Kompaktkurbel

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FSA-Kompaktkurbel

Unter Kompaktkurbel versteht man einen Antrieb vor allem an Rennrädern, welcher Vorteile von Kettenschaltungen mit zwei und mit drei Kettenblättern vereinen soll.

Klassische Zweifachkurbeln am Rennrad haben für die Befestigung der Kettenblätter einen Lochkreis von 130 oder 135 mm (je nach Hersteller), wodurch das kleine Kettenblatt nicht weniger als 38 respektive 39 Zähne haben kann. Das bedeutet, dass keine sehr kleine Entfaltung möglich ist. Radfahrer müssen an steilen Anstiegen daher mindestens ungefähr 15 km/h schnell fahren, wenn sie eine unergonomische, niedrige Trittfrequenz vermeiden wollen.

Ein möglicher Ausweg ist eine Tretkurbel mit drei Kettenblättern. Üblich ist für das kleine Kettenblatt ein Lochkreis von 74 mm, was Kettenblätter ab 24 Zähnen ermöglicht. Der Nachteil der Dreifachkurbeln ist das höhere Gewicht, welches sich insbesondere bergauf bemerkbar macht. Außerdem empfinden viele Rennradfahrer Dreifachkurbeln als unästhetisch.

Der Kompromiss ist eine Zweifachkurbel mit einem kleineren Lochkreis, üblicherweise 110 mm. Das ermöglicht Kettenblätter ab 33 Zähnen, was die Bergtauglichkeit im Vergleich zur klassischen Zweifachkurbel deutlich verbessert, auch wenn nicht die kleinen Entfaltungen möglich sind, die mit Dreifachkurbeln realisierbar sind. Das große Kettenblatt von Kompaktkurbeln hat üblicherweise 48 oder 50 Zähne. Nachteile der Kompaktkurbel im Vergleich zur klassischen Zweifachkurbel ist, dass ein bis zwei große Gänge (für hohe Geschwindigkeiten) fehlen. Außerdem ist der Übersetzungssprung zwischen großem und kleinem Kettenblatt vergleichsweise groß, was den Komfort beim Schalten senkt.

Literatur[Bearbeiten]

  • Frank Lewerenz, Martin Kaindl, Tom Linthaler: Das Rennrad Technikbuch. 1. Auflage. Pietsch Verlag, Stuttgart 2005, ISBN 3-613-50486-3.