Kompaniechef

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Ein Kompaniechef ist ein militärischer Führer und ein Offizier. Ihm obliegt die Führung einer Kompanie oder einer vergleichbaren Einheit. Chefs waren ursprünglich Inhaber (Besitzer) der von ihnen geführten Truppenkörper. Konnten die Chefs die Führungsaufgaben nicht selbst wahrnehmen (Fürsten), beauftragten sie Offiziere mit der Führung, die als Kommandeur oder Führer bezeichnet wurden (heute noch in der britischen Armee anzutreffen - die Garderegimenter haben sowohl Chefs als auch Kommandeure). Siehe auch Stabskapitän. Dementsprechend wird auch in der Bundeswehr nur der ständige Führer einer Kompanie als Chef bezeichnet, seine Urlaubs- oder Krankheitsvertretung als Kompanieführer.

Deutschland[Bearbeiten]

Als Einheitsführer, so die offizielle, neutrale Bezeichnung, ist er militärischer Vorgesetzter aller Offiziere, Unteroffiziere und Mannschaften seiner Einheit. Er besitzt diesen gegenüber Disziplinarbefugnisse. Zusätzlich ist er gegenüber zivilen Angestellten weisungsbefugt.

Ihm obliegt die personelle und materielle Verantwortung seiner Einheit, er beaufsichtigt die Ausbildung, führt sie im Gefecht und verhängt bei Bedarf erzieherische oder disziplinare Maßnahmen. Gemäß der Wehrdisziplinarordnung ist er Disziplinarvorgesetzter aller ihm unterstellten Soldaten.

Im Dienstgrad ist der Kompaniechef (KpChef) meist Hauptmann oder Major, seltener Oberleutnant. Das deutsche Heer durchläuft aktuell (Stand: 2013) einen Transformationsprozess, im Rahmen dessen alle Chefdienstposten, die bislang für Hauptmann A12 dotiert waren, zum Major hochgestuft werden. Grundlage hierfür ist ein neues Laufbahnmodell mit dem Ziel, Offizieren vor der ersten Chefverwendung mehr Lebens- und Diensterfahrung zuteilwerden zu lassen. Dies beinhaltet u.a. das Durchlaufen von drei unterschiedlichen Verwendungen auf der Dienstgradebene Leutnant/Oberleutnant/Hauptmann, bevor der Soldat seine erste Chefverwendung als Major antritt. In manchen Einheiten des zentralen Sanitätsdienstes muss der Kompaniechef ein Sanitätsoffizier sein. Dieser Kompaniechef hat dann den Rang eines Oberstabsarztes (entspricht Major) oder eines Oberfeldarztes (entspricht Oberstleutnant)

Bei der Artillerie- und der Heeresflugabwehrtruppe wird der Einheitsführer zum Batteriechef (BttrChef), bei der Luftwaffe in fliegenden und Flugabwehrraketenverbänden sowie bei den Heeresfliegern zum Staffelkapitän. An Truppenschulen wird die vergleichbare Dienststellung Inspektionschef (InChef) genannt. Durch den Lehrauftrag hat dieser meist den Rang Oberstleutnant (selten auch Oberst), die Hörsaalleiter sind meist Hauptleute.

Österreich[Bearbeiten]

Im Österreichischen Bundesheer wird der Kompaniechef als Kompaniekommandant (KpKdt) bezeichnet und ähnelt der Funktion des Kompaniechefs weitgehend.

Schweiz[Bearbeiten]

In der Schweizer Armee wird der Kompaniechef als Kompaniekommandant (Kp Kdt) bezeichnet. Im Großen und Ganzen ähnelt die Funktion aber der des Kompaniechefs weitgehend.

Der Kompaniekommandant beginnt seine Ausbildung als Oberleutnant. Die Ausbildung erfolgt in drei Stufen. Als erstes wird der Führungslehrgang 1 (FLG I) absolviert. Dieser findet unabhängig der Truppengattung in Bern statt. Die angehenden Einheitskommandanten wird das allgemeine Handwerk des Kommandanten im Bereich der Führungstätigkeiten vermittelt. Als zweites wird der Technische Lehrgang besucht. Das Führen der Kompanie im technischen Einsatz liegt im Zentrum und wird im entsprechenden Lehrverband absolviert. Schließlich wird das Gelernte in der Verbandsausbildung (VBA) dem sog. Abverdienen (praktischer Dienst) angewendet. Die Beförderung zum Hauptmann erfolgt mit der Übernahme des Kommandos über die Kompanie.

Führt ein Kp Kdt eine Stabskompanie, kann er zum Major befördert werden.

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