Kommentar (Programmierung)

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Kommentare sind Annotationen innerhalb von Programmiersprachen und Textbeschreibungssprachen. Alle diese Sprachen bestehen aus Anweisungen für den Computer (Code) und Hinweisen für Textbearbeiter (Kommentaren). Kommentare dienen dazu den Quelltext für den Menschen leichter verständlich zu machen. Wird der Quelltext weiterverarbeitet (kompiliert, interpretiert, geparst etc.), dann werden Kommentare von der verarbeitenden Software ignoriert und haben daher keinen Einfluss auf das Ergebnis. Der Nutzer bzw. Betrachter des Ergebnisses kann daher auch nicht mehr auf die Existenz der Kommentare rückschließen.

Vereinzelt werden Kommentare allerdings auch zur Speicherung maschinenlesbarer Metainformationen oder zur Ergänzung einer Sprache genutzt (siehe #Verwendung entgegen der Definition).

Syntax allgemein[Bearbeiten]

Für eine Sprache ist festgelegt, wo ein Kommentar beginnt und wo er endet. Man unterscheidet allgemein zwischen Block- und Zeilenkommentaren. Zeilenkommentare enden automatisch am Zeilenende. Blockkommentare können sich über mehrere Zeilen erstrecken und enden nach der Einleitung erst bei dem Endzeichen. In manchen Sprachen sind Blockkommentare auch innerhalb eines einzelnen Code-Befehls erlaubt. Dies wird jedoch selten genutzt.

Der Inhalt eines Kommentars und somit auch sein Nutzen kann vom Bearbeiter frei gewählt werden und unterliegt keiner verbindlichen Syntax, außer dass bei Blockkommentaren die Kommentar-Endmarkierung im Kommentar selbst nicht enthalten sein darf. In der Regel werden Kommentare in „menschlicher“ Sprache festgehalten, entweder in der Muttersprache des Autors oder in einer Allerweltssprache. Kommentare bestehen meist nur aus Text (d. h. keine Formatierungen, Grafiken, Klänge, etc.), da die meisten Sprachen nur solche Kommentare zulassen.

Verwendung[Bearbeiten]

Trotz der freien Verwendbarkeit werden Kommentare besonders oft in folgender Weise verwendet:

Informationen über den gesamten Quelltext
Zu Beginn eines Quelltextes kann der Autor Vorbemerkungen zu selbigem anbringen, darunter Angabe des Autors, der Lizenz, des Erstellungsdatums, Kontaktadresse bei Fragen, Liste anderer benötigter Dateien, einen Gruß an Programmierkollegen, etc.
Gliederung des Quelltextes
Überschriften und Abschnitte können als solche gekennzeichnet werden. Dabei werden häufig nicht nur sprachliche Mittel verwendet („Hier beginnt der residente Teil“) sondern auch grafische Mittel, die sich durch Text umsetzen lassen („****=- Residenter Teil -=****“)
Erläuterung einer einzelnen Zeile
So kann die Arbeitsweise oder Bedeutung eines Textteils (z. B. Programmzeile, Tag) erläutert werden, damit andere oder der Autor selbst diese später leichter verstehen.
Hinweis auf zu erledigende Arbeit
Kommentare können unzureichende Codestücke kennzeichnen („Hier muss noch die Unterstützung von Umlauten verbessert werden“) oder Platzhalter für komplett fehlende Codestücke sein („Hier Tabellendarstellung einfügen“).
Auskommentierung
Soll ein Bestandteil des Codes vorübergehend unwirksam gemacht werden, so wird er „auskommentiert“, d. h. er wird in Kommentar umgewandelt. Dieser Teil des Quelltextes ist dann aus Sicht des Compilers bzw. Interpreters kein Code mehr, was einer Löschung gleichkommt. Er bleibt aber als Kommentar erhalten und kann später wieder in regulären Code umgewandelt werden.

Verwendung entgegen der Definition[Bearbeiten]

Ausnahmen von der obigen Definition von Kommentaren (Kommentare, die vom Computer nicht immer ignoriert werden) sind unter anderem:

Präprozessor
Sprachen, die keine eigene Syntax für Präprozessoranweisungen haben, verwenden spezielle Kommentare. Im ersten Durchlauf ermittelt der Präprozessor aus den Kommentaren die nötigen Informationen, im zweiten Durchlauf (Compilen, Interpretieren, etc.) werden diese Kommentare dann (wie alle Kommentare) überlesen.
Einbettung von Fremdsprachen
In Quelltexten, die sich aus mehreren Sprachen zusammensetzen, wird eine Sprache in die Kommentare der anderen eingebettet. Das wohl bekannteste Beispiel sind Javascripts, die sich in HTML-Kommentaren verbergen. Dies ist meistens nur eine Übergangslösung, um mit älteren Programmen kompatibel zu bleiben, welche die eingebettete Sprache nicht verstehen würden und sie daher als Fehler betrachten würden.
Automatisierte Codeerstellung
Wird Code mit einer Entwicklungsumgebung erstellt (z. B. HTML-Editor), so kann diese Informationen in Kommentaren speichern, die für sie von Belang sind, für den Weiterverarbeiter des Codes (z. B. Browser) jedoch keinen Sinn haben.
Automatisierte Sourcecode-Dokumentation
Für einige Programmiersprachen existieren Hilfsprogramme, die spezielle Kommentare aus dem Quellcode extrahieren können und mithilfe einer Analyse des eigentlichen Programmcodes automatisch Softwaredokumentation generieren können. Werkzeuge dafür sind zum Beispiel Javadoc oder Doxygen.
Codegenerierung
Dabei wird durch spezielle Kommentare ermöglicht, im Quellcode Instruktionen für verschiedene Werkzeuge abzulegen. Ein Beispiel dafür ist XDoclet. Dabei werden sogenannte Annotationen durch einen eigenen Verarbeitungslauf verarbeitet und aus dem Quelltext neben dem eigentlichen Programm auch weitere Dateien erzeugt.
Conditional Comments
Spezielle Methode zum ausführen von (X)HTML/CSS-Code im Internet Explorer[1]. Hierbei werden Befehle, die nur in gewissen Internet Explorer-Versionen ausgeführt werden sollen, innerhalb von Kommentar-Tags geschrieben. Üblicherweise wird diese Methode zum Laden von Stylesheets verwendet, die gewisse Bugs in älteren IE-Versionen korrigieren[2]. Die Methode wird ab IE Version 10 nur noch eingeschränkt unterstützt[3].
Compiler-Anweisungen
Manche Sprachen, die keine eigene Syntax für Compiler-Anweisungen haben, verwenden Kommentare um dem Compiler spezielle Anweisungen zu geben. Zum Beispiel: In Pascal werden Kommentare, deren erstes Zeichen ein $ ist, als Compiler-Direktive interpretiert.

