Kolorimeter

aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie
Wechseln zu: Navigation, Suche

Als Kolorimeter (lat. Farbmesser) wird ein Gerät zum Messen oder Vergleichen von Farben bezeichnet (eigentlich deren Farbintensitäten oder der Farbtemperatur). Die einfachste Möglichkeit ist der direkte subjektive Vergleich der Probe mit Referenzfarbkarten mit Hilfe des menschlichen Auges. Aufwändiger aber zuverlässiger sind optische Geräte, bei denen man ähnlich wie bei einem Stereomikroskop mit einem Auge das Prüfobjekt und mit dem anderen das Referenzobjekt betrachtet. Solche Geräte werden seit 1850 eingesetzt. Als Referenz dienen dabei entweder feste Farbnormale oder änderbare Referenzobjekte wie zum Beispiel Farbkeile (Pulfrich-Photometer, nach Carl Pulfrich) oder farbige Flüssigkeiten mit änderbarer Dicke (Eintauchkolorimeter).

Die objektive Farbmessung erfolgt meist mit einer Spektralanalyse. Dazu wird das einfallende Licht in verschiedene Spektralbereiche zerlegt und deren Intensitätsverteilung untersucht. Die heutigen Geräte sind dabei nicht auf das sichtbare Licht beschränkt, sondern können für Spezialaufgaben auch im infraroten oder ultravioletten Licht Messungen vornehmen.

Eingesetzt werden Kolorimeter z. B. zur

  • Bestimmung von Sternfarben (früher)
  • Analyse biologischer Substanzen (zum Beispiel Blutzucker oder Harn)
  • Kalibrierung von Farbmonitoren

und der

  • Analyse chemischer Substanzen: Mittels dieses Messsystems sind praktisch alle chemischen Analysenverfahren im Labor, die ein kolorimetrisches Verfahren verwenden, auch für eine quantitative und automatisierte Stoffanalyse geeignet. Hierfür wurden viele und unterschiedliche Messgeräte entwickelt, die in der Praxis mit Erfolg eingesetzt werden. Als Beispiel sei die Wasser- und Abwassertechnik angeführt. Hier werden häufig der Carbonathärte-, Gesamthärte-, Kieselsäure(SiO2)- und der Phosphatgehalt im Wasser mit derartigen Messgeräten überwacht.
Die kontinuierliche Ermittlung und Kontrolle von Werten mit derartigen Messgeräten ist besonders bei vollautomatischen Chemieanlagen erforderlich. Beispielsweise ist die ständige Kontrolle der Kieselsäurekonzentration für die vollentsalzten Wässer (z. B. Speisewasser, Kesselwasser, Kondensat und Dampf/nach Kondensierung) in Hochdruck-Kraftwerken wichtig.

Siehe auch[Bearbeiten]

Weblinks[Bearbeiten]