Kommando Militärstreife & Militärpolizei

aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie
Wechseln zu: Navigation, Suche
Verbandsabzeichen des KdoMilStrf&MP

Das Kommando Militärstreife & Militärpolizei (Kdo MilStrf&MP) ist ein Spezialverband des Österreichischen Bundesheeres, der Aufgaben des militärischen Eigenschutzes wahrnimmt. Innerhalb Österreichs tritt der Verband als Militärstreife, bei Auslandseinsätzen als Militärpolizei auf.

Der Spezialverband gewährleistet die Sicherheit der Truppe und militärischer Einrichtungen. Bei internationalen Einsätzen kann die Militärpolizei neben dem Schutz der multinationalen Kontingente auch zivilpolizeiliche Aufgaben zur Herstellung und Wahrung der öffentlichen Ordnung übernehmen. Die Angehörigen des Kdo MilStrf&MP unterstützen auch bei der Aufstellung und Ausbildung lokaler Polizeieinheiten, wie etwa im Kosovo.

Aufgaben[Bearbeiten]

Eine Militärstreife beim Ordnungs- und Sicherheitsdienst im Rahmen einer Angelobung von Rekruten

Das Kdo MilStrf&MP setzt bei seinen Einsätzen Lang- und Kurzwaffen mit besonderen Visiereinrichtungen, Zugriffsgerät und die persönliche Schutzausrüstung ein. Für kriminaltechnische Sonderermittlungen und Personenschutz-Einsätze steht diesen Spezialisten Sonderausrüstung zur Verfügung.

Nationale Aufgaben[Bearbeiten]

  • Dienstkontrollen
  • Verkehrsdienst
  • Sicherheitskontrollen
  • Sicherheitsdienst
  • Erhebungen
  • Fahndungen
  • Ordnungsdienst
  • Personenschutz (diese Aufgabe wurde 2008 vom Jagdkommando an das Kdo MilStrf&MP übergeben)
  • Eskorten und Überstellungen

Internationale Aufgaben[Bearbeiten]

  • Fahndungen
  • Einsatz bei Demonstrationen und Aufruhr (CRC-Einsätze)
  • Verkehrsdienst
  • Zugriffsdienst
  • Sonderermittlungen
  • Informationsgewinnung
  • Schutz der Truppe
  • Personenschutz (diese Aufgabe wurde 2008 vom Jagdkommando an das Kdo MilStrf&MP übergeben)
  • Einsatz gegen gefährliche Täter, (Kriegs-)Verbrecher und Terroristen

Ausbildung[Bearbeiten]

Die Ausbildung erfolgt in enger Kooperation mit Sondereinheiten des Bundesministeriums für Inneres und des Bundesministeriums für Justiz, dem Jagdkommando und internationalen MP-Verbänden (wie z.B. die Feldjäger der Bundeswehr)

Um zur Ausbildung zugelassen zu werden, muss der Bewerber ein einwöchiges Auswahlverfahren absolvieren, in dem er auf seine physische und psychische Eignung für die Anforderungen des Streifen- bzw. MP-Dienstes geprüft wird. Die Ausbildung erfolgt während des Fachteils des Unteroffiziers-/Stabs-Unteroffizierslehrganges, durch die Lehrabteilung des Kdo MilStrf&MP.

Grundausbildung[Bearbeiten]

  • Waffenlose Selbstverteidigung
  • Waffen- und Schießdienst
  • Gesetzliche Bestimmungen
  • Dienstkontrollen
  • Fahndungsdienst
  • Ordnungsdienst
  • Verkehrsdienst
  • Eindring- und Zugriffstechniken
  • Grundlagen Erhebungsdienst
  • Internationaler Militärpolizeidienst
  • Fahrtechniken / Fahrtaktiken

Spezialausbildung[Bearbeiten]

Im Anschluss an die Grundausbildung wird die Spezialausbildung absolviert, bei der die Angehörigen der MilStrf&MP entsprechend den für sie vorgesehenen Aufgabengebieten geschult werden:

  • Taktik/Zugriff
  • Einsatz bei Demonstrationen und Aufruhr
  • Selbstverteidigungsausbilder
  • Personenschutz
  • Observierung
  • Hundeführer
  • Schießausbilder
  • Sonderbewaffnungen
  • Ausbildung zum Einsatzleiter
  • Gefangenenwesen
  • Kriminaltechnische Ermittlungen

Bewaffnung[Bearbeiten]

Um die mannigfaltigen Aufgaben erfüllen zu können, benötigt das Kdo MilStrf&MP eine besondere Bewaffnung.

