufgebaut. Er verstand es, die christlichen und sozialdemokratisch-kommunistischen Parteien zur gemeinsamen Wiederaufbauarbeit in der Gemeinde anzuregen. Die Struktur der Stadt hat sich in den Jahrzehnten geändert. Am 1. Oktober 1951 wurde die bisher zur Gemeinde Pang gehörende Ortschaft „Grubholz“ eingemeindet. Am 1. April 1958 fand das bisher auf Rosenheimer Gebiet liegende Siedlungsgelände „Am Gangsteig“ Anschluss an Kolbermoor.

Besonders zu erwähnen ist die Geschichte von Schlarbhofen, einer Streusiedlung am südwestlichen Stadtrand, benannt nach der Sippe der Schlarb. Sie waren um 1800 aus der Pfalz in die Batschka ausgewandert, flüchteten 1945 auf Umwegen in die damalige Gemeinde Pang. Dort machten sie um 1950 die so genannten „Panger Filze“ urbar.

Am 26. Juni 1963, hundert Jahre nach der Gründung Kolbermoors, konnte die Stadterhebung mit ca. 9.000 Einwohnern gefeiert werden.

Mit der Auflösung des Landkreises Bad Aibling, die am 1. Juli 1972 in Kraft trat, wurde der Ort dem Landkreis Rosenheim zugeschlagen. Durch die Gemeindegebietsreform wurden die Siedlungen Mitterhart, Oberhart und Schlarbhofen der ehemaligen Gemeinde Pang und Teile der Gemeinde Mietraching am 1. Mai 1978 nach Kolbermoor eingemeindet. Damit wuchs Kolbermoor auf mehr als 10.000 Einwohner.[5]

Bundesweit Schlagzeilen machte Kolbermoor bei der Europawahl 1989, als die rechtspopulistische Partei Die Republikaner 29,1 Prozent der Stimmen erreichte – das beste Ergebnis in der Geschichte der Partei.

Niedergang der Industrie und Entwicklung bis heute[Bearbeiten]

Die Strumpffabrik Kolbermoor Herbert Meier, die zu Spitzenzeiten 400 Mitarbeiter beschäftigte, stellte 1974 den Betrieb ein.

Das Tonwerk Kolbermoor (Ziegelei, später Betondachplattenwerk und dann Wellplattenfabrikation) schloss 2005 seine Pforten. An gleicher Stelle produziert eine österreichische Firma nun faser-zementgebundene Fassadenplatten, mit denen z.B. das Stadion in Johannisburg (Südafrika) für die Fußball-WM 2010 verkleidet wurde.

1993 stellte die Baumwollspinnerei ihren Betrieb ein. Bis 2006 war das Gelände weitgehend dem Verfall preisgegeben. Inzwischen sind dort Gewerbeflächen mit zahlreichen Geschäften und Einkaufsmärkten sowie Wohngebiete am Fluss entstanden. Einige Gebäude der alten Spinnerei wurden renoviert und erhalten.

Seit 1998 dokumentiert ein Heimatmuseum die Geschichte der Stadt. Die Geschichtswerkstatt Kolbermoor arbeitet die Ortsgeschichte auf wissenschaftlicher Grundlage auf.

Einwohnerentwicklung[Bearbeiten]

Einwohnerentwicklung in Kolbermoor seit 1840

Einwohner (einschließlich Stadtteile):[6]

  • 1840: 234
  • 1871: 2.061
  • 1900: 3.266
  • 1925: 5.247
  • 1939: 6.295
  • 1950: 8.700
  • 1961: 9.199
  • 1970: 10.662
  • 1980: 12.748
  • 1987: 13.835
  • 1990: 14.742
  • 2000: 17.301
  • 2001: 17.497
  • 2002: 17.828
  • 2003: 17.878
  • 2004: 17.950
  • 2005: 17.920
  • 2006: 17.802
  • 2007: 17.859
  • 2008: 17.868
  • 2009: 17.792
  • 2010: 17.942
  • 2011: 17.799
  • 2012: 17.844
  • 2013: 18.065

Mit 17.844 Einwohnern (:8.697 :9.147, Stand: 31. Dezember 2012[7]) ist Kolbermoor genauso groß wie der historisch größere Nachbar Bad Aibling. Die beiden Städte sind die größten im Landkreis Rosenheim. Der Ausländeranteil liegt konstant bei 11,4 %.[8][9] Das für das Alpenvorland sehr milde Klima im Rosenheimer Becken, die Nähe der Berge und die Seen der Region, die Lage am Fluss und die vielen Naherholungsgebiete in der Umgebung dürften den Ausschlag für das Bevölkerungswachstum gegeben haben.

