Kommandosprache

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Kommandosprache ist eine Sprechweise, die eine eindeutige Handlungsaufforderung durch normierte Wörter oder Sätze beinhaltet.

Zweck[Bearbeiten]

Das erteilte Kommando beinhaltet einen Handlungsbefehl. Kommandosprache ist einheitlich und lässt keinen Spielraum für Interpretation über die aufgeforderte Handlung zu. Sie wird hauptsächlich beim Militär, z. B. beim Formaldienst, aber auch in der IT-Branche, beim Sport oder beim Segeln verwendet. Beim Militär dient sie darüber hinaus dazu, in Belastungssituationen Verhalten hervorzurufen, die durch z.B. Drill vorher eingeübt worden sind.

Bundeswehr[Bearbeiten]

Die Bundeswehr unterscheidet zwischen einem „Ankündigungskommando“ (AnkKdo) und einem „Ausführungskommando“ (AusfKdo). Das AnkKdo lässt den Befehlsempfänger wissen, dass eine Handlungsaufforderung unmittelbar bevorsteht. Das folgende AusfKdo beinhaltet die konkrete eindeutige Aufforderung eines bestimmten Verhaltens. Dabei wird mit dem Ankündigungskommando oft auch schon eine konkretere Vorbereitung auf das Ausführungskommando erreicht, auf das sich der Kommandoempfänger durch die kurze Pause zwischen dem Ankündigungs- und dem Ausführungskommando vorbereiten kann.

Formaldienst[Bearbeiten]

Beim Formaldienst wird in aller Regel die Einheit als Ankündigungskommando verwendet. Die jeweiligen Ausführungskommandos sind in der Zentralen Dienstvorschrift (ZDv) 3/2 normiert.[1]. Beispiele:

  • AnkKdo: Erster Zug,
  • AusfKdo: Stillgestanden!
  • AnkKdo: Die Augen (Durch das Die wird auf eine Blickrichtungsänderung nach links vorbereitet.)
  • AusfKdo: links!
  • AnkKdo: Augen (Durch das fehlende Die wird auf eine Blickrichtungsänderung nach rechts vorbereitet.)
  • AusfKdo: rechts!

Gefechtsdienst[Bearbeiten]

Beim Gefechtsdienst ist Kommandosprache von besonderer Bedeutung. Im militärischen Einsatz ist es besonders wichtig einheitliche Sprache zu verwenden. Ein Beispiel:

  • AnkKdo: Alpha-Trupp, fertigmachen zum Sprung.
  • AusfKdo: Sprung auf, Marsch, Marsch!

(Hierbei handelt es sich um das einheitliche schnelle Bewegen von Einheiten, beispielsweise beim Überqueren von Straßen oder Freiflächen.)

Diese Kommandos sind ebenfalls vorschriftlich geregelt.[2]

Segeln[Bearbeiten]

Beim Segeln gibt es bei gewissen Manövern ebenfalls normierte Kommandos. Bei einer Wende zum Beispiel:

  • Ankündigungskommando: Klar zum Wenden (gegeben durch den Steuermann)
  • Zwischenkommando: Ist klar (gegeben durch den Vorschoter um seine Bereitschaft zu signalisieren)
  • Ausführungskommando: Ree! (gegeben durch den Steuermann unmittelbar vor der Wende)

Sport[Bearbeiten]

Im Sport wird ebenfalls Kommandosprache verwendet. In der Leichtathletik, beispielsweise bei Laufdisziplinen, ist das Startkommando normiert:

  • Ankündigungskommando: Auf die Plätze
  • Zwischenkommando: Fertig
  • Ausführungskommando: Los! (Wird häufig durch einen Startschuss gegeben.)

Literatur[Bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. ZDv 3/2, Formaldienstordnung
  2. ZDv 3/11, Gefechtsdienst aller Truppen zu Lande