Kommunale Gemeinschaftsstelle für Verwaltungsmanagement
Die Einrichtung Kommunale Gemeinschaftsstelle für Verwaltungsmanagement (KGSt), ehemals: Kommunale Gemeinschaftsstelle für Verwaltungsvereinfachung, ist ein von Städten, Gemeinden und Kreisen gemeinsam getragener Fachverband für kommunales Management. Er wurde am 1. Juni 1949 als "Kommunale Gemeinschaftsstelle für Verwaltungsvereinfachung" in Köln gegründet, im November 2005 umbenannt und hat derzeit über 1740 Mitglieder. Die KGSt ist kein Kommunaler Spitzenverband (dazu zählen allein der Deutsche Städtetag, der Deutsche Landkreistag und der Deutsche Städte- und Gemeindebund und ihre jeweiligen Landesverbände), sondern sieht sich als kommunaler Fachverband für Managementthemen.
Die KGSt befasst sich insbesondere mit Führung, Steuerung und Organisation der Kommunalverwaltung. Kernprodukte der Arbeit der KGSt sind:
- Gutachten und Berichte, d. h. Studien zu möglichen Optimierungsmöglichkeiten in der kommunalen Organisation
- Seminare und Fachkonferenzen zu unterschiedlichsten Fachthemen
- Newsletter zu neuen Entwicklungen und Trends, wie das monatlich erscheinende KGSt-Journal.
- Interkommunaler Erfahrungsaustausch, d. h. Schaffung von Informations- und Kommunikationsmöglichkeiten zwischen Kommunen und Moderation von Prozessen der Interkommunalen Zusammenarbeit. Dies geschieht zum einen über die klassische Gremienarbeit und zum anderen über die Wissensdatenbank KIKOS, die Mitgliedern kostenlos zur Verfügung steht, weitere Datenbanken ergänzen dieses Angebot, z. B. die Datenbank Rechtsvergleich Doppik.
- Vergleichsringe, in denen Kommunen untereinander ihre Kosten und Leistungen in unterschiedlichen Fachbereichen (z. B. Sozialamt, Feuerwehr, Kfz-Zulassung) auf Basis von Kennzahlen vergleichen können.
Alle drei Jahre organisiert die KGSt zudem das KGSt-FORUM, den mit über 3000 Besuchern größten Kommunalkongress, auf dem aktuelle Arbeitsergebnisse und Zukunftsthemen präsentiert und erörtert werden. Das letzte KGSt-FORUM fand vom 13. bis 16. September 2011 unter dem Motto "Wir stärken Kommunen" in Nürnberg statt. Vom 17.-19. September 2014 wird das KGSt-FORUM in Dresden zu Gast sein.
Eine Besonderheit bei der Erstellung von Gutachten und Berichten ist die Einbindung von Fachleuten der jeweils betroffenen Aufgabengebiete aus verschiedenen Kommunen ("mit den Kunden für die Kunden"). Dieses Vorgehen soll ein hohes Maß an Praxisnähe bei den Veränderungsvorschlägen gewährleisten.
Die KGSt besitzt seit den 50er Jahren für die Organisationsarbeit und für betriebswirtschaftliche Themen der kommunalen Verwaltungen eine übergeordnete Bedeutung, in dem wesentliche Grundzüge der Verwaltungsorganisation für alle Städte und Gemeinden in Deutschland erarbeitet wurden. Dies war und ist immer mit innovativen Potential verbunden gewesen. So wurde ab 1990 das wegweisende Neue Steuerungsmodell (NSM) für die Kommunen von der KGSt entworfen und ständig weiterentwickelt. Darunter versteht man die deutsche Variante des New Public Management (NPM). Diesem fehlte zwar die erforderliche finanzwirtschaftliche Komponente; aufbauend darauf hat dann aber 2003 die Konferenz der Innenminister und -senatoren der Länder die Einführung des neuen kommunalen Haushalts- und Rechnungswesens (Doppik und Produkthaushalt) beschlossen (auch bekannt unter den Kürzeln NKF, NKR, NKRS).