Neben den im Heer üblichen Waffen

besitzt der Verband weitere Einsatzmittel

  • Repetierschrotflinte (sog. „Pump-Gun“)
  • FN P90
  • Steyr TMP (taktische Maschinenpistole)
  • P26 (Glock 26)
  • Scharfschützengewehr
  • 4-cm-Granatwerferaufsatz für das StG77
  • Impulslöschgerät
  • Spezielle Ziel- und Visiereinrichtungen

Organisation[Bearbeiten]

Um im gesamten Bundesgebiet jederzeit zum Einsatz gebracht werden zu können, ist das Kdo MilStrf&MP auf drei Hauptstandorte aufgeteilt. Die 1. Kompanie ist in Wien, mit Außenstellen in Eisenstadt und St. Pölten. Die 2. Kompanie hat ihren Standort in Graz, mit einer Außenstelle in Klagenfurt. Die 3. Kompanie befindet sich in Salzburg, mit Außenstellen in Hörsching und Innsbruck.

Weiters befindet sich in Wien das Kommando des Verbandes, der Personenschutz und die Lehrabteilung.

Einsätze[Bearbeiten]

Das Militärpolizeikontingent auf den Golanhöhen, April 2013

Das Kdo MilStrf&MP ist rund um die Uhr für Einsätze in ganz Österreich bereit. Neben den aktuellen Militärpolizeikontingenten auf den Golanhöhen, in Bosnien und im Kosovo stehen Soldaten des Verbandes als „Kader-Präsenz-Einheit“ (KPE) bereit, um innerhalb kürzester Zeit weltweit zum Einsatz kommen zu können. Das kann im Zuge einer kritischen Lageentwicklung zur Verstärkung der bereits eingesetzten Truppe, im Rahmen sich kurzfristig ergebender Personenschutzeinsätze oder zur Evakuierung europäischer Staatsangehöriger aus Krisenregionen erfolgen.

Verbandsabzeichen[Bearbeiten]

Als Ärmelabzeichen tragen die Angehörigen des Kommandos ein schwarzes Abzeichen mit den österreichischen Farben sowie der Bezeichnung „Militärstreife“ und der Abkürzung „MP“. Bemerkenswert ist die Anbringung der „Flammenden Granate“ auf dem Abzeichen, ähnlich wie sie früher von der Bundesgendarmerie verwendet wurde.

Literatur[Bearbeiten]

  • Truppendienst Nr. 307; 1/2009: „Die Militärstreife im ÖBH2010; Das Kommando Militärstreife & Militärpolizei“
  • Truppendienst Nr. 306; 6/2008: „Das Close Protection Team im Kosovo“
  • SOLDIERS RAIDS Nr. 157: Policia Militar De Austria
  • EINSATZ Magazin für Sicherheit und Wirtschaft 3.JG.; 2/2008: Ein neuer Spezialverband des Heeres
  • MILIZinfo März 1/2007: Militärstreife/MP
  • MILIZinfo Juni 2/2009: Militärstreife & Militärpolizei
  • News 30/09: BODYGUARDS im Schatten der Macht
  • Öffentliche SICHERHEIT 11-12/08: Rückkehr der flammenden Granate
  • POLIZEITUNG 20.Jhg. Nr. 82; 4/2008: Bundesheer läßt die flammende Granate der Gendarmerie "weiterleben"
  • derStandard 11. August 2009: Wenn die Armee zur Polizei wird
  • derStandard 9. August 2009: Drogen, Deserteure und Hochgeschwindigkeits-Flucht

Weblinks[Bearbeiten]