Kollodium

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Kollodium (von Collodium – griechisch-lateinisch, griechisch kollodes „leimartig“, zu kolla „Leim“) ist eine zähflüssige Lösung aus Kollodiumwolle in einer Mischung aus Ether und Alkohol (1:2). In der Medizin findet es Verwendung als Verschlussmittel für kleinere Wunden und zur Herstellung von Hühneraugen- und Warzentinkturen. Ebenso wird es in der Farbenindustrie und der fotografischen Industrie sowie bei der Herstellung von Sprenggelatine und Klebstoffen eingesetzt.

Kollodium ist mischbar mit Alkohol, Aceton oder der gleichen Menge Ether. Zur Identitätsprüfung kann man 5 ml der Probe mit 20 ml Wasser verschütteln, dann scheidet sich eine flockige, an den Wänden haftende weiße Masse ab.

Weiterhin findet Kollodium in der Maskenbildnerei Verwendung – zum Beispiel zur Herstellung von Narben.

Seit Jahrzehnten wird Kollodium als Elektrodenkleber für die Ableitung von elektrischen Biosignalen in der Elektrophysiologie und über längere Perioden von mehreren Tagen in der Epilepsie- und Schlafdiagnostik verwendet. Die Entfernung von der Haut erfolgte früher mit Aceton (Nagellackentferner), heute wird jedoch aus Hautverträglichkeitsgründen eine nahezu geruchsfreie Removerflüssigkeit auf öliger Basis verwendet.

Mitte des 19. Jahrhunderts wurde Kollodium von Frederick Scott Archer verwendet um das Nass-Kollodium-Verfahren zu entwickeln.

Siehe auch[Bearbeiten]

Weblinks[Bearbeiten]

 Wiktionary: Kollodium – Bedeutungserklärungen, Wortherkunft, Synonyme, Übersetzungen