Komitat Arwa

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Komitat Arwa
(Árva)

(1910)
Wappen von Arwa(Árva)
Verwaltungssitz: Alsókubin
Fläche: 2.019 km²
Bevölkerung: 78.745[1]
Volksgruppen: 75 % Slowaken
3 % Ungarn
2 % Deutsche
20 % andere (vorwiegend Polen)[2]
Komitat Arwa

Das Komitat Arwa (deutsch auch Komitat Arva; ungarisch Árva vármegye, lateinisch comitatus Arvensis, slowakisch Oravská župa) ist eine historische Gespanschaft/ein historisches Komitat im Königreich Ungarn.

Das Komitat liegt heute in der nördlichen Mittelslowakei, und der slowakische Name Orava wird jetzt als inoffizielle Bezeichnung für dieses Gebiet und als offizielle Bezeichnung einer Tourismusregion verwendet.

Lage[Bearbeiten]

Karte des Komitats Árva um 1890

Das Komitat Arwa grenzte im Norden an Polen (bzw. 1772–1918 an das österreichische Kronland Galizien), im mittleren Südwesten an das Komitat Trentschin (Trencsén), im äußersten Südwesten an das Komitat Turz (Turóc) und im Süden an das Komitat Liptau (Liptó).

Das Gebiet erstreckt sich entlang des Flusses Arwa zwischen Zázrivá und der Tatra an der Grenze zu Polen, und das Komitat hatte 1910 78.745 Einwohner auf einer Fläche von 2.019 km².

Verwaltungssitze[Bearbeiten]

Luftansicht der Arwaburg

Der Komitatssitz war ursprünglich die Arwaburg, später Veličná und seit dem späten 17. Jahrhundert Dolný Kubín (Unterkubin).

Geschichte[Bearbeiten]

Die Region als eines der Komitate des Königreichs Ungarn entstand in der zweiten Hälfte des 14. Jahrhunderts.

1918 wurde die Region ein Teil der neu entstandenen Tschechoslowakei, was durch den Vertrag von Trianon 1920 völkerrechtlich bestätigt wurde. Dort bestand sie bis 1922 weiter. Durch einen Grenzstreit mit Polen kam es 1924 zu einem Gebietstausch einiger Gemeinden im Nordosten der Region (siehe Tschechoslowakisch-polnische Grenzkonflikte).

1939, kurz vor dem Ausbruch des Zweiten Weltkrieges, nachdem die Tschechoslowakei aufgelöst worden war, wurde die Arwa ein Teil der unabhängigen Slowakei. Nach dem Krieg wurde die Tschechoslowakei wieder hergestellt und 1993 wieder aufgelöst.

Das Gebiet der Gespanschaft wurde chronologisch wie folgt administrativ eingegliedert:

  • 1918–1922: Oravská župa (Gespanschaft Arwa), CS
  • 1923–1928: Považská župa (Gespanschaft Waag), CS
  • 1928–1939: Slovenská krajina/zem (Slowakisches Land), CS
  • 1940–1945: Tatranská župa (Gespanschaft Tatra), SK
  • 1945–1948: Slovenská krajina (Slowakisches Land), CS
  • 1949–1960: Žilinský kraj (Silleiner Landschaftsverband – mit dem heutigen nicht zu verwechseln), CS
  • 1960–1990: Stredoslovenský kraj (Mittelslowakischer Landschaftsverband), CS
  • seit 1996: Žilinský kraj (Silleiner Landschaftsverband), SK

Bezirksunterteilung[Bearbeiten]

Die Gespanschaft bestand im frühen 20. Jahrhundert aus folgenden Stuhlbezirken (meist nach dem Namen des Verwaltungssitzes benannt):

Stuhlbezirke (járások)
Stuhlbezirk Verwaltungssitz
Alsókubin Alsókubin, heute Dolný Kubín
Námesztó Námesztó, heute Námestovo
Trsztena Trsztena, heute Trstená
Vár („Burg“) Turdossin, heute Tvrdošín

Siehe auch[Bearbeiten]

Weblinks[Bearbeiten]

Quellen[Bearbeiten]

  1. A magyar szent korona országainak 1910. évi népszámlálása; Budapest 1912, Seite 12 ff.
  2. A magyar szent korona országainak 1910. évi népszámlálása; Budapest 1912, Seite 22 ff. – Volkszählung von 1910