Kommakategorie

aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie
Wechseln zu: Navigation, Suche

Eine Kommakategorie ist eine Konstruktion in der mathematischen Kategorientheorie, die 1963 von F. W. Lawvere eingeführt wurde. Der Name ergibt sich aus der ursprünglich von Lawvere verwendeten Notation.

Inhaltsverzeichnis

[Bearbeiten] Definition

Für die allgemeinste Konstruktion der Kommakategorie betrachten wir zwei Funktoren. Typischerweise ist einer von beiden auf der terminalen Kategorie definiert: viele kategorientheoretische Darstellungen betrachten nur diesen Fall.

Seien \mathcal{A}, \mathcal{B} und \mathcal{C} Kategorien, T und S Funktoren \mathcal A \xrightarrow{\;\; T\;\;} \mathcal C\xleftarrow{\;\; S\;\;} \mathcal B. Wir definieren die Kommakategorie (T \downarrow S) folgendermaßen:

  • Die Objekte sind Tripel (α,β,f), wobei α Objekt in \mathcal{A}, β Objekt in \mathcal{B} und f : T(\alpha)\rightarrow S(\beta) Pfeil in \mathcal{C} ist.
  • Die Pfeile von (α,β,f) nach (α',β',f') sind Paare (g,h), wobei g : \alpha \rightarrow \alpha' und h : \beta \rightarrow \beta' jeweils Pfeile in \mathcal A und \mathcal B sind, so daß das folgende Diagramm kommutiert:
Pfeile in (T ↓ S)

Pfeile werden verkettet, indem wir (g, h) \circ (g', h') als (g \circ g', h \circ h') definieren.

[Bearbeiten] Spezialfälle

[Bearbeiten] Kategorie der Objekte unter A

Der erste Spezialfall tritt ein, wenn \mathcal{A} terminal und S identischer Funktor ist (also \mathcal{B} = \mathcal{C}). (Dann ist T(α) = idA für ein festes Objekt A in \mathcal{C} und den einzigen Pfeil α in \mathcal{A}). Die diesbezügliche Kommakategorie heißt Kategorie der Objekte unter A, geschrieben (A \downarrow \mathcal{C}). Die Objekte (α,β,f) können kurz (β,f) notiert werden, da die Festlegung von A die Angabe von α überflüssig macht; f : T(\alpha) \rightarrow S(\beta) notieren wir kurz als f : A \rightarrow \beta - oft wird f auch iβ genannt, um es als Injektion zu kennzeichnen. Ähnlich können wir die Darstellung eines Pfeils (g, h) : (B, i_B) \rightarrow (B', i_{B'}) auf h : B \rightarrow B' reduzieren, da g stets als idA gewählt wird. Das folgende Diagramm kommutiert:

CommaCategory-02.png

A ist ein Anfangsobjekt von (A \downarrow \mathcal{C}). Ist A bereits ein Anfangsobjekt von \mathcal C, so ist (A \downarrow \mathcal{C}) isomorph zu \mathcal C.

Beispiele:

  • Die Kategorie der unitären k-Algebren für einen Körper k ist isomorph zur Kategorie der unitären Ringe unter k.

[Bearbeiten] Kategorie der Objekte über A

Analog können wir T identisch und \mathcal{C} terminal wählen. Wir erhalten dann die Kategorie der Objekte über A (wobei A das durch S ausgewählte Objekt von \mathcal{C} ist). Diese Kommakategorie notieren wir als (\mathcal{C} \downarrow A); in der algebraischen Geometrie ist die Bezeichnung \mathcal C/A üblich. Sie ist das duale Konzept zu Objekten unter A. Die Objekte sind Paare (β,πβ) mit \pi_\beta : \beta \rightarrow A; dabei steht π für Projektion auf A. Ein Pfeil in der Kommakategorie mit Quelle (BB) und Ziel (B',πB') wird durch eine Abbildung g : B \rightarrow B' gegeben, die das folgende Diagramm kommutieren lässt:

CommaCategory-01.png

A ist ein Endobjekt von (\mathcal{C} \downarrow A). Ist A bereits ein Endobjekt von \mathcal C, so ist (\mathcal{C} \downarrow A) isomorph zu \mathcal C.

Meine Werkzeuge
Namensräume
Varianten
Aktionen
Navigation
Mitmachen
Drucken/exportieren
Werkzeuge
In anderen Sprachen