Kollm

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Dieser Artikel beschreibt den Ort Kollm bei Niesky. Zu den beiden Orte Weißkollm und Schwarzkollm bei Hoyerswerda und dem westsächsischen Ort Collm siehe dort.

51.26666666666714.733333333333165Koordinaten: 51° 16′ 0″ N, 14° 44′ 0″ O

Kollm
Höhe: 165 m ü. NN
Fläche: 11,51 km²
Einwohner: 363 (31. Dez. 1993)
Eingemeindung: 1. März 1994
Postleitzahl: 02906
Vorwahl: 03588
Kirche Kollm

Kirche Kollm

Kollm, sorbisch Chołm, ist ein Ortsteil der Gemeinde Quitzdorf am See im sächsischen Landkreis Görlitz.

Geographie[Bearbeiten]

Kollm liegt im östlichen Teil des Biosphärenreservates Oberlausitzer Heide- und Teichlandschaft, südwestlich der Stadt Niesky am Westufer des Stausees Quitzdorf.

Umliegende Orte sind Steinölsa im Nordwesten, Sproitz im Nordosten, und von südost nach südwest Diehsa, Thräna und Groß Radisch.

Geschichte[Bearbeiten]

Ortsgeschichte[Bearbeiten]

Kollm wurde erstmals 1346 als „dorffe zu Kollme“ urkundlich erwähnt. Ebenfalls in das 14. Jahrhundert fällt der Bau der Kirche. Der Ort hat die Form einer Gutssiedlung mit Rundweilerkern sowie eine Gutsblockflur von etwa 900 Hektar.

Karte von Kollm (1736)

Nach der 1815 erfolgten Abtretung des östlichen Teils der Oberlausitz von Sachsen an Preußen wurde Kollm dem 1816 gegründeten Landkreis Rothenburg (Ob. Laus.) zugeordnet. Im Februar 1874 wurde der „Amtsbezirk Diehsa“ geschaffen, der die Landgemeinden Collm, Diehsa, Quitzdorf und Steinölsa sowie die vier gleichnamigen Gutsbezirke umfasste. Die Gutsbezirke wurden bis 1928 in die Landgemeinden eingegliedert. Der Amtsbezirk wurde 1933 aufgelöst und die Gemeinden in die umliegenden Amtsbezirke eingegliedert. Kollm kam mit Steinölsa zum „Amtsbezirk Ölsa“, der 1937 in „Amtsbezirk Weigersdorf“ umbenannt wurde.

Der sorbische Wissenschaftler Arnošt Muka ermittelte in den 1880er Jahren, dass sich die Einwohner Kollms zu je etwa 50 Prozent aus Sorben und Deutschen zusammen setzt. Er ordnete darauf hin Kollm dem zentralen sorbischen Sprachgebiet zu. Interessant hierbei ist, dass er den Nachbarort Quitzdorf zu dieser Zeit keine größere Beachtung schenkte, da er außerhalb des sorbischen Sprachgebiets lag.

Nach der Verwaltungsreform von 1952 wurde Kollm dem Kreis Niesky zugeordnet. Am 1. März 1994 schloss sich die Gemeinde Kollm mit Sproitz zur Gemeinde Quitzdorf am See zusammen. Der Gemeindesitz ist in Kollm.

Einwohnerentwicklung[Bearbeiten]

Jahr 1825 [1] 1871 1885 1910 1925 1933 1939 1946 1990 [2] 1993
Einwohner 383 451 421 370 433 426 404 480 379 363

Ortsname[Bearbeiten]

Der deutsche Name Kollm leitet sich wie bei Weißkollm und Schwarzkollm vom sorbischen Namen chołm für ‚Hügel‘ ab. Es sind also Orte auf oder an einem Hügel.

Im 18. Jahrhundert haben die beiden Orte bei Hoyerswerda ein Namenspräfix zur besseren Unterscheidung bekommen. Kollm befand sich, trotz der relativ geringen Entfernung zu ihnen, seit Jahrhunderten in einem gänzlich anderen Verwaltungskreis, so dass hier ein entsprechendes Präfix wahrscheinlich als nicht nötig angesehen wurde.

Persönlichkeiten[Bearbeiten]

Quellen und weiterführende Literatur[Bearbeiten]

Weblinks[Bearbeiten]

  •  Commons: Kollm – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien
  • Kollm im Digitalen Historischen Ortsverzeichnis von Sachsen

Literatur[Bearbeiten]

  •  Von der Muskauer Heide zum Rotstein. Heimatbuch des Niederschlesischen Oberlausitzkreises. Lusatia Verlag, Bautzen 2006, S. 287.

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Vorlage:Internetquelle/Wartung/Zugriffsdatum nicht im ISO-FormatDigitales Historisches Ortsverzeichnis von Sachsen. Abgerufen am 1. August 2008.
  2. Vorlage:Internetquelle/Wartung/Zugriffsdatum nicht im ISO-FormatRegionalregister Sachsen. Abgerufen am 1. August 2008.