Wappen von Kolbermoor[Bearbeiten]

Mit der Entschließung des Bayerischen Staatsministeriums des Innern vom 16. September 1934 wurde der damaligen Gemeinde Kolbermoor ein Wappen verliehen. Die Beschreibung des Wappens lautet: „In Silber aus einem von zwei schmalen silbernen Querbächen durchzogenen, schwarzen Boden aufwachsend drei grünbeblättert, grüne Schilfrohre mit schwarzen Kolben.“

Politik[Bearbeiten]

Bürgermeister[Bearbeiten]

1. Bürgermeister: Peter Kloo, SPD
2. Bürgermeister: Dieter Kannengießer, Parteifreie
3. Bürgermeisterin: Dagmar Levin-Feltz, SPD

Stadtrat[Bearbeiten]

Kommunalwahl 2008[10]
Wahlbeteiligung: 51,7 %
 %
40
30
20
10
0
33,3 %
27,0 %
15,7 %
13,1 %
10,8 %

24 ehrenamtliche Stadträte bilden zusammen mit dem hauptamtlichen Bürgermeister den Stadtrat von Kolbermoor. Nach der Wahl vom 16. März 2014 setzt er sich folgendermaßen zusammen:[11]

Partei Sitze
CSU 8
SPD 7
Parteifreie Kolbermoor 5
Grüne Liste 4
REP 1

Städtische Bauprojekte[Bearbeiten]

Renovierung der ehemaligen Baumwollspinnerei[Bearbeiten]

Das renovierte Kesselhaus mit der neuen Zeltdach-Konstruktion neben dem lieblichen Rosengarten
Das renovierte Hauptgebäude der ehemaligen Baumwollspinnerei Kolbermoor, Frontansicht von Osten

Wichtigstes Projekt in Kolbermoor war und ist die Nutzung des ehemaligen Spinnereigeländes westlich der Innenstadt. Das Gelände wurde 2005 von der Firma Quest erworben. Erhaltenswerte Teile der ehemaligen Baumwollspinnerei wurden renoviert, andere abgerissen. Ziel der Neuplanung ist es, ein attraktives Gewerbe- und Wohnzentrum zu entwickeln, das die alte Innenstadt als neuen Mittelpunkt erweitern soll. Ein Bürgerbegehren vom 2. Oktober 2005, das den Erhalt eines Waldstücks hinter dem Gelände gefordert hatte, ist gescheitert.

Hochwasserschutz[Bearbeiten]

Ein weiteres wichtiges Thema in Kolbermoor ist der Hochwasserschutz. Kolbermoor liegt großteils im Hochwassergebiet der Mangfall. Ein Jahrhunderthochwasser würde fast das gesamte Stadtgebiet südlich des Bahndamms überfluten. Am 23. August 2005 blieb das Mangfallgebiet nur knapp von einem größeren Hochwasser verschont. Von daher werden große Anstrengungen unternommen, die Deiche zu ertüchtigen. Die Arbeiten sollten 2012 beendet sein. Die Arbeiten westlich der Stadt im Bereich Aiblingerau wurden 2010 abgeschlossen.

Das Hochwasser der Mangfall im Juni 2013 überschwemmte weite Teile von Kolbermoor Süd-Ost bis nach Rosenheim-Schwaig und Oberwöhr und verursachte schwere Schäden in den bewohnten Gebieten. Daraufhin wurde die oben genannte Deichertüchtigung mit Sondermitteln des Freistaats sofort erheblich verstärkt durch beidseitigen Einbau mehrerer Kilometer Spundwände und durch einen Deichneubau, der 2014 abgeschlossen sein soll. Im Zuge dessen sollen zwei Fußgängerbrücken über die Mangfall und eine Fußgängerbrücke über den Kanal entstehen.

Rathausneubau[Bearbeiten]

Das neue Rathaus

Der Stadtrat von Kolbermoor beschloss 2009 den Neubau eines Rathauses mit Stadtbücherei, Bürgerbüro, Volkshochschule, Büroräume, einem Sitzungssaal, einem Trauraum und weiteren Ausstellungsflächen. Der Realisierungswettbewerb, an dem 27 Architekturbüros teilgenommen haben, wurde Mitte Februar 2010 entschieden. Das Preisgericht prämierte das Architekturbüro Behnisch Architekten und beauftragte es mit dem Neubau des Rathauses, das 2013 fertiggestellt und eingeweiht wurde.

