Kolonialwaren
Als Kolonialwaren bezeichnete man früher überseeische Lebens- und Genussmittel, insbesondere Zucker, Kaffee, Tabak, Reis, Kakao, Gewürze und Tee. Lebensmittelhändler wurden bis in die 70er Jahre des vergangenen Jahrhunderts als Kolonialwarenhändler bezeichnet. Diese Alltagsbezeichnung ist heute ebenso verschwunden wie "Kolonialwaren" als historischer Fachterminus. Stattdessen spricht man von außereuropäischen Gütern.
[Bearbeiten] Heutige Produktions-, Handels- und Konsumkette
Oft waren die produzierenden Länder, ehemalige europäische Kolonien und heutige Entwicklungsländer, vom Export einiger weniger Kolonialwaren abhängig und damit anfällig für Preisschwankungen auf den Rohstoffmärkten.
Bis in die 70er Jahre des vorigen Jahrhunderts waren Kolonialwarenläden weit verbreitet. Sie boten, unabhängig vom Herkunftsland, alle Grundnahrungsmittel an, daneben auch Seife, Waschmittel, Petroleum und anderen Haushaltsbedarf. In ländlicher Umgebung oder in den Vororten und Arbeiterquartieren waren sie Gemischtwarenläden mit einem großen Sortiment, während sie in den Stadtzentren vorwiegend als Delikatessenhändler auftraten. Heute sind Kolonialwarengeschäfte fast überall von Handels- und Supermarktketten abgelöst worden, einige wenige Anbieter, die gezielt mit dem Begriff Kolonialwaren werben, sind Spezialgeschäfte, die auf eine lange Familientradition zurückblicken können.
Der Name ist allerdings auch noch im Namen des weitverbreiteten Einzelhandelsverbandes Edeka zu finden („Einkaufsgenossenschaft der Kolonialwarenhändler im Halleschen Torbezirk zu Berlin“ – kurz E. d. K.).