Syntax am Beispiel einiger Programmiersprachen[Bearbeiten]

Die Syntax von Kommentaren ist in den verschiedenen Sprachen unterschiedlich. Hier einige Beispiele, das Wort Code steht dabei als Platzhalter für beliebigen ausführbaren Programmcode und soll verdeutlichen, dass es in einigen Fällen nicht nötig ist, für einen Kommentar oder die Fortsetzung des Quelltextes eine neue Zeile zu beginnen:

Programmiersprache Variante Syntax
Fortran Zeilenkommentar C ein Kommentar bis zum Zeilenende
* ein Kommentar bis zum Zeilenende

Code ! So kann man auch mitten in einer Zeile einen Kommentar beginnen
C, C++, C#, JavaScript, PHP, Java, CSS, SQL Blockkommentar Code /* Ein Kommentar,
der auch Zeilenumbrüche
enthalten darf. */
Code
C, C++, C#,
JavaScript, PHP, Java
Blockkommentar $x = 5 * (2 + /* Ein Kommentar innerhalb einer Anweisung */ 3);
Pascal, Modula-2, Oberon, Seed7, AppleScript Blockkommentar Code (* Ein Kommentar,
mit Zeilenumbrüchen *)
Code
Pascal Blockkommentar Code { Ein Kommentar,
mit Zeilenumbrüchen }
Code
AutoIt Blockkommentar Code #cs Ein Kommentar,
mit Zeilenumbrüchen #ce
Code
C, C++, C#, Pascal, Object Pascal, JavaScript, PHP, Java, Bourne-Shell, PowerFlex, Scilab Zeilenkommentar Code // Kommentar, der bis zum Zeilenende geht
// Soll er weitergehen, muss die Zeile mit \
einem Backslash enden
Shell-Skript, Perl, Python, Ruby, PHP (selten), Windows PowerShell, Seed7 Zeilenkommentar Code # ein Kommentar bis zum Zeilenende
Assembler, Lisp, INI-Datei, AutoIt Zeilenkommentar Code ; Kommentar bis zum Zeilenende
BASIC, Batch (cmd.exe, ...) Zeilenkommentar REM Kommentar bis zum Zeilenende
BASIC, Visual Basic Zeilenkommentar Code ' Kommentar bis zum Zeilenende
XML (z. B. XHTML), HTML Blockkommentar Code <!-- Kommentar zwischen SGML-Tags --> Code
Ada, AppleScript, SQL, Haskell, VHDL Zeilenkommentar Code -- ein Kommentar bis zum Zeilenende
Erlang, LaTeX, Matlab, TeX Zeilenkommentar Code  % ein Kommentar bis zum Zeilenende
Matlab Blockkommentar
(ab Version 7.x)
Code
%{
Ein Kommentar,
der auch Zeilenumbrüche
enthalten darf.
%}

Code
ABAP Zeilenkommentar Code " ein Kommentar bis zum Zeilenende
Code
* ein Kommentar bis zum Zeilenende
* ein Kommentar bis zum Zeilenende
Code
M4 Zeilenkommentar Code dnl ein Kommentar bis zum Zeilenende
LaTeX Blockkommentar
(Nur mit
zusätzlichen
Paketen wie
"verbatim" oder "comment")
Code
\begin{comment}
Ein Kommentar,
mit Zeilenumbrüchen
\end{comment}

Code
Mathematica Blockkommentar Code (* Ein Kommentar,
der auch Zeilenumbrüche
enthalten darf. *)
Code
Haskell Blockkommentar
(geschachtelt)
Code
{- Ein Kommentar,
mit Zeilenumbrüchen und einem geschachtelten Kommentar:
{- Ich bin der innere Kommentar und nur ich werde durch die folgende Zeichenkombination geschlossen: -}
, der durch die folgende Zeichenkombination geschlossen wird: -}

Code

Quellen[Bearbeiten]

  1. CSS - Conditional comments
  2. SELFHTML: Stylesheets / CSS-basierte Layouts / Browserweichen
  3. HTML5 Parsing in IE10 - IEBlog - Site Home - MSDN Blogs