Chronik Bürgermeister[Bearbeiten]

  • 1863–1869: Johann Ritsch
  • 1870–1881: Mathias Stadler
  • 1881–1899: Eduard Angerbauer
  • 1900–1919: Edmund Bergmann
  • 1919–1919: Georg Schumann
  • 1919–1928: Karl Unsin
  • 1928–1945: Josef Fleischmann
  • 1945–1950: Karl Staudter
  • 1950–1960: August Sperber
  • 1960–1978: Adolf Rasp
  • 1978–1984: Erwin Huber (CSU)
  • 1984–1996: Peter Kloo, senior (SPD)
  • 1996–2002: Ludwig Reimeier (CSU)
  • 2002–heute: Peter Kloo, junior (2008 und 2014 wiedergewählt) (SPD)

Städtepartnerschaft[Bearbeiten]

Seit 2009 besteht eine Städtepartnerschaft mit Stia in Italien.

Sehenswürdigkeiten[Bearbeiten]

Alter Rathausplatz, Marktplatz in der Stadtmitte
  • Neues Rathaus / Am Rathausplatz 1 / mit Bücherei, Bürgerbüro und Volkshochschule
  • Altes Rathaus / Marktplatz / Stadtmitte Kolbermoor
  • Ehemalige Baumwollspinnerei mit Arbeitersiedlung
  • Katholische Pfarrkirche Heilig Dreifaltigkeit
  • Schloss Pullach
  • Kesselhaus und Turbinenhaus im Gelände der ehemaligen Baumwollspinnerei Kolbermoor
  • Friedrich-Ebert-Straße am Kanal von Kolbermoor / Villen im barockisierenden Heimatstil
  • König Ludwig Denkmal in der Hasslerstraße
  • Tonwerkweiher
  • Spinnereiweiher
  • Spinnereipark
  • Arbeitersiedlung in der Carl-Jordan-Straße / Hundertmeterbau
  • Neues Rathaus Kolbermoor am Rathausplatz 1
  • Rosengarten am Kesselhaus

Baudenkmäler[Bearbeiten]

In der Liste der Baudenkmäler in Kolbermoor sind die Baudenkmäler der oberbayerischen Stadt Kolbermoor und ihrer Ortsteile aufgelistet.

Baumwollspinnerei Kolbermoor[Bearbeiten]

Die Baumwollspinnerei Kolbermoor war ein Industrieunternehmen des Ortes Kolbermoor in Bayern.

Altes Rathaus Kolbermoor[Bearbeiten]

Das alte Rathaus der Stadt Kolbermoor in der Rosenheimer Straße 1 wurde 1873 durch den Bader und Chirurg Eduard Angerbauer erbaut, im Volksmund hieß es von Beginn an das „Angerbauerhaus“.

Hauptartikel: Altes Rathaus Kolbermoor

Fotos[Bearbeiten]

Wirtschaft und Infrastruktur[Bearbeiten]

Wirtschaft[Bearbeiten]

Die Gemeindesteuereinnahmen betrugen im Jahr 2009 umgerechnet 13.315.000 €, davon betrugen die Gewerbesteuereinnahmen (netto) umgerechnet 3.979.000 €. Nach der amtlichen Statistik aus dem Jahr 2009 gab es im Sektor Land- und Forstwirtschaft 21, im produzierenden Gewerbe 1092, bei Handel, Verkehr und Gastgewerbe 1692, bei Unternehmensdienstleistungen 363 und im Bereich öffentliche und private Dienstleister 890 sozialversicherungspflichtig Beschäftigte am Arbeitsort. Sozialversicherungspflichtig Beschäftigte am Wohnort gab es insgesamt 6192. Im verarbeitenden Gewerbe gab es 7, im Bauhauptgewerbe 20 Betriebe im Jahr 2009. Zudem bestanden 2007 27 landwirtschaftliche Betriebe mit einer landwirtschaftlich genutzten Fläche von 622 ha.

