Kommune (Dänemark)

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Dänemarks 98 Kommunen nach der Verwaltungsreform 2007.

Die Kommune ist die kleinste eigenständige politische und organisatorische Einheit in Dänemark.

Dänemark war zur Jahrtausendwende in 275 Kommunen aufgeteilt. Bereits vor der Verwaltungsreform am 1. Januar 2007 wurden die fünf Kommunen Bornholms (2003) und die zwei Kommunen Ærøs (2006) zu jeweils einer inselweiten Kommune zusammengeschlossen. Bei einer Verwaltungsreform 2007 wurden neben diesen beiden nur 30 der noch 268 seit 1974 bestehenden Kommunen unangetastet gelassen. Die übrigen 238 Kommunen wurden zu 66 Großkommunen zusammengefasst, so dass nun zusammen mit den zwei 2003 und 2006 entstandenen und den 30 unangetasteten Kommunen Dänemark in 98 Kommunen aufgeteilt war, wobei die Amtskommunen abgeschafft wurden.[1] Das höchste Gremium einer Kommune ist die demokratisch gewählte Gemeindevertretung (dän. kommunalråd) mit dem Bürgermeister (borgmester) an der Spitze der Gemeindeverwaltung.

Wahlen[Bearbeiten]

Kommunalwahlen finden laut Gesetz alle vier Jahre am dritten Dienstag im November statt. Am 15. November 2005 fand erstmals die Wahl von 2.522 Mitgliedern der Kommunalräte in den neugebildeten Kommunen und 205 Mitgliedern der neuen Regionalräte statt.

Die jüngste Kommunal- und Regionalwahl erfolgte am 19. November 2013. DIe Sozialdemokraten blieben entgegen ersten Umfragen stärkste Partei auf Kommunalebene, dicht gefolgt von der rechtsliberalen Venstre. Die linke Einheitsliste verbuchte starke Gewinne, vor allem auf Kosten der Sozialistischen Volkspartei; Rechtspopulisten, Sozialliberale und Liberale legten zu, die Konservativen verloren leicht. Lokale Wahllisten und andere Kleinstparteien erhielten rund fünf Prozent der Stimmen.[2] Die Verteilung der Bürgermeisterposten kann sich in Einzelfällen bis zum Zusammentritt der Gemeindeversammlungen verzögern.

Aufgaben[Bearbeiten]

In den 66 ab 2007 neugestalteten Kommunen (66 Kommunalräte) wurden die Kommunalräte im Jahr 2006 in Zusammenlegungsausschüssen eingesetzt (sammenlægningsudvalg). Das tägliche Geschäft wird vom Kommunaldirektor wahrgenommen. Hauptaufgaben der Kommune sind: Sozial-, Gesundheits-, und Schulwesen, kommunale Straßen und Wege, Einwohnermeldeamt, Parkanlagen, Stadtplanung, Bibliotheken, kommunale Betriebe, Öffentlicher Nahverkehr, Kinderzahnpflege, Beschäftigung von Arbeitslosen. Die Finanzierung dieser Aufgaben geschieht durch die Kommunalsteuer, Vermögenssteuer, den bloktilstud (einen Zuschuss vom Gesamtstaat) und Ausgleichsordnungen zwischen den einzelnen Kommunen.

Vergleich[Bearbeiten]

Die dänischen Kommune ist nicht mit der deutschen Amtskommune (kurz: Amt, auch Amtsbezirk oder andernorts Provinz) zu verwechseln. Das Amt war die nächsthöhere Verwaltungsgliederung vor der nationalen Ebene und dem Königreich mit seinen drei Teilstaaten Dänemark, Färöer und Grönland. In Dänemark gab es vor 2007 13 Ämter, die sich in die 270 Kommunen untergliederten.

Seit den jeweiligen Autonomiegesetzen sind die Färöer und Grönland keine dänischen Ämter mehr und untergliedern sich autonom in eigene Kommunen. Auf den Färöern gibt es 30 Kommunen. Grönland ist seit dem 1. Januar 2009 in 4 Kommunen unterteilt. Aus statistischer Sicht sind die Kommunen den LAU 1 gleichzusetzen.[3]

Siehe auch[Bearbeiten]

Weblinks[Bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Der einzige offizielle Titel, der heute noch das Wort amt enthält, ist der stiftamtmand. Die Verwaltungsdirektoren (forvaltningsdirektører) der Staatsverwaltungen (statsforvaltninger) der Regionen bekleiden auch das Amt eines Präfekten (stiftamtmand) für zwei Diözesen. Zusammen mit den Bischöfen bilden sie als weltliche Vertreter die Diözesanbehörde (stiftsøvrigheden).
  2. Kaare Sørensen: Socialdemokraterne blev alligevel størst Jyllands-Posten online, abgerufen am 20. November 2013
  3. Übersichtsdarstellung der Verwaltungsstrukturen in der EU von Eurostat