Komitat Csík

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Komitat Csík
(Tschick)

(1910)
Wappen von Csík(Tschick)
Verwaltungssitz: Csíkszereda
Fläche: 5.064 km²
Bevölkerung: 145.720[1]
Volksgruppen: 86 % Ungarn
12 % Rumänen
2 % andere (Deutsche, Slowaken, Ruthenen)[2]
Komitat Csík

Das Komitat Csík (deutsch selten auch Komitat Tschick; ungarisch Csík vármegye, rumänisch Comitatul Ciuc) war ein ungarisches Komitat in Siebenbürgen. Es grenzte an die Komitate Háromszék, Udvarhely, Maros-Torda, auf einem kurzen Stück im Nordwesten an Bistritz-Naszod (Beszterce-Naszód) und an Rumänien. Es umfasste 4493 km², ist gebirgig und hat im Innern zwei von Mureș (Mieresch) und Olt (Alt) durchströmte Täler.

Karte des Komitats Csík um 1890

Das Komitat war von der Natur geprägt und galt als rauestes siebenbürgisches Komitat. Es zählte 1881 110.940 Einwohner. Dort gediehen nur Kartoffeln, Roggen, Hafer und Flachs. Die ausgedehnten Wälder mit großem Wildbestand lieferten bedeutende Handelswaren, hauptsächlich Eichen-, Buchen- und Nadelholz.

Sitz des Komitats, das 65 Ortschaften aufwies, war Csíkszereda (heute rumänisch Miercurea Ciuc, römisch Sicoloburgum, deutsch Szeklerburg) an der Alt und am Fuß der Harghita. In Csíkszereda gab es ein altes Schloss. 1881 lebten in der Stadt, die Sitz eines Gerichtshofs war, 1597 Einwohner. Bei Csíkszentdomokos (heute rumänisch Sândominic, 1881 lebten dort 3318 Einwohner) befand sich ein Kupferbergwerk.

Geschichte[Bearbeiten]

Das Komitat Csík wurde im Jahre 1876, als die Verwaltungsstruktur Siebenbürgens geändert wurde, aus den drei Szeklerstühlen Csíkszék, Gyergyószék und Kászonszék des Szeklerlandes gebildet. 1918 wurde es dann als Județul Ciuc Teil Rumäniens. Heute liegt das Gebiet in den Kreisen Harghita, Neamț (kleiner Teil im Nordosten) und Bacău (kleiner Teil im Osten).

Bezirksunterteilung[Bearbeiten]

Das Komitat bestand im frühen 20. Jahrhundert aus folgenden Stuhlbezirken (nach dem Namen des Verwaltungssitzes benannt):

Stuhlbezirke (járások)
Stuhlbezirk Verwaltungssitz
Felcsík („Obercsík“) Csíkszereda, heute Miercurea Ciuc
Gyergyószentmiklós Gyergyószentmiklós, heute Gheorgheni
Gyergyótölgyes Gyergyótölgyes, heute Tulgheș
Kászonalcsík („Kászon-Untercsík“) Csíkszentmárton, heute Sânmartin
Szépvíz Szépvíz, heute Frumoasa
Stadtbezirke (rendezett tanácsú városok)
Csíkszereda, heute Miercurea Ciuc
Gyergyószentmiklós, heute Gheorgheni

Alle genannten Orte liegen im heutigen Rumänien.

Siehe auch[Bearbeiten]

Weblinks[Bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. A magyar szent korona országainak 1910. évi népszámlálása; Budapest 1912, Seite 12 ff.
  2. A magyar szent korona országainak 1910. évi népszámlálása; Budapest 1912, Seite 22 ff. – Volkszählung von 1910