Gewerbegebiete[Bearbeiten]

Kolbermoor bezeichnet sich selbst als „Einkaufsstadt“. Heute prägen neben den Industriebauten zahlreiche Einkaufsmärkte das Stadtbild. Wegen der Renovierung der alten Spinnereigebäude ist inzwischen ein vielseitiges Angebot von Gewerbebetrieben und Geschäften im Zentrum entstanden. Im Osten ist Kolbermoor inzwischen mit Rosenheim fast zusammengewachsen. Das Industriegelände „Aicherpark“, ein ehemals holzverarbeitendes Gewerbegebiet, verbindet die beiden Städte. Entlang der Staatsstraße, die Kolbermoor und Rosenheim südlich der Mangfall verbindet, werden immer mehr Gewerbeflächen ausgewiesen. Die noch bestehenden Baulücken dürften sich bald schließen. Ein neues Gewerbegebiet östlich des Stadtteils Mitterhart wurde 2007 eröffnet. Auch im Westen von Kolbermoor, Richtung Bad Aibling, haben sich bereits einige Gewerbetreibende und Geschäfte angesiedelt.

Ansässige Unternehmen[Bearbeiten]

Verkehr[Bearbeiten]

Straßenverkehr[Bearbeiten]

  • A 8, Ausfahrt Rosenheim / Kolbermoor
  • Staatsstraße 2078 A 8 AS München-Perlach – Höhenkirchen – Feldkirchen – (Bad Aibling) – Pang – B 15 (Pfraundorf)

Die Staatsstraße 2078 München - Rosenheim schneidet durch den Süden der Stadt, nördlich der Mangfall fließt der Verkehrsstrom von Rosenheim kommend durch den „Aicherpark“ und den Stadtkern in Richtung Bad Aibling. Eine West-Ost-Umfahrung für Kolbermoor ist nicht vorgesehen, sie wäre topographisch auch kaum zu realisieren. Dank der im Mai 2007 fertiggestellten Verbindung Panorama-Schwaig besitzt Kolbermoor nun einen bessere Verbindung zur Anschlussstelle Rosenheim an der Bundesautobahn 8, die jedoch auch über die Anschlussstelle Bad Aibling erreichbar ist. Die im Bau befindliche Westtangente Rosenheim wird die Verkehrssituation weiter verbessern und einen schnellen Anschluss zur Bundesstraße 15 in Richtung Wasserburg am Inn und zu den Autobahnen A 8 Salzburg - München und A 93 Inntalautobahn herstellen.

Schienenverkehr[Bearbeiten]

Die Stadt Kolbermoor besitzt seit 1859 einen Bahnhof an der Bahnstrecke München - Holzkirchen - Rosenheim. Der Anschluss an die damalige Bayerische Maximiliansbahn brachte für Kolbermoor einen erheblichen Aufschwung. Heute nutzen zahlreiche Pendler und Reisende den Bahnhof. Seit einigen Jahren gibt es Planungen, dass Kolbermoor noch zwei weitere Haltepunkte bekommt, einen im Stadtteil Loholz, den anderen im Aicherpark an der Grenze zu Rosenheim.

Öffentlicher Personennahverkehr[Bearbeiten]

Die Stadt Kolbermoor wird von vier Buslinien angefahren, die sie mit Rosenheim, Großkarolinenfeld und Bad Aibling im öffentlicher Personennahverkehr verbinden. Seit Mai 2013 ist eine innerstädtische Buslinie in Betrieb, die den Norden und Süden mit der Stadtmitte und den am Stadtrand von Kolbermoor gelegenen Gewerbegebieten verbindet.

Bildung[Bearbeiten]

Die Schulen, insbesondere die Handelsschule Alpenland, waren für Kolbermoors soziale und kulturelle Entwicklung bedeutend. Dass die zweitgrößte Stadt des Landkreises Rosenheim dennoch weder eine Realschule noch ein Gymnasium hat, ist historisch durch ihre späte Gründung und die konfliktträchtige Ortsgeschichte erklärbar. Kolbermoor galt lange Zeit nicht als attraktiver Schulort. Politiker aller Parteien machen sich deshalb seit Jahren dafür stark, dass Kolbermoor eine überregionale Schule erhält. Seit 2014 gibt es die Akademie der Bildenden Künste an der Alten Spinnerei.

