Komplement (Mengenlehre)
In der Mengentheorie und anderen Teilgebieten der Mathematik sind zwei verschiedene Komplemente definiert: Das relative Komplement und das absolute Komplement.
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Relatives Komplement [Bearbeiten]
Definition [Bearbeiten]
Sind
und
Mengen und
sei eine Teilmenge von
, dann ist das relative Komplement, auch mengentheoretisches Komplement oder mengentheoretische Differenz genannt, die Menge genau der Elemente aus
, welche nicht in
enthalten sind. Die formale Definition des relativen Komplements ist
und man sagt „B ohne A“. Das Komplement unterscheidet sich von der normalen Subtraktion von Mengen nur dadurch, dass die Teilmengenbeziehung zwischen den betrachteten Mengen bestehen muss. Relativ heißt es deshalb, weil man für eine Menge
das Komplement nicht angeben kann, ohne den Kontext zu kennen. Ist hingegen die Menge
fixiert, so kann man
anstelle von „das relative Komplement von A in B“ auch einfach nur „das Komplement von A“ nennen.
Beispiele [Bearbeiten]


- Für
(reelle Zahlen) und
(rationale Zahlen), ist
die Menge der irrationalen Zahlen.
Eigenschaften [Bearbeiten]
Im Folgenden sind einige Eigenschaften relativer Komplemente im Zusammenhang mit den mengentheoretischen Operationen Vereinigung und Durchschnitt aufgelistet. Seien
,
und
Mengen, dann gelten folgende Identitäten:
Absolutes Komplement [Bearbeiten]
Definition [Bearbeiten]
Ist ein Universum
definiert, so wird für jede Menge
das relative Komplement von
in
auch absolutes Komplement (oder einfach Komplement) von
genannt und als
(manchmal auch als
, oder auch als
,
bzw.
wenn
fest ist) notiert, es ist also:
Beispiel [Bearbeiten]
Ist das Universum zum Beispiel die Menge der natürlichen Zahlen, so ist das (absolute) Komplement der Menge der geraden Zahlen die Menge der ungeraden Zahlen.
Eigenschaften [Bearbeiten]
Im Folgenden sind einige Eigenschaften absoluter Komplemente im Zusammenhang mit den mengentheoretischen Operationen Vereinigung und Durchschnitt aufgelistet. Seien
und
Teilmengen des Universums
, dann gelten folgende Identitäten:
Komplementgesetze:




- Ist
, so ist 
Involution:
Beziehungen zwischen relativen und absoluten Komplementen:
Die ersten beiden Komplementgesetze zeigen, dass, wenn
eine nichtleere Teilmenge von
ist,
eine Partition von
ist.
Siehe auch [Bearbeiten]
Literatur [Bearbeiten]
- Oliver Deiser: Einführung in die Mengenlehre. Die Mengenlehre Georg Cantors und ihre Axiomatisierung durch Ernst Zermelo. 2., verbesserte und erweiterte Auflage. Springer, Berlin u. a. 2004, ISBN 3-540-20401-6.



(reelle Zahlen) und
(rationale Zahlen), ist
die Menge der irrationalen Zahlen.













, so ist 


