Komsa-Kultur

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Die Komsa-Kultur (auch Finn-Kultur) war eine steinzeitliche Kultur der Jäger und Sammler, welche um das Jahr 10.000 v. Chr. im Norden Norwegens bestand. Benannt ist sie nach dem Komsaberg in der Nähe von Alta in der Provinz Finnmark, wo im Jahre 1925 die ersten Überreste der Kultur entdeckt wurden.

Die ehemalige Unterscheidung zwischen einer Komsa-Kultur beim nördlichen Polarkreis, welche Steinwerkzeuge benützte, und einer Fosna-Kultur, welche sich von Trøndelag bis zum Osloer Fjord erstreckte, wurde in den 1970er Jahren obsolet. Beide benutzten zwar unterschiedliche Werkzeuge, gehörten aber zu ein und derselben Kultur.

Neuere archäologische Funde in Lappland warfen die Überlegung auf, dass sich dort auch ein (isolierter) Teil der Komsa-Kultur befand, ebenso alt wie jene an der norwegischen Küste. Einige Archäologen sehen in diesen Menschen die Vorfahren der heutigen Samen.[1]

Diese bilden vermutlich einen Zusammenhang zur frühzeitlichen Post-Schwedischen Kultur, welche im Norden Zentralrusslands und im östlichen Baltikum ansässig war. Hierbei würde die Komsa-Kultur einen feindlichen Einfall durch diese Post-Schwedische Kultur im nördlichsten Skandinavien erlitten haben.

Nach heutiger Ansicht ist die Komsa-Kultur die früheste Besiedlung der nordnorwegischen Küste, welche von der westlichen und südwestlichen Küste ausging und letztendlich in der Ahrensburger Kultur in Nordwesteuropa ihren Höhepunkt erreichte. Sie folgten vermutlich mit Beginn der Kaltzeit, als die Eiszeit zwischen 11000 und 8000 vor Chr. zu Ende ging, der norwegischen Küstenlinie, um neue Gebiete zur Besiedlung zu gewinnen. Einige von ihnen besiedelten schon relativ früh die heutige Finnmark von Nordosten aus, möglicherweise über die Kola-Halbinsel, ein wirklicher Beweis für diese Vermutung bleibt allerdings bis heute aus.

Archäologische Anhaltspunkte sprechen jedoch dafür, dass die Komsa-Kultur schon immer dem Meer zugewandt war, sie lebten hauptsächlich von der Robbenjagd und waren gute Bootsbauer und Fischer.

Im Vergleich zu den südnorwegischen Fosna, einer Varietät derselben Kultur, waren die Steinwerkzeuge der nördlichen Landsleute relativ grob und primitiv, was wohl auf einen Mangel an Feuerstein in dieser Gegend zurückzuführen ist.

Literatur[Bearbeiten]

  • Emil Hoffmann: Lexikon der Steinzeit 1999

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. http://www.utexas.edu/courses/sami/dieda/hist/early.htm