Schulen, Büchereien und Kindergärten[Bearbeiten]

  • Kindergärten: 550 Kindergartenplätze (Stand Feb. 2012)
  • Mangfallschule Kolbermoor (Rainerstraße)
  • Adolf-Rasp-Schule
  • 2004 wurde die Pauline-Thoma-Mittelschule im Süden der Stadt fertiggestellt; mit ihrem Ganztagesbereich ist sie Modellschule in Bayern und eine der größten und teuersten Hauptschulen des Landes
  • Die Sing- und Musikschule genießt einen guten Ruf weit über die Stadtgrenzen hinaus
  • 2012 wurde im neuen Rathaus die neue, leistungsfähigere Stadtbücherei Kolbermoor eröffnet

Museum[Bearbeiten]

Die Stadt Kolbermoor kaufte 1996 das sanierungsbedürftige ehemalige Postgebäude neben dem Kolbermoorer Bahnhof und beschloss im Februar 1997, das Gebäude im Rahmen der Städtebauförderung zu sanieren und dem Förderverein Heimatmuseum Kolbermoor e.V. für den Betrieb eines Heimatmuseums zu übergeben. Für die Ausstattung des Hauses war der Verein selbst verantwortlich. Nach der Renovierung des Gebäudes wurde das Haus am 10. Oktober 1998 eröffnet. Durch Spenden, Vereinsbeiträge und die Mitwirkung von Vereinen konnten zahlreiche Ausstellungen wie z.B. Tiere im Moor und Torf, Torfgeräte, Baumwollspinnerei Kolbermoor, Tonwerke Kolbermoor und Mitterhart, die Entstehungsgeschichte Kolbermoors und auch eine Gedenkausstellung für König Ludwig II. geschaffen werden.

Das Heimat- und Industriemuseum wurde von dem Gründer und Ehrenvorsitzenden des Fördervereins Heimatmuseum Kolbermoor e.V., Horst Rivier, geschaffen. Seit der Vereinsgründung am 1. April 1987 wurden mit viel Liebe zum Detail Exponate angesammelt. Mit Hilfe von Zeitzeugen konnten geschichtliche Einzelheiten dokumentiert werden. Der Kulturpreisträger Horst Rivier hat in vier Heimatbüchern die kurze, ereignisreiche Geschichte der Stadt Kolbermoor festgehalten.

Sport[Bearbeiten]

Der SV DJK Kolbermoor spielt in der 1. Tischtennis Bundesliga der Damen.

Öffentliche Einrichtungen[Bearbeiten]

  • Rathaus mit Stadtbücherei am Rathausplatz 1
  • Freibad an der Obere Mangfallstrasse 10a
  • Jugendtreff Kolbermoor in der Friedrich-Ebert-Str. 14a
  • Bürgertreff in der Carl-Jordan-Str. 6b
  • Freiwillige Feuerwehr Kolbermoor e.V. in der Hasslerstraße 4 und Freiwillige Feuerwehr Pullach in der Pullacher Au 1
  • Volkshochschule Kolbermoor in der Ottostraße 2

Besondere Ereignisse und Begebenheiten[Bearbeiten]

Schmiedestadt[Bearbeiten]

Kolbermoor ist Mitglied im Ring der Europäischen Schmiedestädte, der sich zum Ziel gesetzt hat, die regionale Vielfalt des Schmiedehandwerks und der Metallgestaltung in der globalen Einheit Europas auf allen Ebenen zu fördern.

Alle zwei Jahre findet in Kolbermoor ein Treffen (Biennale) der Schmiede und Metallgestalter statt.

Bayerischer Gemeindetag[Bearbeiten]

Am 25. Februar 1912 wurde in Kolbermoor der Verband der Landgemeinden des Königreichs Bayern gegründet, aus dem der heutige Bayerische Gemeindetag hervorgegangen ist. Auf Initiative des damaligen Bürgermeisters von Kolbermoor, Edmund Bergmann, versammelten sich die Vertreter der 56 Gemeinden im Sieber'sche Gasthaus (heute Stadlerbräu).[12]

Persönlichkeiten[Bearbeiten]

Ehrenbürger[Bearbeiten]

Söhne und Töchter der Stadt[Bearbeiten]

  • Josef Straßberger (1894–1950), Gewichtheber, Olympiasieger 1928, Europameister
  • Ewald Thunig (1897–1991), Häftling im KZ Dachau, Staatssekretär im Bayer. Landwirtschaftsministerium im Kabinett Hoegner
  • Karl Gilg (1901–1981), internationaler Schachmeister (FIDE); starb in Kolbermoor
  • Hans Ernst (1904–1984), Heimatschriftsteller; wirkte und starb in Kolbermoor
  • Helmut Dirnaichner (* 1942), Maler und bildender Künstler, zahlreiche Preise und Auszeichnungen; lebt heute in München, Mailand und Apulien
  • Dieter Hoffmann (* 1944), Theologe, Religionspsychologe, Tersteegen-kenner und Pflege-Ethik-Forscher, Dozent; wohnhaft in Schweden
  • Erich Doll (* 1948), Musiker und Gründungsmitglied der Musikgruppe Truck Stop
  • Paul Breitner (* 1951), ehem. Fußballnationalspieler
  • Max Rauffer (* 1972), ehem. Skirennfahrer
  • Daniela Ludwig, geb. Raab (* 1975), Politikerin[13], MdB
  • Manuel Kofler (* 1980), Eishockeyspieler
  • Bastian Schweinsteiger (* 1984), Fußballnationalspieler

Literatur[Bearbeiten]

  • Jahrbücher zur Geschichte Kolbermoors. Band 1 (2002), Band 2 (2004) und Band 3 (2008).
  • Veronika Diem: Fremdarbeit in Oberbayern. Studien zur Geschichte der Zwangsarbeit am Beispiel Kolbermoor und Rosenheim. 1939 bis 1945. 2005, DNB 995434751.
  • Klaus Weber: Kolbermoor – Geschichte und Bilder einer Stadt. 2007, DNB 1002055857.
  • Klaus Weber (Hrsg.): Neue Wasserkraftanlage Kolbermoor 1904/1905. Mit einem Nachwort des Herausgebers. Herausgeber aller 6 Bücher: Geschichtswerkstatt Kolbermoor
  • Horst Rivier (Hrsg.): Heimat Kolbermoor. Band 1 bis 4, Verlag A. Erdl, Trostberg/Alz.
  • Christa Landgrebe: Zur Geschichte der Arbeiterbewegung im südostbayerischen Raum. Eine Fallstudie am Beispiel Kolbermoor. C.H. Beck Verlag, München 1980, ISBN 3-406-10813-X.
  • Karl Staudter: Bewegte Jahre. Erinnerungen an meine Zeit als Bürgermeister von Kolbermoor. 2 Bände, 1997.

Weblinks[Bearbeiten]

 Commons: Kolbermoor – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Bayerisches Landesamt für Statistik – Tabelle 12411-001: Fortschreibung des Bevölkerungsstandes: Bevölkerung: Gemeinden, Stichtage (letzten 6) vom 18. September 2014 (Einwohnerzahlen auf Grundlage des Zensus 2011) (Hilfe dazu)
  2. Kolbermoor, St. auf: Bayerische Landesbibliothek Online
  3.  Wilhelm Volkert (Hrsg.): Handbuch der bayerischen Ämter, Gemeinden und Gerichte 1799–1980. C.H.Beck’sche Verlagsbuchhandlung, München 1983, ISBN 3-406-09669-7, S. 425.
  4. Andreas Salomon (Hrsg.): Auf den Spuren von Georg Schuhmann und Alois Lahn – Ein Beitrag zur Kolbermoorer Räterepublik. 1998
  5.  Statistisches Bundesamt (Hrsg.): Historisches Gemeindeverzeichnis für die Bundesrepublik Deutschland. Namens-, Grenz- und Schlüsselnummernänderungen bei Gemeinden, Kreisen und Regierungsbezirken vom 27.5.1970 bis 31.12.1982. W. Kohlhammer, Stuttgart/ Mainz 1983, ISBN 3-17-003263-1, S. 588.
  6. GENESIS-Online Bayern: Ergebnis - 12411-001. Bayerisches Landesamt für Statistik und Datenverarbeitung. Abgerufen am 7. Januar 2014.
  7. GENESIS-Online Bayern: Ergebnis - 12411-003z. Bayerisches Landesamt für Statistik und Datenverarbeitung. Abgerufen am 7. Januar 2014.
  8. Eberhard von Angerer: Stadt Kolbermoor Flächennutzungsplan Erläuterungsbericht. Abgerufen am 14. April 2011.
  9. Einwohner in Kolbermoor. Stadt Kolbermoor, 18. Januar 2011, abgerufen am 14. April 2011 (PDF; 12 kB).
  10. Kommunalwahlen in Bayern - Landkreis Rosenheim.
  11. Stadträte. auf der Webseite der Stadt Kolbermoor
  12. Unsere Stärke ist die Kleinteiligkeit. OVB online. 9. Februar 2012. Abgerufen am 9. Februar 2012.
  13. Daniela Ludwig, MdB - Zur Person. Abgerufen am 22. Januar 2014.